Banca Intesa Sanpaolo hat neuen Exekutivdirektor
Montag, 30.09.2013.
15:42
Der frühere Allianz-Vorstand Enrico Cucchiani ist nach einem heftigen Streit mit dem Aufsichtsrat als Chef der italienischen Grossbank Intesa Sanpaolo abgesetzt worden. In einer Mitteilung des Geldhauses hiess es am Sonntagabend, der 63-Jährige werde durch seinen Vize Carlo Messina ersetzt, der das für die Bank sehr wichtige Privatkundengeschäft leitet. Das Unternehmen nannte keine Gründe für die plötzliche Trennung.
Insidern zufolge steht Cucchiani wegen vieler einsamer Entscheidungen in der Kritik. Ausserdem soll er sich wiederholt gegen die Rettung italienischer Firmen mit Intesa-Geld stark gemacht haben. Solche Deals, um krisengeschüttelte Unternehmen in italienischer Hand zu halten, lehnte er ab, weil sie aus seiner Sicht zu riskant für die Bank waren. Am Ende hatte er sich laut Reuters-Informationen mit dem mächtigen Chef-Kontrolleur Giovanni Bazoli sowie einflussreichen Aktionären überworfen.
Cucchiani kam im November 2011 zur grössten italienischen Filialbank. Er ersetzte dort den langjährigen Firmenchef Corrado Passera, der damals in die Regierung von Mario Monti wechselte. Zuvor war Cucchiani lange im Allianz-Vorstand aktiv. Der Italiener, der an den US-Eliteuniversitäten Harvard und Stanford studierte und auch schon für die Unternehmensberatung McKinsey sowie das Modehaus Gucci gearbeitet hat, verantwortete bei Europas grösstem Versicherer mehrere europäische und südamerikanische Märkte.
Treibende Kraft hinter der jetzigen Cucchiani-Absetzung war Insidern zufolge der 80-jährige Bazoli. Mehrere Stiftungen unterstützten ihn. Diese halten zusammen in etwa ein Viertel der Intesa-Aktien.

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