Bloomberg: Vučić kündigt dringende Gesetzesänderungen zum Bau kleiner modularer Reaktoren an
(Fotolassedesignen/shutterstock.com)
Laut Bloomberg sind die Hauptgründe für diese Initiative die Stilllegung von Kohlekraftwerken und der hohe Energiebedarf neuer KI-Rechenzentren, wie das Portal Nuklearna Perspektiva berichtet.
Bloomberg fügt hinzu, Serbien prüfe derzeit Angebote aus aller Welt. Obwohl eine unverbindliche Rahmenvereinbarung mit dem französischen Energiekonzern EDF bestehe, betonte der Präsident, dass auch Projekte aus China, Japan, den USA (Westinghouse), Südkorea und Russland (Rosatom) in Betracht gezogen würden. Er erklärte weiter, dass Vertreter von EDF in 15 Tagen in Belgrad erwartet würden. Neben der Stilllegung alternder Kohlekraftwerke aufgrund des Drucks der EU und der Abgaben im Rahmen des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) scheint der Hauptgrund für die Dringlichkeit in vier neuen Rechenzentren zu liegen, die die Regierung für KI-Zwecke eröffnen will – Rechenzentren, von denen Nuklearna Perspektiva nach eigenen Angaben zum ersten Mal hört.
Zur Erinnerung: Serbien hob sein Atommoratorium offiziell im November 2024 auf, verfügt aber weiterhin nicht über einen ausgereiften Regulierungsrahmen oder die für solch massive Projekte erforderliche technische Expertise.
Der Bericht der World Nuclear Association (WNA) aus Davos zeigt, dass Serbien seine ersten 250 Megawatt erst bis 2042 plant.
Besonders interessant ist, dass KI-Rechenzentren als Hauptgrund für diese Eile genannt werden. Das Portal Nuklearna Perspektiva fragt: Bauen wir (vielleicht?) Atomkraftwerke, um unsere Bürger mit Strom zu versorgen oder um den Energiehunger globaler Technologiekonzerne zu befriedigen? Das Portal schätzt außerdem ein, dass die Erwähnung Chinas, Russlands, der USA und Frankreichs in diesem Zusammenhang zeigt, dass Serbien versucht, Atomenergie als geopolitisches Machtinstrument einzusetzen, ähnlich wie bei anderen großen Infrastrukturprojekten.
Das Portal Nuklearna Perspektiva weist darauf hin, dass die aktuelle Erzählung von „Dringlichkeit“ und der „Eintreffen des elektrischen Feldantriebs in 15 Tagen“ eine erhebliche Spannung zwischen politischem Marketing und realistischen technischen Zeitplänen erzeugt.
Letztendlich scheint Serbien in eine Phase einzutreten, in der die Atomfrage auf rein entscheidungsorientierte Weise behandelt wird, ohne einen soliden Umsetzungsplan und ohne öffentliche Debatte. Nuklearna Perspektiva merkt zudem an, dass serbische Medien über Ereignisse in Serbien berichten, indem sie Informationen aus ausländischen Quellen beziehen.
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