Serbien verhandelt mit Russland über den Bau eines Atomkraftwerks
Mittwoch, 17.09.2025.
10:04
- Wir führen ernsthafte Gespräche mit Rosatom. Ich glaube nicht, dass es weltweit ein besseres Unternehmen für den Bau eines Kernkraftwerks gibt. Ich bin überzeugt, dass es in den kommenden Jahren Fortschritte geben wird, denn wir brauchen Strom. Das werden wir auf jeden Fall schaffen - sagte Babić.
Das Portal erinnert daran, dass das serbische Parlament im November 2024 das seit 1989 nach dem Tschernobyl-Unfall geltende Moratorium für den Bau von Kernkraftwerken aufgehoben hat. Die Entscheidung wurde getroffen, da der Energieverbrauch des Landes bis 2050 voraussichtlich um das Vierfache steigen wird.
Belgrad sucht derzeit einen Partner für dieses strategische Projekt. Neben Russland sind laut russischen Medien auch Südkorea, China und Frankreich im Spiel. Im September dieses Jahres unterzeichnete die serbische Regierung zwei Kooperationsvereinbarungen mit dem südkoreanischen Unternehmen KHNP, während die französische EDF mit einer Studie zum Kernenergiepotenzial des Landes beauftragt wurde.
Laut Iswestija gilt Rosatoms Angebot laut Analysten als das günstigste, da es alle Segmente umfasst – von Planung und Bau über die Lieferung von Kernbrennstoffen bis hin zu Wartung und Entsorgung. Ein Großkraftwerk mit zwei WWER-1200-Reaktoren oder kleineren Modulen der Typen RITM-200 und RITM-400 werde als mögliche Option in Betracht gezogen, so Iswestija.
Laut dem russischen Portal werden die Verhandlungen zwischen Serbien und Russland voraussichtlich ein bis zwei Jahre dauern, danach soll der Bau beginnen. Rosatom könne, wie bisher üblich, auch ein günstiges Darlehen für die Realisierung des Projekts bereitstellen, so Iswestija.
Der Artikel weist darauf hin, dass Experten davor warnen, dass die Europäische Union möglicherweise den Bau eines Atomkraftwerks in Serbien unter Beteiligung Russlands behindern könnte, da Serbien einen EU-Beitritt anstrebt und Belgrad derzeit seine Gesetzgebung an die europäische anpasst. Brüssel fordert bereits, sich den Sanktionen gegen Russland anzuschließen.
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