Jelena Petković, Exekutivdirektorin in "Tigar" - Ohne Anpassungsfähigkeit und Vorhersagbarkeit lässt sich im realen Sektor nicht überleben
Mittwoch, 13.06.2012.
16:37
(Jelena Petković)
Das Unternehmen "Tigar" AG in Pirot gehört zu seltenen Industrieriesen, die die Transformation der Wirtschaft überlebt und erfolgreich privatisiert wurde, ohne eine Produktionsanlage oder Arbeitsplatz zu opfern. Die Basistätigkeit der Gesellschaft - Herstellung von Gummi und Autoreifen - wurde jahrzehntelang erfolgreich entwickelt. Der moderne internationalöe Markt verlangt aber- große Unternehmen als Entwicklungsträger. Es handelt sich um eines der besten Beispiele für die sogenannte "Exit-Strategie" in der Zeit der Transformation in Serbien, wenn es um den Preis für die Minderheitsbeteiligung geht sowie um die Tatsache geht, dass man alle Arbeitsplätze gerettet hat, sowohl im Werk übernommen von "Michelin" als auch in der Muttergesellschaft "Tigar" AG, die sich auf die Non-Core-Tätigkeiten orientierte und sie jetzt als Basistätigkeit entwickelt.
In einem Interview für "eKapija" betont Jelena Petković, Exekutivdirektorin in "Tigar", dass die Gummiindustrie sowie andere Geschäfte sowiel globalisiert sei, dass man Vorhersagbarkeit und Anpassungsfähigkeit für die Überlebung im Business benötigt.
- Wir waren entschlossen, in diesem Geschäft zu bleiben und haben uns so organisiert. Wir haben die Situation am europäischen Markt erforscht und sich um die Kapazitäten der europäischen Hersteller von Gummischuhen erkundigt, um zu sehen, ob es Platz für uns gibt. Wir haben nach einem Produkt gesucht, das von der Saison unabhängig ist bzw. Produkt für Kunden in der Industrie. Nach der Inbetriebnahme einer neuen Produktionsanlage, Verbesserung des Produktportfolios haben uns bald als führender Hersteller von Schutzschuhen aus Gummi profiliert. Es handelt sich um Gummischuhen die in der Bauwirtschaft, im Bergbau, Erdölindustrie, vom Feuerwehr, Forstwirten u.a. genutzt werden.
eKapija: "Tigar" hat aber auch einen Teil der Basistätigkeit verändert. Wie ist dazu gekommen?

- Wenn es um die Veränderung der Basistätigkeit geht, muss ich darauf hinweisen, dass das finische Unternehmen "Nokian" zu unseren größten Kunden gehört. Die Marke ist bei uns für seine Hightech-Ausstattung bekannt. "Tigar" hat vor einigen Jahren einen Teil des Produktportfolios des britischen Unternehmens "Hunter", des angesehenen Herstellers von Gummischuhen übernommen. Wir möchten Nischen in der Gummiindustrie finden, in denen wir uns in kürzester Zeit zum führenden Hersteller entwickeln konnten. Wir haben deshalb ein dänisches Unternehmen übernommen, spezialisiert auf Erzeugnisse aus recycelter Gummi. Einheimischen Kunden ist es nicht unbekannt, dass Sport- und Kinderspielplätze aus recycelter Gummi gebaut werden können. Wir sind überzeugt davon, dass solche Materialien bald zur Norm werden, aus Sicherheits- und Umweltschutzgründen.
Dank so gestaltetem Business-Modell gelang es "Tigar", seine Basistätigkeit innerhalb von drei Jahren zu verändern. Allen ist bekannt, wie schlecht die Geschäftsbedingungen in dieser Zeit waren und wir können, leider, mit einer Verbesserung auch in der kommenden Zeit nicht rechnen. Die Vorhersagbarkeit und Anpassungsfähigkeit bleiben, glaube ich, auch weiterhin die Voraussetzungen für die Überlebung im realen Sektor. Man muss natürlich ein hochwertiges Erzeugniss sowie die zahlungsfähige Kundschaft haben.
eKapija: Uskoro vas očekuje godišnja Skupština akcionara. Kakvo je viđenje najvećih akcionara kompanije, uključujući i državu, oko daljeg razvoja "Tigra"?
