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Margen und Preise in Serbien: Begrenzter Wettbewerb, Markteintritt neuer Einzelhandelsketten entscheidend

Quelle: Nedeljnik Donnerstag, 19.02.2026. 11:41
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Abbildung (FotoAleph Studio/shutterstock.com)Abbildung
Lev Ratnovski, Leiter des Belgrader Büros des Internationalen Währungsfonds (IWF), erklärte, die hohen Lebenshaltungskosten in Serbien seien eine Folge des eingeschränkten Wettbewerbs. Auf dem von NALED organisierten Panel „Serbische Wirtschaft 2026: Makroökonomische Trends“ sagte er, zur Lösung des Problems der hohen Gewinnspannen müssten neue Einzelhandelsketten gewonnen und unnötige administrative Hürden abgebaut werden, die den Import und die freie Verteilung von Lebensmitteln auf dem Inlandsmarkt behindern.

Ratnovski analysierte die Marktsituation in Serbien und erklärte, der IWF sehe den wichtigsten strukturellen Faktor für die hohen Preise in Serbien im eingeschränkten Wettbewerb im Einzel- und Großhandel.

- Serbien ist ein relativ kleiner Markt außerhalb des EU-Binnenmarktes mit hohen Treibstoff- und Immobilienkosten. Hinzu kommt ein rasantes Einkommenswachstum und damit einhergehend ein starkes Nachfragewachstum, während das Angebot nur langsam reagieren konnte. Verschärft wird die Situation durch die Dürre des Vorjahres. Doch im Grunde genommen scheint der unzureichende Wettbewerbsdruck im Lebensmittelvertrieb und -einzelhandel diese Faktoren zu verstärken und die hohen Preise anhalten zu lassen – betonte Ratnovski.

Mit Blick auf konkrete Maßnahmen zur Senkung des Preisniveaus hob Ratnovski hervor, dass sich geeignete Maßnahmen vorrangig auf die Stärkung des Wettbewerbs konzentrieren sollten. Der Schlüssel liege seiner Ansicht nach darin, den Markteintritt neuer Einzelhandelsketten und Vertriebsunternehmen, insbesondere durch Greenfield-Investitionen, zu erleichtern.

- Die serbischen Behörden waren in der Vergangenheit sehr erfolgreich darin, Produktionsbetriebe nach Serbien zu holen. Daher sehen wir keinen Grund, warum sie nicht ebenso erfolgreich darin sein sollten, weitere Einzelhandelsketten und Vertriebsunternehmen anzusiedeln und diese bei Grundstückskäufen, Pachtverträgen, Genehmigungen, Zollformalitäten und den Beziehungen zu den Kommunen zu unterstützen - sagte Ratnovski.

Neben der Ansiedlung neuer Händler sieht der IWF-Vertreter erhebliches Potenzial für Preissenkungen durch die Reform der Importverfahren. Er wies darauf hin, dass die Kosten und willkürlichen Importverfahren vereinfacht werden könnten, insbesondere durch die Reduzierung übermäßiger Hygienekontrollen von EU-zertifizierten Waren.

Ratnovski ist der Ansicht, dass das Preisniveau auch durch die Reduzierung temporärer Zölle und Einfuhrverbote für bestimmte Importe korrigiert werden könnte, da solche Maßnahmen nicht nur die Kosten direkt erhöhten, sondern auch kleinere Importeure abschreckten und den Wettbewerb zwischen Importeuren und Händlern einschränkten. Als wichtige Voraussetzung für eine Stärkung des Angebots nannte er zudem die Überprüfung und Einschränkung von Exklusivvertriebsvereinbarungen zwischen Herstellern und lokalen Partnern.

- Derzeit ist die Genehmigung der WettbewerbsBEHČRDE erforderlich, doch die Vergabe solcher Vereinbarungen sollte wohl eher die Ausnahme als die Regel werden - schloss Ratnovski.
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