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Rade Furtula, Presales Manager für Osteuropa bei Kaspersky – Vorsicht und Wachsamkeit sind der beste Schutz vor Phishing-Angriffen

Quelle: PR Dienstag, 04.11.2025. 12:43
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(FotoDjordje Tomić)
Phishing gehört zu den immer häufiger auftretenden Betrugsmaschen, insbesondere in Unternehmen. Wie gefährlich diese Art von Angriff heutzutage im Zeitalter zunehmender künstlicher Intelligenz ist, wie man sich davor schützen und wie man ihn verhindern kann, erklärt Rade Furtula, Presales Manager für Osteuropa bei Kaspersky.

Cyberkriminelle und Angreifer, die Phishing-Angriffe durchführen, nutzen bereits routinemäßig generative KI-Tools, Deepfake-Technologie, die Nachahmung elektronischer und physischer Signaturen sowie biometrische Daten.

KI-generierte E-Mails oder Nachrichten sind deutlich personalisierter und überzeugender und enthalten keine Grammatikfehler, die leicht auf Phishing hindeuten könnten.

Darüber hinaus können Cyberkriminelle sehr leicht gefälschte Websites erstellen – Imitationen bekannter Marken. Dadurch können sie nicht nur Privatnutzer, sondern auch Geschäftskunden (mit Firmen-E-Mail-Adressen) ins Visier nehmen – wie der Anstieg entdeckter Spam- und Schadsoftware-Anhänge in Firmenpostfächern zeigt.

Phishing entwickelt sich zunehmend von massenhaften und relativ einfachen Betrugsversuchen hin zu raffinierteren und schwerer zu erkennenden Methoden, was sowohl erfahrene Nutzer als auch Sicherheitssysteme vor Herausforderungen stellt.

Vorsicht und Wachsamkeit sind der beste Schutz vor diesen Angriffen. Wir sollten uns angewöhnen, regelmäßig den Namen und die Adresse des Absenders sowie den Inhalt der Nachricht zu überprüfen. Selbst wenn der Absender seriös wirkt, die Nachricht aber zu einer ungewöhnlichen Handlung auffordert, sollten wir einen alternativen Kanal (z. B. telefonisch) nutzen.

Achten Sie außerdem auf die URL-Adressen der besuchten Websites: Mögliche Buchstabenersetzungen („0“ statt „O“, „1“ statt „I“) können auf eine gefälschte Seite hinweisen.

Eine regelmäßig aktualisierte, zuverlässige Sicherheitslösung, die Phishing-Kampagnen erkennen und blockieren kann, sowie regelmäßige, hochwertige Schulungen für Benutzer und Mitarbeiter können uns bei dieser Aufgabe ebenfalls helfen: Regelmäßiges Training und Simulationen von Phishing-Angriffen verringern die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs.


Was zählt zu den raffiniertesten Angriffen im Bereich der Informationssicherheit?

– Traditionell zählen gut organisierte APT-Gruppen zu den raffiniertesten Angriffen. Sie nutzen sogenannte Zero-Day-Schwachstellen in gängigen Programmen oder Backdoor-Module zur Spionage aus.

Im ersten Fall handelt es sich um Schwachstellen im Programm selbst, der Anwendung oder dem Betriebssystem, die Cyberkriminelle entdecken, noch bevor die offizielle Nutzung der jeweiligen Programmversion begonnen hat. Das bedeutet, dass es für diese Schwachstellen noch keinen Patch gibt.

Unsere Experten haben in den letzten zehn Jahren über 30 solcher Schwachstellen in einigen der bekanntesten Softwarelösungen entdeckt.

Bei Backdoor-Modulen handelt es sich um unbekannte Schwachstellen im Code, die Cyberkriminellen unbefugten Zugriff auf private Daten ermöglichen. Sie sind in der Regel sehr schwer zu erkennen.

Raffinierte Angriffe sind meist nicht massenhaft, sondern zielen auf Infrastrukturen der Betriebstechnik (OT) und der industriellen Steuerungssysteme (ICS) ab. Biometrie, Automatisierungssysteme, der Energiesektor.

Im ersten Quartal dieses Jahres haben wir Angriffe auf mehr als ein Fünftel (21,9 %) der ICS-Computer registriert und abgewehrt. Diese Systeme sind auch häufig Ziel von sogenannten Lieferkettenangriffen. Dabei kompromittieren Angreifer einen Lieferanten oder Partner, um die eigentlichen Opfer zu erreichen. Dies erschwert die Erkennung und erhöht die Reichweite.

Welche Länder und Branchen sind am stärksten von Angriffen betroffen?

– Traditionell zielen Cyberkriminelle auf Branchen ab, von denen sie sich die größten finanziellen Vorteile versprechen, wie Finanzdienstleistungen und Bankwesen. Darüber hinaus stehen kritische Infrastrukturen (Energie, Öl und Gas), Telekommunikation, Regierung und Verteidigung ebenfalls im Fokus.

Geografisch betrachtet folgen die komplexesten Angriffe geopolitischen Konflikten und Akteuren. Doch kein Land und keine Person ist vor Cyberkriminellen sicher – sei es aus materiellen Gründen oder wegen vertraulicher Informationen, die sie auf dem Schwarzmarkt verkaufen können.

Was verstehen wir unter fortschrittlichen Sicherheitssystemen?