- Država se neće uključivati direktno u rad Skupštine akcionara, ali treba istaći da je u "Tigru" došlo do značajnog ukrupnjavanja kapitala, tako da sada grupa najvećih akcionara može veoma bitno da utiče na sve odluke Skupštine. U međuvremenu došlo je i do promene zakona. Nadzorni odbor koji je trebalo da bira kompanija, čine isključivo lica koja nisu zaposlena u "Tigru", što je velika novina. Uputili smo svim akcionarima poziv na jednak način, ali veliki akcionari koji imaju dovoljan procenat akcija i svojim glasovima utiču dominantno na odluke koje će Skupština doneti, imaju mogućnost da daju svoje predloge za sastav Nadzornog odbora, jer im Zakon na to daje pravo. Mi smo predložili Nadzorni odbor na čelu sa Draganom Nikolićem, koji je završio svoj radni vek u "Tigru", posle 20 godina na čelu kompanije, uspevajući da "Tigar", kroz neverovatno teška vremena sačuva i da obezbedi kontinuitet u poslovanju. Naš predlog je da Nadzorni odbor čine specijalisti u svojim oblastima, sa velikim radnim iskustvom, koji bi na osnovu stručnosti upravljali kompanijom. Za Skupštinu smo pripremili pored izveštaja i elemente plana.

Na ovaj način će vlasnici "Tigra" sagledati sve ono što je postojeći Upravni odbor, odnosno kako smo predložili - budući Nadzorni odbor uradio, kao i viziju daljeg razvoja kompanije do 2015. Cilj je završiti projekat fabrike hemijskih proizvoda, odnosno povezati fabriku hemijskih proizvoda sa fabrikom tehničke gume, kako bismo dobili dve jake proizvodne celine – Obuću i Tehničku gumu. Istovremeno, plan je da nastavimo da razvijamo distribucionu mrežu i idemo dalje intenzivno, uz sve poteškoće. Treba otvoreno ukazati na to da nas tzv. struktura izvora finansiranja, a to znači da ne budete zaduženi na kratak, već na dugi rok sa grejs periodom, sprečava da budemo mnogo bolji u poslovanju. Danas je mnogo manje važno koliko ste zaduženi, i za kompaniju i za državu, već kako ste zaduženi. Jer ako ste zaduženi na 10 godina to je jedna situacija, ali ako vi u kontinuitetu uzimate i vraćate, to je skupo i rizično i ne daje vam da se razvijate onoliko koliko vam kapaciteti i tržište dozvoljavaju.
eKapija: Euch steht die jährliche Hauptversammlung bevor. Wie betrachten die größten Aktionäre, wie der Staat, die weitere Entwicklung von "Tigar"?
- Der Staat wird sich nicht direkt in die Hauptversammlung einmischen, aber ich muss darauf hinweisen, dass die Gruppe der größten Aktionäre alle Entscheidungen der Versammlung beeinflussen kann. Das Gesetz wurde inzwischen abgeändert. Im Aufsichtsrat, der vom Unternehmen zu wählen ist, sind Persönlichkeiten außerhalb des Unternehmens, und das ist eine große Neuigkeit für uns. Alle Aktionäre wurden eingeladen, aber große Aktionäre können ihre Vorschläge für Mitglieder des Aufsichtsrat geben. Das Gesetz erlaubt ihnen das. Wir haben einen Aufsichtsrat unter der Leitung von Dragan Nikolic (20 Jahre an der Spitze des Unternehmen) vorgeschlagen, weil ihm gelungen ist, "Tigar" in den schwersten Zeiten zu bewahren und Kontinuität im Geschäft zu sichern. Wir möchten im Aufsichtsrat erfahrene Fachleute, die das Unternehmen entsprechend leiten können. Wir haben für die Versammlung den Jahresbericht und Elemente des Plans vorbereitet.

