NavMenu

Recyclingunternehmen von Niš: Tausende Menschen arbeitslos aufgrund der Abschaffung von Förderprogrammen, Abfallberge wachsen

Quelle: Beta Dienstag, 31.03.2026. 11:52
Kommentare
Podeli
Abbildung (FotoRawpixel.com/shutterstock.com)Abbildung
Fabriken in Serbien, die 15.000 Menschen beschäftigten, mussten ihre Belegschaft um 70 % reduzieren, nachdem die serbische Regierung am 1. Januar dieses Jahres per Dekret die Anreize für die Behandlung von Sonderabfallströmen abgeschafft hatte, so Ninoslav Milenković, Direktor des in Niš ansässigen Unternehmens E-reciklaža.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Beta erklärte er, dass Tausende von Menschen ihre Arbeit und damit ihre Existenzgrundlage verloren hätten, was auch zu Arbeitsplatzverlusten in verwandten Branchen geführt habe.

Laut Milenković haben Recyclinganlagen ihren Betrieb eingestellt und übernehmen keine sogenannten „Sonderabfallströme“ mehr. Deshalb seien in den letzten drei Monaten rund 30.000 Tonnen Elektronikschrott, Öl, Batterien, Autobatterien, Altreifen und andere Abfälle nicht zum Recycling angenommen worden.

- Da es keine Lösung für die Deckung der Behandlungskosten bis 2026 gibt, werden allein im Jahr 2026 120.000 Tonnen Abfall in die Umwelt gelangen und möglicherweise eine Umweltkatastrophe auslösen - betonte Milenković.

Falls das Recyclingsystem nicht transparent und nachhaltig gestaltet wird, droht uns, laut Milenković, ein Problem, das nicht nur intern, sondern auch extern ist.

- Die Muttergesellschaften der in Serbien tätigen Hersteller fordern bereits den Nachweis, dass sämtliche Abfälle, bis hin zum letzten Kilogramm, vorschriftsmäßig entsorgt wurden. Dies ist im Rahmen der bestehenden staatlichen Beihilfen nicht möglich - so Milenković.

Er betonte, dass für das nachhaltige Funktionieren des Systems lediglich ein Teil der bereits nach dem Verursacherprinzip erhobenen Gelder benötigt werde.


- Wir sprechen hier von Geldern, die bereits im System vorhanden sind, aber nicht sachgemäß eingesetzt werden - sagte Milenković.

Er erinnerte daran, dass die Verursacher in den vergangenen 15 Jahren die Kosten der Abfallbehandlung getragen hätten.

- Tatsächlich zahlen die Verursacher rund 10 Milliarden Dinar in den Staatshaushalt ein, basierend auf Gebühren für Produkte, die nach Gebrauch getrennt gesammelt werden. Es ist ausreichend Geld für die Abfallbehandlung nach dem Verursacherprinzip vorhanden - betonte Milenković.

Das Problem entstehe jedoch dadurch, dass die Finanzierung der Abfallbehandlung im neuen Verordnungsentwurf als staatliche Beihilfe definiert werde.

Harmonisierte staatliche Beihilfen hätten zwar ihre Berechtigung und ihre Logik, seien aber nicht dazu gedacht, die Abfallwirtschaft zu finanzieren.

- Wenn der Staat während der Covid-Krise jemandem hilft, geht es um die Rettung des Sektors. Im Abfallbereich liegt das Problem jedoch nicht in der ‚Hilfe‘ an sich, sondern darin, dass ein stabiler Mechanismus zur dauerhaften Finanzierung der Behandlung und ein offener Wettbewerb erforderlich sind, nicht individuelle oder begrenzte Hilfen - sagte Milenković.

Seinen Worten zufolge könne die vorgeschlagene Verordnung zwar die Einhaltung der Vorschriften gewährleisten, nicht aber die operative Abfallwirtschaft.

- Die Notwendigkeit für Abfallerzeuger, ihre Abfälle abholen und ordnungsgemäß behandeln zu lassen, lässt sich nicht mit einem Instrument lösen, das auf 100.000 Euro pro Jahr begrenzt ist, da es sich hierbei um laufende Systemkosten handelt. Die täglichen Kosten der Anlage belaufen sich mittlerweile auf rund 150.000 Euro, da sie 100.000 Tonnen Abfall pro Jahr verarbeitet – betonte Milenković.

Er erklärte, dass weltweit die Kosten der Abfallbehandlung zu etwa 80 Prozent durch die von den Verschmutzern erhobenen Gebühren gedeckt würden, während rund 20 Prozent durch den Marktwert des Materials gedeckt seien.

- Das ist keine lokale Angelegenheit, sondern ein globaler Standard mit minimalen Effizienzabweichungen - so Milenković.

Weltweit, fügte er hinzu, werde eines von drei Modellen zur dauerhaften Finanzierung der Abfallwirtschaft genutzt: ein Fonds, ein kollektiver Betreiber oder eine Konzession.

- Es ist klar, dass ein System, das auf einem anderen Modell basiert, nicht über Nacht aufgebaut werden kann. Ebenso klar ist, dass prinzipiell nichts dagegen spricht, wenn der Staat das System weiterhin verwaltet, aber dafür ist ein institutioneller Rahmen erforderlich - sagte Milenković.

Am 6. März 2026 trafen sich Vertreter der Recyclingunternehmen mit Vertretern des Umweltministeriums, zeigten sich jedoch unzufrieden mit dem Entwurf der neuen Verordnung.

Der Verband der Recyclingunternehmen Serbiens und die Stiftung für die organisierte Sammlung und das Recycling von Altbatterien und Autobatterien „Galenit“ wandten sich daraufhin mit einem Schreiben an das Ministerium und erklärten, es sei inakzeptabel, dass im neuen Entwurf Anreize als staatliche Beihilfen und nicht als erweiterte Haftung der Umweltverschmutzer definiert würden.

Sie wiesen darauf hin, dass es ebenfalls inakzeptabel sei, dass staatliche Beihilfen in Auktionen an die günstigsten Bieter vergeben würden und dass das Geld nur denjenigen zugutekomme, die Abfälle sammelten und sortierten, nicht aber denjenigen, die sie recycelten.
Kommentare
Ihr Kommentar
Vollständige Informationen sind nur für gewerbliche Nutzer/Abonnenten verfügbar und es ist notwendig, sich einzuloggen.

Sie haben Ihr Passwort vergessen? Klicken Sie HIER

Für kostenfrei Probenutzung, klicken Sie HIER

Pratite na našem portalu vesti, tendere, investicione projekte, grantove i pravnu regulativu.
Registracija na eKapiji vam omogućava pristup potpunim informacijama i dnevnom biltenu
Naš dnevni ekonomski bilten će stizati na vašu mejl adresu krajem svakog radnog dana. Bilteni su personalizovani prema interesovanjima svakog korisnika zasebno, uz konsultacije sa našim ekspertima.