Haushalt der Stadt Belgrad unter der IWF-Aufsicht
Quelle: Beta/eKapija
Donnerstag, 15.01.2026.
14:27
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14:27
(FotoMikhail Markovskiy/shutterstock.com)
Die externe Haushaltsprüfung Belgrads muss bis August dieses Jahres abgeschlossen sein, und ihre Ergebnisse werden anschließend vom IWF überprüft, so Jovanović.
Diese Nachricht bestätigt die Aussagen des CLS und anderer Organisationen, dass die mangelhafte Haushaltsstruktur, die hohe Kreditaufnahme bei Privatbanken sowie der unkontrollierte Kapitalabfluss ein systemisches Risiko für Belgrad, seine Funktionsfähigkeit und seine zukünftige Entwicklung darstellen, betont Jovanović.
Wie Nova ekonomija noch früher berichtete, hat die serbische Regierung auf Drängen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zugestimmt, die Finanzgeschäfte der Stadt Belgrad und ihrer Unternehmen unter Aufsicht zu stellen und eine externe Prüfung durchzuführen.
Der Haushalt Belgrads, einschließlich der Haushalte der städtischen Gemeinden, beläuft sich auf 205 Milliarden Dinar (1,75 Milliarden Euro) oder fast neun Prozent des serbischen Staatshaushalts.
Der IWF erwartet Informationen darüber, wie die Stadt Belgrad Finanzinstrumente einsetzt, insbesondere im Hinblick auf Konzessionen für die Abfallbehandlung und den öffentlichen Nahverkehr. Die Konzessionsverträge verschleiern die steigenden Kosten, die die Stadt an Dienstleister zahlen muss.
Der Zusammenbruch der städtischen Finanzen fällt zeitlich weitgehend mit der Amtszeit von Aleksandar Šapić als Bürgermeister zusammen. Eine Reihe von populistischen Maßnahmen, die von ihm initiiert wurden, haben den Stadthaushalt erheblich belastet, allen voran die Abschaffung der Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr.
Die Stadt gewährt außerdem hohe Subventionen für Kindergärten (rund 90 Millionen Euro jährlich) und unterstützt Schülerinnen und Schüler mit 20.000 Dinar pro Grundschüler sowie Geschenkgutscheinen im Wert von 10.000 Dinar für alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre und diversen anderen Leistungen, wie beispielsweise freiem Eintritt in Schwimmbäder (3 Millionen Euro). Die gesamten Sozialleistungen belaufen sich auf über 200 Millionen Euro.
Das größte Finanzierungsproblem Belgrads sind die zunehmenden Zahlungsverzögerungen, die beim IWF Alarm ausgelöst haben. Die Verbindlichkeiten städtischer Unternehmen belaufen sich auf über 150 Millionen Euro, während gleichzeitig die Schulden der Stadt bei Geschäftsbanken steigen.
Die Stadt versucht, den Finanzierungsengpass durch eine Erhöhung der Grundsteuer um durchschnittlich 5,5 Prozent bis 2026 zu decken. Zusätzlich sind die Preise für Dienstleistungen städtischer Unternehmen gestiegen: Seit Neujahr ist Wasser um 17,5 Prozent, Bestattungsdienste um 15 Prozent und die Gebäudewartung um 19 Prozent teurer geworden. Auch das Parken in öffentlichen Parkhäusern hat sich verteuert.
Der IWF drängt daher auf die Fertigstellung des Berichts bis August dieses Jahres. Die serbische Regierung steht somit vor der Wahl, entweder die städtischen Finanzen zu sanieren oder zusätzliche Verpflichtungen im serbischen Haushalt einzugehen. Diese könnten entweder Investitionen wie den Kauf von Straßenbahnen finanzieren oder den Anteil der Mittel erhöhen, der vom Staatshaushalt in den Stadthaushalt fließt.
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