Presse: Deutsche Unternehmen verlagern ihren Standort nach Ungarn und Serbien aufgrund deutlich günstigerer Arbeitskräfte
Abbildung (FotoShutterstock/4045)
Der Text führt Beispiele an: 2023 schloss der britisch-deutsche Autoteilehersteller GKN Driveline seinen Standort in Zwickau-Mosel, und mehr als 800 Mitarbeiter verloren ihre Arbeitsplätze, obwohl das Unternehmen keine Verluste gemacht hatte. Gleichzeitig wurde in Miskolc (Ungarn) mit staatlichen Subventionen ein neues Achswellenwerk errichtet.
– BMW eröffnete 2025 nach zwei Jahrzehnten sein erstes europäisches Werk in Debrecen. Über zwei Milliarden Euro wurden in das hochmoderne Werk investiert, in dem ausschließlich elektrische Fahrzeuge der neuen Klasse produziert werden. Langfristig sollen mehr als 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Im Februar 2025 kündigte Mercedes die Erweiterung seines bestehenden Werks in Kecskemét, Ungarn, um eine Milliarde Euro an. Mercedes gab außerdem bekannt, dass der Anteil der Produktion in Ländern mit niedrigeren Lohnkosten bis 2030 von 15 auf 30 Prozent steigen soll. Die Produktionskosten in Ungarn liegen rund 70 Prozent niedriger als in Deutschland. Darüber hinaus errichtet der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen zwei neue Werke in Ungarn, in Kecskemét und Debrecen. Bosch eröffnete Anfang 2025 ein neues Logistikzentrum in Miskolc mit einem Investitionsvolumen von 147,6 Millionen Euro.
Serbien, das kein EU-Mitglied ist, zieht ebenfalls deutsche Industrieunternehmen an. Im Februar 2023 eröffnete Continental ein Hightech-Elektronikwerk in Kac bei Novi Sad. Die 30.000 Quadratmeter große Anlage produziert Displays und Infotainmentsysteme. Der Konzern hat rund 150 Millionen Euro investiert, und es sollen etwa 1.500 Arbeitsplätze entstehen.
– Serbien lockt Investoren mit einem einzigartigen Vorteil. Das Land hat Freihandelsabkommen mit der EU, der Eurasischen Wirtschaftsunion, der Türkei, dem Vereinigten Königreich und ab Oktober 2023 auch mit China. In Serbien produzierte Waren können zollfrei in Märkte mit insgesamt rund 2,7 Milliarden Konsumenten exportiert werden. In 15 Freihandelszonen profitieren Unternehmen zudem von Zollbefreiungen auf importierte Materialien und Maschinen sowie von Steuervergünstigungen – so der Text.
– Marko Graf, Geschäftsführer der Handelskammer Osnabrück, kritisiert die deutschen Bedingungen. In Deutschland werde Investoren leider allzu selten der berühmte rote Teppich ausgerollt. Spätestens in der Umsetzungsphase hole sie die Bürokratie ein. In Ungarn und Serbien hingegen würden Investoren mit offenen Armen empfangen, Verfahren beschleunigt und Probleme pragmatisch gelöst, betont der Text.
– Die aktuellen Werksschließungen erinnern an die 1990er-Jahre, als nach der Wiedervereinigung unzählige Industrieanlagen in Ostdeutschland verschwanden – heißt es weiter.
Bereits 2022 stammte ein Fünftel aller serbischen Exporte aus der Automobilindustrie. Das Land hat sich von einem Agrarstaat zu einem festen Bestandteil der europäischen Lieferketten entwickelt.
Werke wie das ZF-Werk in Pančevo sind hochautomatisiert und rational organisiert, ohne die historisch gewachsenen Strukturen alter deutscher Fabriken. Wenn Forschung und Entwicklung des Konzerns nun mit der Produktion verlagert werden, gibt es kaum noch einen Grund, die Produktion in teureren Regionen zu halten. ZF eröffnete 2023 ein eigenes Entwicklungszentrum in Novi Sad mit 150 Ingenieuren, die an elektrischen Antrieben der nächsten Generation arbeiten. Hochqualifizierte Bereiche werden direkt in Serbien aufgebaut und nicht mehr unbedingt in Deutschland.
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Verlagerung deutscher Fabriken nach Serbien und Ungarn
Schließung von Werken in Deutschland
billigere Arbeitskräfte
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