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Kapital im Müll - Warum kann man in Serbien mit Sekundärrohstoffen nicht an einer Öko-Börse handeln?

Quelle: eKapija Dienstag, 25.06.2013. 16:34
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Podeli

Durch Eröffnung einer Ökobörse könnte man die Entstehung eines Marktes für Sekundärrohstoffe sowie die Entwicklung des Recyclings fördern und zugleich wichtige Naturressourcen bewahren. Der Handel wäre auf diese Weise transparent und Serbien kann ein Handelszentrum von internationaler Bedeutung bekommen - glaubt Sava Zivanovic, Direktor des Unternehmens "Tehnolosko partnerstvo" (dt. Technologie-Partnerschaft), der die Entwicklung dieser Handelsart in Serbien noch 2010 vorgeschlagen hat.

- Wir brauchen einen Ort, wo wir Preise auf eine einfache Weise gestalten und sehen sowie die Entsorgung von gefährlichen und ungefährlichen Abfällen überwachen könnten. Es handelt sich um eine besondere Art des Handels mit Sekundärrohstoffen, durch welche wir Monopole und Schattenwirtschaft in diesem Bereich direkt bekämpfen und eine schnellere Entwicklung der Recycling durch Reduzierung der Transaktions- und Ausschreibungskosten fördern könnten. 0,05-0,25% jeder Transaktion entfallen auf die Kosten für die Ausschreibung - erzählte Zivanovic in einem Interview für das Wirtschaftsportal "eKapija".

Die Eigentumsstruktur der Ökobörse würde die Möglichkeiten für den Mißbrauch auf das Minimum reduzieren oder sogar ausschließen.

- Unternehmen könnten sich mit max. 10% an der Börse beteiligen. Wir sind der Meinung, dass die größten Händler an der Ökobörse am Anfang ihre Besitzer sein sollten. Wir versuchen momenten diese Idee zu verwirklichen, aber wir haben auch auf den Widerstand der größten öffentlichen Unternehmen gestoßen.

Das Mineralölunternehmen "Naftna industrija Srbije" ist eines der größten Unternehmen, die sich an der Ökobörse beteiligen könnte. Wir haben bisher keine Antwort bekommen.

Keines der größten Unternehmen, die am Handel mit Sekundärrohstoffen potenziell teilnehmen könnten, haben das Projekt der Ökobörse unterstützt. Es gibt trotzdem jene, die eine Chance für sich in diesem Projekt sehen.

"Oleks" aus Uzice verarbeitet Sekundärrohstoffe, die es von großen Unternehmen wie NIS, Telekom Srbije, RB Kolubara, Elektromreza Srbije (EMS) kauft. Das Unternehmen gewinnt 250-300 t gemahlenes Kupfergranulats. Vertreter des Unternehmens behaupten, sie seien am Handel an der Ökobörse interessiert.

- Wir kaufen Sekundärrohstoffe von großen Unternehmen, die sie per Ausschreibung bieten. Wenn man diese Rohstoffe an der Ökobörse bieten würde, würden wir sie dort kaufen. So etwas gibt es momentan niicht - sagt Milanko Gordic, Inhaber von "Oleks" aus Uzice in einem Interview für "eKapija".

Der Direktor des Unternehmens "Tehnolosko partnerstvo" unterstreicht, dass der Staat das Projekt der Ökobörse nicht unterstützte:

- Wir sind überzeugt davon, dass die staatliche Unterstützung die Gründung eines Handelszentrums erleichtern würde, das sich zu einem der weltweit führenden Handelszentren für Sekundärrohstoffe entwickeln und als Grundlage für eine Reihe der finanziellen Dienstleistungen dienen könnte.

Verantwortliche im Ministerium für Energiewirtschaft, Entwicklung und Umweltschut versuchten, eine konkrete Antwort auf unsere Frage zur Entwiclung einer Ökobörse in Serbien zu vermeiden. Sie sagten uns nur, dass der Handel mit Sekundärrohstoffen eine Frage des Angebots und der Nachfrage bzw. des freien Marktes darstellt, weshalb sich das Ministerium darin nicht einmischen will. Das Gesetz über Abfallmanagement regelt außerdem klar das System der Abfallentsorgung durch Genehmigungen und andere Dokumente.

Dieses Handelsmodell besteht in Serbien nicht, das ganze Geschäft wickelt sich auf einer Werbetafel ab. "Es ist deshalb verständlich, dass dieses System die Abfallwirtschaft nicht kontrollieren kann", glaubt Zivanovic.

- Die Versteigerungen werden in Großbritannein seit mehreren Jahren genutzt. Z.B. für den Verkauf der abgeschriebenen militärischen Ausstattung. Man hat auch Versteigerungen mit im Voraus gewählten Teilnehmern eingeführt, um den Mißbrauch zu verhindern.

Der Handel mit Sekundärrohstoffen sei, laut Worten von Zivanovic, aussichtsreich. Es sei auch unbekannt, wie groß ist die Beteiligung des Marktes für Sekundärrohstoffen am Bruttoinlandspordukt (BIP) Serbiens, das bei 30 Mrd. Euro jährlich liegt:

- Man vermutet, dass der Betrag zwischen einige hundert Mio. und einer Mrd. Euro jährlich liegt. Andere schätzen, dass es um sogar 750 Mio. Euro jährlich geht, wobei 50% in der Schattenzone realisiert werden. Das Problem mit dem schwarzen Markt ist besonders groß im Bereich der gefährlichen Abfällen. Es ist unbekannt wie viel und wo genau solche Abfälle entsorgt werden.

Technologie-Partnerschaft

Das Unternehmen "Tehnolosko partnerstvo" wurde 2010 in Belgrad gegründet. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung der elektronischen Systeme für Wertpapierhandel und Entwicklung von medizinischen Geräten spezialisiert.

- Meine Frau und ich haben neun Jahre in England gelebt und gearbeitet, und vor drei Jahren nach Serbien zurückgekehrt. Wir haben dieses Unternehmen gegründet, um manche Sachen zu verbessern. Unser Unternehmen ist auf die Entwicklung von Softwares spezialisiert. Wir arbeiten in mehreren Branchen, entwickeln Anwendungsprogramme für medizinische Instrumente, Datensammlung, Vertrieb u.Ä. erzählte der Inhaber von "Tehnolosko partnerstvo" für "eKapija".

Suzana Obradović

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