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Chinesischer Automobil-„Blitzkrieg“ in Südosteuropa – Bulgarien als Einfallstor, Serbien als Produktionsstandort?

Quelle: eKapija Donnerstag, 22.01.2026. 12:08
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Podeli
(FotoShutterstock/Jenson)
Chinesische Automobilhersteller bauen ihre Präsenz in Südosteuropa zunehmend aggressiv aus. Dies geht aus einer Analyse des Mitteleuropäischen Instituts für Asienstudien (CEIAS) hervor, die am Beispiel Bulgariens veranschaulicht, wie diese Strategie, die mit einem „Blitzkrieg“ verglichen wird, in der Praxis funktioniert.

In einer aufschlussreichen Analyse vom Ende des letzten Jahres stellt das CEIAS fest, dass chinesische Unternehmen in Bulgarien in die Produktion und den Vertrieb von Autoteilen investieren und sich gleichzeitig an öffentlichen Ausschreibungen für Elektrofahrzeuge beteiligen. Dadurch können sie schnell Marktanteile gewinnen und mitunter bestehende Unternehmen in Schlüsselsegmenten übernehmen oder ersetzen.

Laut CEIAS ist das Ziel klar: der Aufbau regionaler Ökosysteme der Automobilindustrie, die Produktion, Teileversorgung, Marketing und Fahrzeugverkauf umfassen.

Obwohl einige frühere Projekte, wie beispielsweise von BYD und Great Wall Motor, scheiterten, gibt es nun Pläne, die Elektrofahrzeugproduktion in Lovech unter der Marke ORA wiederzubeleben. Gleichzeitig investieren Unternehmen wie ZS Europe (Shanghai Unison) und weitere, nicht namentlich genannte chinesische Firmen in die Produktion von Autoteilen und Transformatoren für den EU-Markt.

Dongfeng hat seine Marktpräsenz seit 2021 deutlich ausgebaut, 13 Showrooms eröffnet und bietet 12 Modelle an. Dazu gehören aggressive Marketingaktivitäten wie das Sponsoring von Kultur- und Sportveranstaltungen. Chinesische Marken halten derzeit einen Marktanteil von rund 3,2 %. Aktuell vertreiben drei chinesische Hersteller ihre Fahrzeuge in Bulgarien, und diese Zahl soll bald auf sieben steigen.

Weitere Hersteller wie NIO, Geely, Chery und Leapmotor planen oder erweitern bereits ihre Präsenz im Land und kombinieren dabei lokale Vertriebskanäle mit bestehenden europäischen Zulieferern und Mobilitätsanbietern.

CEIAS weist darauf hin, dass dieser Ansatz chinesischer Unternehmen langfristige Auswirkungen auf die Produktionskapazitäten in der Region haben und potenziell Raum für eine stärkere Beteiligung chinesischer Unternehmen an der Fahrzeugmontage und -lieferung schaffen könnte.

Obwohl Bulgarien im Fokus steht, zeigt die Analyse, dass Serbien ebenfalls im Zentrum der langfristigen Pläne Chinas für die Region steht. CEIAS erklärt: „Dongfeng ist weiterhin daran interessiert, seine Beteiligung an der Stellantis-Gruppe, die ein Werk in Serbien betreibt, zu erhöhen.“

Diese Vorwürfe wurden von den betroffenen Unternehmen bisher nicht bestätigt. Bekannt ist, dass der chinesische Staatskonzern Dongfeng Motor Corporation zuvor Anteile an der Stellantis-Gruppe hielt. Im November 2023 kaufte Stellantis jedoch 50 Millionen seiner Aktien von Dongfeng zurück. Nach dieser Transaktion behielt Dongfeng rund 49,2 Millionen Aktien, was nach der Aktienentziehung etwa 1,58 % des Stellantis-Kapitals entspricht.

Es sei außerdem daran erinnert, dass Serbien schon seit Längerem im Fokus chinesischer Investitionen im Automobilsektor steht. Mehrere chinesische Unternehmen haben dort Werke zur Herstellung von Autoteilen eröffnet, und im vergangenen Jahr bekundete das chinesische Unternehmen GEB-Shandong Golden Empire Precision Machinery Technology Interesse am Bau eines Werks in Serbien, das Teile für BMW produzieren soll. Auch der chinesische Hersteller Chery Automobile kündigte die Möglichkeit eines Werkseröffnungs in Serbien an, während der ebenfalls aus China stammende Hersteller JMEV plant, bis zu 5.000 Elektroautos pro Jahr in Sremska Mitrovica zu montieren.

Diese Liste, die keineswegs vollständig ist, bestätigt, dass Serbien eine strategische Position in der regionalen Strategie chinesischer Automobilunternehmen einnimmt.

B. P.
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