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Bis 2030 sollen rund 1.500 MW neue, staatseigene Stromerzeugungskapazitäten entstehen – In diesem Jahr beginnen die Vorbereitungsarbeiten für das Pumpspeicherkraftwerk Bistrica

Quelle: RTS Montag, 09.03.2026. 09:57
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Podeli
Abbildung (FotoUnsplash/Dan Meyers)Abbildung
Laut Prognosen könnte Serbien bis 2030 rund 1.500 MW neue staatliche Stromerzeugungskapazitäten erhalten, was etwa 20 % der aktuellen Kapazitäten entspricht, so Energieministerin Dubravka Đedović Handanović.

Den staatlichen Plänen zufolge sind bis 2035 erhebliche Investitionen in die Stromerzeugung, die Gas- und Ölinfrastruktur sowie der Beginn des Ausbaus des Kernenergieprogramms vorgesehen.

Wie sie in einem Interview mit RTS erklärte, umfasst der Plan neben dem Bau neuer Gaskraftwerke auch den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien. Ein besonderes Projekt ist das Gaskraftwerk in Niš, das in Zusammenarbeit mit einem aserbaidschanischen Unternehmen realisiert werden soll.

- Ich gehe davon aus, dass das Gaskraftwerk in Niš zuerst fertiggestellt wird. Dies werden wir in Kooperation mit einem aserbaidschanischen Unternehmen tun - sagte die Ministerin.

Gleichzeitig plant der Staat zusätzliche Investitionen in Solarkraftwerke und Windparks. Elektroprivreda Srbije wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Eines der wichtigsten Projekte der kommenden Zeit ist der Bau des Pumpspeicherkkraftwerks Bistrica, das einen größeren Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz ermöglichen soll. Wie sie erklärte, ist das Projekt aufgrund der zahlreichen erforderlichen Genehmigungen und Verfahren sehr anspruchsvoll.

- Es ist sehr komplex, alle notwendigen Genehmigungen zu erhalten – von den Standortbedingungen bis hin zu den Baugenehmigungen - sagte sie.

Zahlreiche Institutionen sind in den Prozess involviert, von den Kommunen bis hin zu den für den Natur- und Kulturerbeschutz zuständigen Behörden.

- Viele Beteiligte müssen zu verschiedenen Dokumenten Stellung nehmen - fügte sie hinzu.

Laut Plan sollen die Vorbereitungsarbeiten für das Projekt noch in diesem Jahr beginnen.

- Wir werden bereit sein, mit den Vorbereitungsarbeiten, wie dem Bau von Zufahrtsstraßen oder der Verlegung von Infrastruktur, zu beginnen - sagte die Ministerin.

Die Baugenehmigung für die Hauptanlage wird bis Ende des Jahres erwartet. Die Japanische Agentur für Internationale Zusammenarbeit (JICA), die das Projekt seit Langem evaluiert, spielt auch bei dessen Umsetzung eine wichtige Rolle. Der Baubeginn könnte, sofern die Finanzierung genehmigt wird, bereits 2027 erfolgen.

Bezüglich EPS erinnerte sie daran, dass EPS seine Kapazität in den letzten anderthalb Jahren um 426 MW erhöht habe, was, wie man sagt, seit 1991 nicht mehr vorgekommen sei.

Das vergangene Jahr sei durch extrem schlechte hydrologische Bedingungen zusätzlich erschwert worden, da das Vorjahr das trockenste der letzten 31 Jahre gewesen sei, so die Ministerin. Aus diesem Grund hätten die Wasserkraftwerke deutlich weniger Strom produziert als zuvor.

- Sie arbeiteten fast 30 % weniger als 2023 - erklärte sie.

Serbien steht jedoch auch gegenüber der Europäischen Union vor Verpflichtungen zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen.

- Wir haben ein Problem mit der sogenannten CO₂-Steuer – einer Steuer auf Kohlendioxidemissionen - sagte die Ministerin.

Der größte Emittent ist das serbische Elektrizitätsunternehmen (EPS) aufgrund seiner Abhängigkeit von Kohlekraftwerken.

- Unsere Kohlekraftwerke sind nach wie vor sehr wichtig, da sie die Grundversorgung mit Energie sicherstellen - betonte Dubravka Đedović Handanović und fügte hinzu, dass erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne allein die Stabilität des Systems nicht gewährleisten könnten.

- Wir können die Grundversorgung durch Gas- oder Kernkraftwerke ersetzen - sagte die Ministerin.

Deshalb erwägt Serbien auch den Aufbau eines Kernenergieprogramms.

- Wir gehen davon aus, dass der Bau des ersten Kernkraftwerks bis 2035 beginnen wird - kündigte Ministerin Đedović Handanović an.

Bei der Vorbereitung dieses Projekts kooperiert der Staat mit dem französischen Unternehmen EDF, einem der größten Energiekonzerne Europas.

Geplant ist außerdem der Bau neuer Gaspipelines, die mehrere Regionen Serbiens verbinden sollen.

- Wir müssen rund tausend Kilometer neue Gaspipelines bauen - etonte sie.

Die Gasversorgung soll Teile Ost- und Westserbiens umfassen, darunter Städte wie Paraćin, Negotin und Zlatibor.

Gleichzeitig wird der Gasspeicher Banatski Dvor erweitert.

- Ich gehe davon aus, dass die meisten Arbeiten im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen sein werden - so der Minister.

Die Speicherkapazität soll auf rund 750 Millionen Kubikmeter Gas erhöht werden. Der Staat plant außerdem den Bau eines neuen Gasspeichers in Tilva, der die Gesamtkapazität deutlich steigern würde.

Neben dem Gas ist auch die neue Ölpipeline zwischen Serbien und Ungarn ein wichtiges Projekt. Dieses Projekt soll die Abhängigkeit von einer einzigen Öllieferroute verringern. Die Arbeiten könnten bereits Ende Sommer oder Anfang Herbst dieses Jahres beginnen.
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