Inhaber von "Tigar" werden dadurch Einsicht in die Aktivitäten und Ergebnisse des bestehenden Vorstands bzw. des künftigen Aufsichtsrats erhalten sowie in die Vision der weiteren Entwicklung des Unternehmens bis 2015. Wir möchten das Projekt der chemischen Fabrik umsetzten, bzw. die chemische Fabrik mit der Produktionsstätte für technische Gummi verbinden und dadurch zwei starke Produktionseinheiten bilden - "Obuca" (dt. Schuhe) und "Tehnicka guma" (technische Gummi). Wir werden das bestehende Handelsnetz weiterhin entwickeln. Wir müssen auch darauf hinweisen, dass es die Finanzierungsstruktur - langfristige anstatt kurzfristige Verschuldung - verhindert, erfolgreicher zu sein. Heute ist nicht mehr wichtig wie viel, sondern wie man verschuldet ist. Wenn man auf eine Laufzeit von 10 Jahren verschuldet ist, das ist eine Situation, aber wenn man sich kontinuierlich verschuldet und Schulden tilgt, dass ist teuer und riskant und verhindert die Entwicklung im Einklang mit eigenen Potenzialen und Marktkapazitäten.
eKapija: Das erste Halbjahr 2012 kommt bald zu Ende. Uns ist bekannt, was am Makroplan in den ersten fünf Monaten passiert ist, aber wie hat sich das auf die Wirtschaft und ihre Dynamik ausgewirkt?
- Der reale Sektor lebt von Tag zu Tag. Wir müssen herstellen, liefern und bezahlt werden ... Jede Unterbrechung ist großes Problem für uns und erschwert zusätzlich ein bereits kompliziertes Geschäftsumfeld. Viele Ereignisse haben sich seit dem Anfang des Jahres auf unsere Geschäftstätigkeit ausgewirkt - eine Regierung, die andere, große Erwartungen ... In Hinsicht auf die oft besprochenen neuen Investitionen und Arbeitsplätzen möchten wir vor allem darauf hinweisen, dass wir die bestehenden Arbeitsplätze bewahren und uns auf den realen Sektor konzentrieren müssen. Parallel dazu muss man sich um neue Investoren bemühen. Unser Unternehmen versucht deshalb, alternative und günstigere Finanzierungsquellen zu finden.
Anstatt mutig und optimistisch auf die aktuelle Situation zu blicken, betrachten wir unsere Geschäftslage als eine große Herausforderung und Ungewissheit zugleich. Uns stehen große Lieferungen bevor, eine im Wert von fast 3,5 Mio. Euro bis 10. Juli bzw. wenn die regelmässigen Bestellungen mitgerechnet werden, im Gesamtwert von 4 Mio. Euro. Das bestätigt, einerseits, dass wir einen hochwertigen Markt haben, stellt aber auch eine anspruchsvolle Aufgabe dar, alles das in der Zeit der großen Zahlungsunfähigkeit zu finanzieren. Uns ist gelungen, unsere Finanzierungskette zu bewahren. Entscheidend war aber, dass wir auf Wünschen und Forderungen unserer Kunden eingehen, insbesondere weil wir von den Wetterbedingungen abhängen. Im Unteschied zum Vorjahr, das von einer langen Trockenperiode gekennzeichnet war, nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa, begann dieses Jahr mit starken Regenfällen. Unsere Kunden haben keine Vorräte mehr und verlangen kontinuierlich neue Lieferungen. Wir müssen deshalb sorgfältig handeln. Wenn man heute einen Markt hat, hat man alles. So etwas dürfte nicht aufs Spiel gesetzt werden.

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