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Ähnelt das Klima im Südosten Serbiens dem in Spanien und Griechenland?

Quelle: Klima101 Dienstag, 22.07.2025. 15:47
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(FotoPixabay/ELG21)
Die Regenfälle im Juli gingen weitgehend an Südostserbien vorbei – ein Trend, der sich in den kommenden Jahren verstärken könnte. Dr. Nikola M. Milentijevic von der Fakultät für Naturwissenschaften in Pristina bietet eine Analyse der aktuellen und zukünftigen Klimaaussichten der Region.

Nach dem trockensten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebte Serbien im Juli ein sehr wechselhaftes Wetter, geprägt von plötzlichen Temperaturstürzen, heftigen Regenfällen, Hagel und starken Winden. Offizielle Daten des Republikanischen Hydrometeorologischen Dienstes (RHMZ) zeigen jedoch deutliche regionale Unterschiede.

Während Städte wie Belgrad, Novi Sad und Loznica über 50 mm Regen erhielten – im Rahmen der für Juli üblichen Werte – verzeichneten die östlichen und südöstlichen Teile des Landes deutlich weniger. Seit Anfang Juni verzeichneten Orte wie Negotin, Niš, Leskovac, Dimitrovgrad und Vranje insgesamt weniger als 20 mm Niederschlag.

Laut RHMZ-Prognosen werden im Juli in den meisten Teilen des Landes normale Feuchtigkeitsbedingungen erwartet, während Süd- und Südostserbien weiterhin mit Trockenheit zu kämpfen haben werden, wobei in der Region Vranje eine extreme Dürre anhält.

Dieses Muster ist nicht unerwartet: Ost- und Südostserbien gehören zu den am stärksten von Dürre betroffenen Regionen des Landes.

In einigen Gebieten beträgt der jährliche Niederschlag durchschnittlich weniger als 600 mm. Dazu gehören die Becken von Niš, Leskovac und Vranje.

Das nationale Klimaanpassungsprogramm identifiziert diese Gebiete als besonders anfällig für langfristige Klimaveränderungen. Bis Mitte des Jahrhunderts wird erwartet, dass sie in ein semiarides Klima übergehen.

Gebiet mit semiaridem Klima

Ost- und Südostserbien weisen aufgrund ihrer Entfernung zum Atlantik und zur Adria sowie der Exposition gegenüber trockenen kontinentalen Luftmassen aus Ost- und Nordeuropa ein ausgeprägt kontinentales Klima auf. Diese Bedingungen werden durch die lokale Topographie verschärft, die die Feuchtigkeit begrenzt und die Trockenheit verstärkt.

Jüngste in der Zeitschrift Theoretical and Applied Climatology veröffentlichte Forschungsergebnisse untersuchten räumliche und zeitliche Trockenheitsmuster in der Region.

Die jährlichen Dürreindexwerte zeigen halbfeuchte Bedingungen in Niš, während andere Messstationen insgesamt feuchte Bedingungen melden. Die Trockenheit verstärkt sich jedoch in den Sommermonaten – von Juni bis September.

Saisonale Daten liefern klarere Einblicke: Die Winter sowie Teile des Frühlings und Herbsts bleiben feucht, während die Sommermonate Merkmale eines mediterranen Klimas mit einem ausgeprägten Feuchtigkeitsdefizit aufweisen.

Diese saisonale Trockenheit, wenn die Vegetation den größten Wasserbedarf hat, beeinträchtigt bereits die landwirtschaftliche Produktion. Die Landwirtschaft in der Region ist stark vom Niederschlag abhängig, die Bewässerungsinfrastruktur ist jedoch begrenzt.

Internationale wissenschaftliche Gutachten, darunter der Weltatlas der Wüstenbildung, prognostizieren, dass weite Teile Südeuropas zunehmend von semiariden Bedingungen betroffen sein werden, ähnlich denen in Teilen Spaniens, Griechenlands und der Türkei. Obwohl Südostserbien bereits zu den trockensten Regionen des Landes zählt, dürften sich diese Trends noch verstärken.

Trockenheit und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Es ist wichtig, zwischen Dürre und Trockenheit zu unterscheiden. Trockenheit bezeichnet einen chronischen Feuchtigkeitsmangel, der auf langfristigen Klimabedingungen beruht und ein charakteristisches Merkmal bestimmter geografischer Zonen ist.

In warmen, trockenen und halbtrockenen Regionen führen anhaltende Wasserdefizite zu erheblichen sozioökonomischen Auswirkungen, wie beispielsweise einem erhöhten Wasserbedarf.

Verschiedene Trockenheitsindizes spiegeln nicht nur den Klimawandel wider, sondern helfen auch, Vegetationsstress und potenzielle Naturgefahren zu identifizieren.

Die zunehmende Trockenheit wird voraussichtlich die Landwirtschaft im Südosten Serbiens, wo die Landwirtschaft die dominierende Wirtschaftstätigkeit darstellt, vor zunehmende Herausforderungen stellen.

Staatliche und lokale Verwaltungen müssen landwirtschaftliche Anpassungsstrategien entwickeln, um die Nachhaltigkeit von Nutzpflanzen zu unterstützen, die auf Sommerniederschläge angewiesen sind.

Traditionelle Nutzpflanzen – wie Tomaten, Paprika, Gurken und Getreide – sind unter diesen veränderten Bedingungen besonders gefährdet.

Begrenzte Bewässerungskapazität

Laut der Landwirtschaftszählung von 2023 weist Südostserbien den niedrigsten Anteil bewässerter Flächen im Land auf (nur 5,2 %), obwohl bis zu 8,5 % der landwirtschaftlichen Flächen bewässert werden könnten.


(FotoAJCespedes/shutterstock.com)
Die wichtigsten Bewässerungsquellen – Grundwasser (51 %) und Oberflächenwasser (25 %) – werden aufgrund sinkender Flussläufe und reduzierter Grundwasserreserven zunehmend belastet. Angesichts zunehmender Wasserknappheit müssen Bewässerungsstrategien auf reduzierte und Notfallbewässerung umgestellt werden.

Dieser Ansatz beinhaltet die Minimierung des Wasserverbrauchs ohne nennenswerte Beeinträchtigung von Ertrag oder Pflanzenqualität und die gezielte Bewässerung während der kritischsten Wachstumsphasen.

Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinträchtigen bereits heute nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Waldökosysteme, die Wirtschaftsplanung und den Umweltschutz. Die Gewährleistung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken angesichts langer Trockenperioden wird eine der größten Herausforderungen der Region sein.
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