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Negative Strompreise an der serbischen Strombörse offiziell ab dem 5. Mai

Quelle: eKapija Montag, 27.04.2026. 20:22
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Abbildung (Fotowest cowboy/shutterstock.com)Abbildung
Am 5. Mai wird die serbische Strombörse SEEPEX erstmals Negativpreise anwenden. Diese treten zu bestimmten Tageszeiten auf, wenn die Produktion aus Solaranlagen die Nachfrage übersteigt. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien verändert sich das Energiesystem in Serbien rasant. Dies signalisiert die Notwendigkeit neuer Marktmodelle, wie beispielsweise langfristiger Stromabnahmeverträge (PPA), der weitere Ausbau von Batteriespeichern und Investitionen in Rechenzentren, so die Aussage auf der Sitzung des Rates für Nachhaltige Energie bei NALED.

Negative Preise sind auf den europäischen Märkten kein neues Phänomen. Sie sind eine Folge begrenzter Systemflexibilität und unzureichend entwickelter Speicher- und Verbrauchsmanagementkapazitäten in Zeiten, in denen die Produktion aus erneuerbaren Energien die Nachfrage übersteigt.

– Die Einführung des Konzepts negativer Preise in Serbien, das in anderen Marktsegmenten bereits seit Jahresbeginn gilt, ist weder überraschend noch neu. Vielmehr ist dies die Notwendigkeit, unser Marktmodell an das gesamteuropäische Modell des EU-Marktes anzugleichen und somit eine Voraussetzung für den operativen Beginn des Marktfusionsprozesses. Im ersten Quartal wurden am SEEPEX-Day-Ahead-Markt 69 Stunden mit Nullpreisen verzeichnet, verglichen mit nur acht Stunden im Vorjahreszeitraum. Angesichts der drastischen Zunahme der Differenz zwischen den Referenzpreisen der serbischen und ungarischen Spotmärkte ist dies nicht nur ein deutlicher Hinweis darauf, wie verbreitet dieses Phänomen auf den europäischen Spotmärkten ist, sondern auch ein ernstzunehmendes Warnsignal für Marktverzerrungen infolge der Anwendung des CBAM-Mechanismus, der seit dem 1. Januar dieses Jahres uneingeschränkt gilt - so Miloš Mladenović, CEO von SEEPEX.

Ihm zufolge dürfte sich der Markt zwar etwas stabilisieren, der Trend werde sich aber das ganze Jahr über fortsetzen. Solange keine Lösung in Form einer Ausnahmeregelung für den serbischen Strommarkt von der Anwendung des CBAM gefunden werde, sei es sehr schwierig, einen stabilen Investitionsrahmen für weitere Investitionen in erneuerbare Energien zu schaffen, was unter anderem auch den Abschluss langfristiger Stromabnahmeverträge (PPAs) impliziere.

– Negative Preise sind an sich kein Problem. Sie deuten auf einen Stromüberschuss zu bestimmten Zeiten hin und signalisieren den Erzeugern, darunter auch EPS, dass neue Geschäftsmodelle erforderlich sind. Dies betrifft insbesondere Stromabnahmeverträge (PPA), Festpreise und den Umgang mit Marktabweichungen. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden wir große Stromüberschüsse verzeichnen, und wenn die CBAM-Problematik nicht gelöst wird, könnte dies zu einem ernsthaften Problem werden. EPS hat PPA-Verträge abgeschlossen, und wir müssen sorgfältig festlegen, wie negative Preise in der Praxis behandelt werden – betonte Davor Pupavac, Direktor des Bereichs Marktanalyse und Risikomanagement im Stromhandel bei EPS.

Mitglieder des NALED-Ausschusses für nachhaltige Energie kamen zu dem Schluss, dass sich Investoren an die neuen Gegebenheiten anpassen werden, die Risiken aber nicht länger überwiegend bei den Erzeugern liegen dürfen. Erforderlich sind flexiblere Vertragsmodelle, eine stärkere Einbindung von Finanzinstituten in die Risikoverteilung, der Ausbau von Batteriespeichern, ein optimiertes Verbrauchsmanagement sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor.

– Unser Ziel ist es, die Produktion grüner Energie zu steigern. Dies bietet zukünftig Chancen für günstigere Energie, innovative Technologien und neue Geschäftsmodelle. Andererseits stellt sich die Frage, wie schnell wir die Systemflexibilität ausbauen können. Dies war ein wichtiger Schritt hin zur Liberalisierung des nationalen Strommarktes und einer stärkeren Einbindung in die europäischen Energieströme. Es ist jedoch wichtig, dass wir diesen Wandel gut vorbereitet angehen. Der Rat für Nachhaltige Energie wird daher weiterhin eine effiziente Energiewende unterstützen und eine Analyse mit Empfehlungen zu den Nutzungsbedingungen für Batteriespeicher erarbeiten. Dabei wird berücksichtigt, dass dies eines der Marktinstrumente ist, dessen Rolle für die Systemstabilität auf dem heutigen Treffen wiederholt hervorgehoben wurde – so Jasmina Radovanović, Leitende Beraterin für Immobilien und Investitionen bei NALED.
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