Menschen, Schimpansen und Delfine nehmen ihre Umgebung auf ähnliche Weise wahr
Montag, 20.01.2014.
15:21
Einige japanische Forscher um Masaki Tomonaga von der Universität Kyoto haben nun eine Studie veröffentlicht, welche belegt, dass Delfine, Schimpansen wie auch der Mensch eine überraschend ähnliche optische Wahrnehmung haben.
Tomonaga und Kollegen untersuchten die Wahrnehmung zweidimensionaler Formen beim Großen Tümmler, einer in allen Weltmeeren verbreiteten Delfinart. Die Forscher erstellten dazu neun geometrische Formen mit wenigen einfachen Merkmalen – zum Beispiel gebogene und gerade Linien, offene Formen oder spitze Winkel.
Drei Große Tümmler aus dem Aquarium von Nagoya sollten zunächst eine ausgewählte Form mit der Nase antippen und diese anschließend aus angebotenen zwei Formen mit verschiedenen geometrischen Merkmalen wiedererkennen. So konnten die Forscher schließen, welche Strukturen die Delfine zum Wiedererkennen nutzen. Ähnliche Testaufgaben erhielten Schimpansen und Menschen.
In Anbetracht der Tatsache, dass Delfine als einzige der Spezies nicht an Land leben, schreiben die Forscher "Überraschenderweise ist die optische Wahrnehmung von Delfinen jener der Primaten sehr ähnlich".
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass alle drei untersuchten Arten die Welt ähnlich sehen, auch wenn sie sich unterschiedlich an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst haben und sich unterschiedlich stark auf ihre Augen verlassen. Während zahlreiche Studien sich mit dem Echolotsystem der Delfine beschäftigen, gibt es bisher kaum Untersuchungen zu den visuellen Fähigkeiten der Meeressäuger. Obwohl Delfine generell eine geringere Sehschärfe haben als Primaten, erkennen sie komplexe Gegenstände und Gesten.
Kyoto University

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