Inder wollen Österreich-Filialen der Hypo kaufen?
Donnerstag, 16.05.2013.
15:34
Um die EU milde zu stimmen, sucht die Hypo einen Käufer für die Österreich-Tochter. Gute Karten hat die indische Srei-Gruppe.
Die Srei-Gruppe hat ihren Sitz in Kalkutta und notiert an mehreren Börsen. Sie ist eines der führenden privaten Finanzinstitute im Infrastruktursektor in Indien. Sie finanziert unter anderem Projekte in den Bereichen Energie, Telekom und Straßen. Die Srei-Gruppe verfügt in Indien nur über eine eingeschränkte Banklizenz, weil sie in erster Linie Unternehmen betreut. Die Inder wollen nun ihre Aktivitäten in Europa ausbauen. Dazu würde sich die Österreich-Tochter der Hypo Alpe Adria anbieten. Denn damit erhalten die Inder in der EU eine Banklizenz.
Nicht verkauft wird die Unternehmenszentrale der Hypo in Klagenfurt. Von dort sollen weiterhin die Aktivitäten in Südosteuropa und in Italien gesteuert werden.
Für den Steuerzahler ist der Verkauf der Österreich-Filialen ein Verlustgeschäft. Denn die Hypo hat die Österreich-Tochter, die vorwiegend in Kärnten tätig ist, mit einem Wert von 120 Millionen Euro in den Büchern. Dem Vernehmen nach wollen die Inder aber deutlich weniger zahlen. Ein Hypo-Sprecher sagte zur „Presse“, der Verkauf der Österreich-Tochter befinde sich in der „finalen Phase“ und soll bis Jahresmitte abgeschlossen sein. Zu weiteren Details und möglichen Bietern äußerte er sich nicht.
Der Verkauf des Österreich-Geschäfts ist ein Kompromiss. Die EU-Kommission verlangt, dass die gesamte Bank bis Jahresende verkauft oder geschlossen wird. Das lehnt Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ab, weil das mehrere Milliarden Euro kostet. Nun zeichnet sich ab, dass der österreichische Staat von der EU für den Verkauf der anderen Hypo-Tochter in Italien und in Südosteuropa mehr Zeit bekommt.
Addiko bank ad Beograd

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