Tunnel, Metro und Pančevački-Brücke – Steht Belgrad vor seiner bisher größten Verkehrsherausforderung?
Quelle: eKapija
Donnerstag, 16.07.2026.
11:53
Donnerstag, 16.07.2026.
11:53
Abbildung (Fotolunja/shutterstock)
Gegenüber eKapija erklärt er, dass die Tatsache, dass drei Großprojekte praktisch im selben Gebiet durchgeführt werden, eine ernsthafte Herausforderung für das Funktionieren des Verkehrssystems darstellt.
Live-Simulation
- Alle drei Projekte sollen in unmittelbarer Nähe zueinander durchgeführt werden, was neben den Verkehrsbehinderungen auch die jeweiligen Zeitpläne erheblich beeinflussen könnte. Der Aushub für den Tunnel und den U-Bahnhof erfordert den Einsatz zahlreicher Schwerlastwagen für den Abtransport des Aushubmaterials. Daher sind Verkehrsbehinderungen nicht nur im Hinblick auf die Lebensqualität, sondern auch für den Zeitplan dieser Projekte relevant. Das bedeutet keinesfalls, dass die Projekte aufgegeben werden sollten, sondern vielmehr, dass ihr Zeitplan sorgfältig geplant und mit allen anderen beteiligten Akteuren abgestimmt werden muss - erklärt unser Interviewpartner.
– Dafür benötigt Belgrad ein digitalisiertes Stadtverkehrsmodell. Ein solches Modell würde es ermöglichen, die komplexen Folgen großer Infrastrukturprojekte zu bewerten und verschiedene Auswirkungen und Szenarien während der Bauphase schnell und kostengünstig zu simulieren. Belgrad verfügt derzeit nicht über ein solches Modell, und das aktuelle Verkehrsmodell aus dem Jahr 2015 ist veraltet und unbrauchbar. Daher werden wir in der kommenden Zeit Simulationen mit realen Verkehrsteilnehmern anstelle von Simulationen in Verkehrsmodellen erleben - so seine Ausführungen.
– Jedes dieser Projekte bringt erhebliche Veränderungen im Verkehrsfluss mit sich und wird die Bedingungen entlang des gesamten Korridors mit hohem Verkehrsaufkommen vom linken Donauufer in Richtung Belgrad verändern. Ein digitalisiertes Stadtverkehrsmodell mit den damit möglichen Simulationen und Analysen könnte hier Abhilfe schaffen. Allerdings kann ein solches Modell in der kurzen Zeit bis zum Baubeginn nicht entwickelt werden, was bedeutet, dass es keine brauchbaren Analysen gibt, die den Umfang der Arbeiten und die Orte aufzeigen, an denen gleichzeitig gebaut werden kann - fügt er hinzu.
Abbildung (FotoPixabay/Alexander Grishin)
Der Interviewpartner von eKapija merkt zudem an, dass Verkehrsingenieure in der Regel erst in der Umsetzungsphase in diese Projekte eingebunden werden.
– Verkehrstechnische Expertise wird in der Planungsphase unzureichend berücksichtigt. Auch die Koordination der verschiedenen Planungsaktivitäten ist mangelhaft. Daher kommt es zu unlogischen Situationen und Problemen, wie beispielsweise den gleichzeitigen Bauarbeiten an zwei Brücken im vergangenen Herbst. Die Bedeutung und das Verkehrsaufkommen auf dem Despota-Stefana-Boulevard zeigen sich darin, dass derzeit zwei unterirdische Alternativen gebaut werden – der Straßentunnel und die U-Bahn-Linie 1 für den Pendlerverkehr. Die Verbreiterung der Dunavska-Straße und die geänderte Verkehrsführung auf dem Vojvode-Bojovića-Boulevard stellen die einzig praktikable Alternative dar, verfügen aber nicht über ausreichende Kapazität, um als adäquater Ersatz zu dienen. Dies ist umso problematischer, als auch in der Pariska-Straße Bauarbeiten angekündigt wurden, die diese ohnehin schon unzureichende Alternative weiter verschärfen könnten, erklärt Smailović.
Eine Brücke oberhalb der Pančevački-Brücke?
Der Professor erläutert, warum der Bau einer neuen Brücke über die Donau oberhalb der Pančevački-Brücke nie ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Er erklärt, dass sich die Entwicklung des Straßennetzes, des öffentlichen Nahverkehrs und die Urbanisierung des linken Donauufers seit Jahrzehnten um die bestehende Brücke herum konzentriert haben.
- Der Verkehrsfluss über die Donau wird maßgeblich durch die Lage der Pančevački-Brücke bestimmt. Dementsprechend haben sich das Straßennetz und der öffentliche Nahverkehr um sie herum entwickelt, und heute folgen auch U-Bahn-Tunnel und die Metrolinie diesem Muster. Angesichts der Urbanisierung des linken Donauufers ist das Fehlen einer weiteren Brücke verständlich. Ich bin außerdem der Ansicht, dass weder das linke noch das rechte Donauufer derzeit über ausreichende Straßennetzkapazitäten verfügt, um eine weitere Brücke oberhalb der Pančevački-Brücke zu tragen. Eine konkretere und realistischere Herausforderung stellt derzeit der Bau der Donaubrücke auf der östlichen Umgehungsstraße um Belgrad dar. Diese Brücke könnte zusammen mit ihrer Anbindung an die Schnellstraße, den westlichen Abschnitt der Umgehungsstraße und das übrige Straßennetz auch als Alternative zur Pančevački-Brücke dienen - so der Professor der Fakultät für Verkehrswesen.
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Fakultät für Verkehrswesen in Belgrad
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