Ikea steigt in den Markt für Unterhaltungselektronik mit chinesischem Partner ein
Donnerstag, 19.04.2012.
12:04
Das schwedische Möbelhaus Ikea steigt ins Geschäft mit Unterhaltungselektronik ein. Das Unternehmen verkauft ab Juni Multimedia-Möbel mit passenden Geräten und will so ordnungsliebende Kunden an sich binden.
Das schwedische Einrichtungshaus Ikea erweitert seine Produktpalette: Das Unternehmen will künftig Möbel mit dazu passenden Fernsehern und anderen Unterhaltungsgeräten anbieten. Gemeinsam mit dem chinesischen Elektronikkonzern TCL Multimedia sollen dafür eigens Produkte entwickelt werden.
Ikea will die Serie mit dem Namen "Uppleva" (zu deutsch: Erleben) bereits ab Juni in Deutschland, Schweden, Frankreich, Italien und Polen an den Start bringen. Ab Frühjahr 2013 sollen die Möbel weltweit auf den Markt kommen.
Geplant sind demnach drei unterschiedliche Designs. Zu jedem Möbelstück gehöre ein Flachbildfernseher und eine Musikanlage mit drahtlosen Bassboxen sowie CD-, DVD- und Blu-ray-Spieler, hieß es von Ikea. Die Fernseher würden in vier verschiedenen Größen mit Bildschirmdiagonalen zwischen 24 und 46 Zoll angeboten. Die günstigste Kombination soll etwa 730 Euro kosten.
Mit den Multimedia-Möbeln will Ikea ordnungsliebende, aber bastelfaule Kunden überzeugen: Das Unternehmen verspricht eine aufeinander abgestimmte Bauweise von Elektronik und Schrank, bei der die Kabel versteckt bleiben sollen. Ikea hatte bei einer Umfrage festgestellt, dass sich vier von fünf Befragten an den zahlreichen Kabeln ihrer Elektrogeräte im Wohnzimmer stören.
Doch erste Bilder der geplanten Möbelstücke rufen bereits Kritiker auf den Plan. Für das Design gibt es jetzt schon Kritik: Das Technik-Blog Engadget.de schreibt, "Uppleva" erinnere an "die klobigen Fernsehschränke der fünfziger Jahre" und wirke "damit so gar nicht zukunftsweisend".
Die Kooperation des von einer Stiftung kontrollierten Unternehmens mit den Chinesen ist nicht der erste Schritt über die Möbelbranche hinaus, Ikea diversifiziert sein Geschäft zusehends: Seit Jahren verkauft Ikea Hausgeräte, die zusammen mit Whirlpool und Electrolux entwickelt werden. TCL Multimedia bietet in Europa vor allem Fernseher unter den Marken TCL und Thomson an.
Ikea wagt sich in den Markt für Unterhaltungselektronik, obwohl sich das jahrelang boomende Geschäft zuletzt merklich abgekühlt hat. In entwickelten Märkten wie Westeuropa und den USA haben viele Verbraucher bereits die alten Röhrenfernseher durch Flachbildschirme ausgetauscht. Den Herstellern macht neben dem Nachfragerückgang auch ein massiver Preisverfall zu schaffen. Zu Umsatzerwartungen und Kosten für die neue Serie äußerte sich Ikea nicht.

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