IFIMES: Serbien wird bis 2027 zur größten Volkswirtschaft Südosteuropas aufsteigen und bis zum Ende des Jahrzehnts auch Slowenien überholen
Quelle: eKapija
Dienstag, 13.01.2026.
23:57
Dienstag, 13.01.2026.
23:57
(FotoShutterstock.com/GagoDesign)
In der Analyse mit dem Titel „Serbien 2026: Wirtschaftlicher Durchbruch im Zeitalter wachsender globaler und regionaler Herausforderungen“ stellt IFIMES fest, dass dieser wirtschaftliche Aufstieg in einem deutlich komplexeren und unsichereren globalen Umfeld stattfindet als in den Vorjahren. Die Schwächung multilateraler Institutionen, die Zunahme geopolitischer Spannungen und die immer stärkere Verknüpfung von Wirtschaft und Sicherheit schaffen ein Umfeld, in dem Wirtschaftswachstum allein keine Garantie mehr für langfristige Stabilität darstellt. Serbien befindet sich in diesem Kontext derzeit in einer Phase relativer makroökonomischer Konsolidierung, allerdings mit erhöhten externen und internen Risiken.
Laut den vom IFIMES zitierten IWF-Prognosen könnte das reale Wachstum des serbischen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 zwischen drei und vier Prozent liegen, bei kontrollierter Inflation und einem stabilen Arbeitsmarkt. Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung bleiben in einem tragfähigen Rahmen, während das Wachstum des Leistungsbilanzdefizits primär auf Investitionen und Importe im Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten zurückzuführen ist. Das Institut stellt fest, dass diese Indikatoren die Stabilität der makroökonomischen Politik bestätigen, aber auch auf die Notwendigkeit fortgesetzter Strukturreformen und einer Stärkung des institutionellen Umfelds hinweisen.
Der Energiesicherheit wurde als Schlüsselelement der künftigen Entwicklung besondere Bedeutung beigemessen. IFIMES hebt die Bedeutung strategischer Entscheidungen im Energiesektor hervor, darunter Pläne zur Stärkung des staatlichen Einflusses in der serbischen Ölindustrie und zur Sicherung der langfristigen Stabilität der Raffinerie Pančevo. Ausländische Direktinvestitionen, die im Vorjahr mehrere Milliarden Euro überstiegen, bilden zusammen mit Infrastrukturprojekten und der industriellen Basis eine wichtige Wachstumssäule.
Gleichzeitig warnt die Analyse davor, dass eine Stärkung der gesamtwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht automatisch einen höheren Lebensstandard bedeutet. Obwohl Serbien hinsichtlich der Wirtschaftsleistung eine führende Rolle in der Region einnimmt, liegt es beim BIP pro Kopf weiterhin hinter Kroatien und Slowenien zurück. Laut IFIMES schafft diese Diskrepanz eine Parallelwelt: Wirtschaftswachstum stärkt zwar die internationale Position des Landes, doch erfordern interne soziale Herausforderungen eine sorgfältige Abstimmung der Entwicklungspolitik auf die Bedürfnisse der Bürger.
Im letzten Teil des Berichts untersucht IFIMES verschiedene mögliche Entwicklungsrichtungen: von stabilem Wachstum bei kontrollierten geopolitischen Risiken über beschleunigte Wirtschaftsdynamik durch Energie- und institutionelle Reformen bis hin zu einem ungünstigen Szenario bei schwerwiegenderen globalen Störungen und einem Investitionsrückgang. Das Institut kommt zu dem Schluss, dass Serbiens Fähigkeit, quantitatives Wirtschaftswachstum in nachhaltige und inklusive soziale Entwicklung umzuwandeln, eine entscheidende Bewährungsprobe für die Wirtschafts- und Sozialpolitik des nächsten Jahrzehnts darstellen wird.
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