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Arbutina: Serbien hat die Kapazität für ein Kernkraftwerk, wir haben Experten für die erste Entwicklungsphase

Quelle: Euronews Srbija Dienstag, 18.11.2025. 12:15
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Abbildung (FotoUnsplash/Lukas Lehotsky)Abbildung
Regionale Führungskräfte betonen zunehmend die Notwendigkeit des Ausbaus der Kernenergiekapazitäten, und Belgrad führt aktiv Gespräche mit mehreren potenziellen Partnern. Beim jüngsten Besuch des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić in Paris stand der Bau eines Kernkraftwerks im Mittelpunkt der Gespräche mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Diese Ankündigungen, so betonte der amtierende CEO der serbischen Kernkraftwerksgesellschaft, Dalibor Arbutina, seien realistisch umsetzbar, vor allem, weil, wie er sagte, neue Stromquellen benötigt würden.

- Sowohl die Region als auch die ganze Welt suchen aufgrund des steigenden Verbrauchs, neuer elektronischer Geräte, künstlicher Intelligenz und des Klimawandels nach einer stabilen und sauberen Energiequelle. Deshalb starten wir ein Programm zur Entwicklung der Kernenergie. Wir prüfen derzeit, ob wir sie zum jetzigen Zeitpunkt benötigen, und alle gesammelten Informationen und Studien werden dazu beitragen, die optimale Entscheidung zu treffen - erklärt Arbutina.

Er betont, dass Kernenergie eine stabile Energiequelle sei, die im Gegensatz zu Wind- oder Sonnenenergie nicht von den Wetterbedingungen abhänge.

- Es ist außerdem umweltfreundlich, da es kein Kohlendioxid ausstößt und die Grundlage für Serbiens Energiestabilität bilden kann - sagt Arbutina.

Was das Fachpersonal angeht, betont er, dass Serbien über Experten verfügt, die in der Lage sind, sich an der ersten Phase der Kernenergieentwicklung zu beteiligen.

- Das öffentliche Unternehmen für Nuklearanlagen Serbiens (JP Nuklearni objekti Srbije) entstand aus dem Vinča-Institut für Nuklearwissenschaften und dem Institut für den Transfer nuklearer Materialien. Dort sind die für die Analyse von Vorstudien und die Datenerhebung benötigten Experten tätig. Für den geplanten Bau des Kraftwerks in den nächsten 15 Jahren haben wir genügend Zeit, neues Personal auszubilden - so Arbutina.

Er fügt hinzu, dass das serbische Bildungssystem bereits für die Grundausbildung gerüstet sei.

- Die Fakultäten für Maschinenbau und Elektrotechnik können die Grundausbildung von Ingenieuren anbieten, die weitere Ausbildung hängt dann von der gewählten Technologie ab. Ein Teil der Ausbildung kann auch im Ausland stattfinden, aber wir haben genügend Zeit, dies umzusetzen - betont Arbutina.

Eine Investition von rund 20 Milliarden Euro in ein Kernkraftwerk ist, wie er sagt, beträchtlich, amortisiert sich aber innerhalb weniger Jahre, da die Stromerzeugung dann extrem günstig wird. Das Beispiel Finnlands zeige, dass sich solche Projekte langfristig auszahlen, fügt er hinzu. Serbien verfolge zudem regionale Initiativen. Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Kroatien und Slowenien verfügten bereits über Kernkraftwerke, und Ungarn baue das Kernkraftwerk Paks aus.

- Serbien hat sich auch an den Umweltverträglichkeitsstudien für Paks beteiligt und seine Stellungnahme abgegeben, was die Transparenz des Verfahrens unterstreicht. Unsere Entscheidung über eine mögliche Beteiligung oder den eigenständigen Bau des Kraftwerks wird von den Studien und Verhandlungen abhängen - ergänzt Arbutina.

Er verweist außerdem auf die Entwicklung kleiner modularer Reaktoren, die schneller und flexibler zu bauen seien und sich besonders für Industrieanlagen und Rechenzentren eigneten.

- Angesichts des steigenden Verbrauchs, beispielsweise in Kragujevac, benötigen wir zusätzliche, stabile Energie. Kleine modulare Kraftwerke könnten eine Lösung für diesen Bedarf sein - fügt er hinzu.

Arbutina erklärt, die Studien würden zeigen, ob der eigenständige oder der gemeinsame Ausbau der Kapazitäten sinnvoller sei.

– Die Energiesicherheit und die Preisentwicklung lassen vermuten, dass ein eigenes Kraftwerk für Serbien von Vorteil sein könnte, aber alle Optionen werden geprüft – sagte er.

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