Unter diesem Begriff verstehen wir eine Kombination aus Technologien, Prozessen und Strategien, die über den herkömmlichen Ansatz von Virenschutz und Firewall hinausgehen.

Dazu gehören kontinuierliche Netzwerküberwachung und ein fortschrittlicher Endgeräteschutz, der nicht nur bekannte Bedrohungen erkennt, sondern auch Verhaltensanalyse, Aktivitätsanalyse und Rollback-Funktionen nutzt, um durch Malware verursachte Schäden zu beheben.


(FotoDjordje Tomić)
In größeren Organisationen ist der Einsatz prädiktiver Verfahren unerlässlich. Dazu gehören Threat Intelligence (Zugriff auf umfangreiche Bedrohungsdatenbanken) und Managed Detection and Response (MDR)-Dienste, die eine schnelle Reaktion bei einem erkannten Vorfall ermöglichen.

Auch die Organisationen selbst setzen auf fortschrittliche Systeme, darunter Netzwerksegmentierung, Zugriffskontrolle für Anwendungen (Whitelisting/Blacklisting), Patch-Management und Datenverschlüsselung auf Endgeräten. Unverzichtbar sind zudem Mitarbeiterschulungen, Angriffssimulationen und integrierte, organisationsweit vordefinierte Prozesse zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.

Kurz gesagt: Fortschrittlicher Schutz bedeutet mehrschichtige Sicherheitsarchitektur, aktive Erkennung, schnelle Reaktionszeiten und spezialisierte Tools für spezifische Netzwerktypen (IT + OT).


Experten betonen die Wichtigkeit digitaler Forensik nach einem Sicherheitsvorfall. Was genau beinhaltet sie?

– Dem stimme ich zu. Forensik bedeutet, dass es nicht ausreicht, den Vorfall einfach nur zu beheben, sondern dass der Angriff gründlich analysiert werden muss, um den Schutz zu verbessern und Risiken zu minimieren.

In der Praxis heißt das, technische, analytische und verfahrenstechnische Methoden anzuwenden, um genau zu ermitteln, was, wie und wann passiert ist und welche Systeme betroffen waren. Dazu gehört auch die Analyse der Schadsoftware und der Angriffselemente: Wie ist die Schadsoftware in das System gelangt (z. B. über einen Phishing-Link oder eine Sicherheitslücke)? Welche Module hat sie kontrolliert? Welche Daten wurden exfiltriert oder verändert?

All dies ist notwendig, um den Umfang des Vorfalls zu bestimmen: Welche Systeme wurden kompromittiert? Wie lange hat sich die Schadsoftware im System aufgehalten? Wurden Daten offengelegt? Wurde eine Verschlüsselung durchgeführt? Welche Berechtigungen haben die Angreifer erlangt?

Forensische Analysen tragen neben regulatorischen und rechtlichen Verfahren auch zur Wiederherstellung der Systemfunktionsfähigkeit bei und liefern häufig Empfehlungen für Sicherheitsmaßnahmen und Prozessänderungen, um zukünftige Vorfälle zu verhindern.


Datenschutz ist stets von höchster Bedeutung. Wie lässt sich Datendiebstahl verhindern, welche Datenwiederherstellungssysteme gibt es und wie sieht es mit Backups aus?

– Datenschutz umfasst die Verhinderung von Datenverlust und unbefugtem Zugriff sowie die Wiederherstellung im Falle eines Vorfalls.

Es ist sehr wichtig, dass Unternehmen den Schutz an ihre spezifischen Bedürfnisse und ihre IT-Infrastruktur anpassen. Einige universelle Regeln lauten jedoch:

– Anwendung des Prinzips der minimalen Berechtigungen: Benutzer und Dienste sollten nur den notwendigen Zugriff auf Daten haben.

– Daten- und Netzwerksegmentierung: Kritische Daten dürfen nicht über den öffentlichen oder weniger geschützten Teil des Netzwerks zugänglich sein.

– Datenverschlüsselung im Ruhezustand und während der Übertragung: So wird sichergestellt, dass die Daten im Falle eines Diebstahls ohne den entsprechenden Schlüssel nicht lesbar sind.

– Zugriffskontrolle und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für den Zugriff auf kritische Informationen und Systeme.

– Überwachung und Erkennung von Zugriffsanomalien: Bei unbefugtem Zugriff auf oder Datenabfluss ist schnelles Handeln erforderlich.

– Schutz von Endgeräten und Netzwerken, um das Eindringen von Schadsoftware und die damit verbundene Datenexfiltration (z. B. über eine Hintertür) zu verhindern.

– Mitarbeiterschulung: Viele Vorfälle beginnen mit menschlichem Versagen (Klicken auf einen Link, Öffnen von E-Mail-Anhängen, Senden von Daten über ungeschützte Kanäle).

Darüber hinaus ist die regelmäßige Datensicherung wichtiger Daten und Systeme – idealerweise an mehreren Standorten (vor Ort, extern, Cloud) – mit regelmäßigen Tests des Wiederherstellungsprozesses eine Grundvoraussetzung für die Sicherheit. Eine Datensicherung ist nur dann nützlich, wenn sie schnell und erfolgreich wiederhergestellt werden kann.

Durch eine integrierte Datenschutzstrategie, regelmäßige Datensicherungen und einen definierten Wiederherstellungsprozess können Sie die finanziellen und Reputationsrisiken im Zusammenhang mit Datendiebstahl oder -verlust reduzieren.

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