Quantencomputing: Warum wir die drei größten Cybersicherheitsbedrohungen nicht ignorieren können
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Mittwoch, 08.10.2025.
09:45
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(FotoWright Studio/shutterstock.com)
Was hat Mooresches Gesetz damit zu tun?
Da klassische Computer an ihre physikalischen Grenzen stoßen, verlangsamt sich ihr Leistungswachstum, was den Fortschritt in Bereichen, die auf komplexen Berechnungen basieren, einschränkt.
Ihre praktische Anwendung ist jedoch vorerst auf enge und experimentelle Bereiche beschränkt – aktuelle Quantencomputer verfügen nur über wenige hundert physikalische Qubits und kein robustes Fehlerkorrektursystem.
Deloittes Global Future of Cyber-Studie aus dem Jahr 2024 unterstreicht ebenfalls die Notwendigkeit einer sofortigen Reaktion auf diese Bedrohungen. Demnach bewerten 83 % der Unternehmen bereits die mit Quantencomputing verbundenen Risiken oder ergreifen Maßnahmen zu deren Minderung. Dies zeigt das wachsende Bewusstsein und die Existenz proaktiver Strategien im privaten Sektor.
Regierungen und Unternehmen weltweit investieren enorme Summen in die Forschung und Entwicklung von Quantentechnologien, was das wachsende Bewusstsein für dieses Thema und die proaktive Planung weiter bestätigt.
Die Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz von Quantencomputern in den nächsten 10 bis 15 Jahren sind bereits vorhanden:
• Prognosen für die 2030er Jahre gehen davon aus, dass Computer über Tausende von Qubits verfügen werden.
• Google hat Pläne angekündigt, bis Ende des Jahrzehnts eine Maschine mit einer Million Qubits zu bauen.
• Führende Länder haben nationale Quantenprogramme gestartet und weltweit Milliarden von Dollar investiert.
• Zehn leistungsstarke Quantensysteme werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zehn Jahre einsatzbereit sein.
Ein Ziel für fortgeschrittene Akteure: Wo verbergen sich die Risiken?
(FotoMaksim Kabakou/shutterstock.com)
Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Kleinkriminelle an solch fortschrittliche und teure Technologie gelangen, ist die Bedrohung durch fortgeschrittene und persistente Bedrohungen (APT-Gruppen) und staatlich geförderte Akteure sehr real.
Zu den potenziellen Bedrohungen zählen das Abfangen und Entschlüsseln vertraulicher diplomatischer, militärischer und finanzieller Kommunikation sowie die Entschlüsselung privater Verhandlungen in Echtzeit – was Quantensysteme deutlich schneller als klassische Computer durchführen könnten, wodurch vertrauliche Gespräche öffentlich zugänglich würden.
1. Jetzt speichern, später entschlüsseln: Die größte Bedrohung der kommenden Jahre
Bedrohungsakteure sammeln bereits heute verschlüsselte Daten mit der Absicht, diese später zu entschlüsseln, wenn die Quantentechnologien weiterentwickelt werden.
Diese Taktik des „Jetzt speichern, später entschlüsseln“ könnte sensible Informationen noch Jahre nach ihrer Übertragung offenlegen – darunter diplomatische Korrespondenz, Finanztransaktionen und private Kommunikation.
Dieses Konzept wird auch durch die gemeinsame Erklärung der 18 EU-Mitgliedstaaten bestätigt:
„Dies ist eine Bedrohung in Fällen, in denen die Vertraulichkeit von Daten über einen langen Zeitraum geschützt werden muss (z. B. sensible personenbezogene Daten oder Geschäftsgeheimnisse). Wir fordern die öffentliche Verwaltung, Anbieter kritischer Infrastrukturen, IT-Unternehmen sowie die gesamte Branche auf, dem Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie absolute Priorität einzuräumen. Organisationen und Regierungen sollten jetzt mit dem Übergang beginnen.“
2. Blockchain- und Kryptowährungssabotage
Blockchain-Netzwerke sind nicht immun gegen Quantenbedrohungen. Der digitale Signaturalgorithmus (ECDSA) von Bitcoin, der auf elliptischer Kryptografie (ECC) basiert, ist besonders anfällig.
Zu den potenziellen Risiken gehören:
• Angriffe auf ECDSA-Mechanismen zum Schutz von Krypto-Wallets,
• Veränderung des Transaktionsverlaufs in der Blockchain, wodurch das Vertrauen und die Integrität des Systems untergraben werden.
3. Quantenresistente Ransomware-Lösung: eine neue Verteidigungslinie
Es ist möglich, dass Entwickler und Betreiber fortschrittlicher Ransomware in Zukunft Post-Quanten-Kryptografie zum Schutz ihrer Malware einsetzen.
„Derzeit bietet Quantencomputing keine Möglichkeit, durch bestehende Ransomware gesperrte Dateien zu entschlüsseln. Datenschutz und -wiederherstellung hängen weiterhin von traditionellen Sicherheitslösungen und der Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden, Quantentechnologieforschern und internationalen Organisationen ab“, so Sergey Lozhkin, Leiter des Kaspersky GReAT-Teams für META und APAC.
Aufbau einer quantensicheren Verteidigung
Quantencomputer stellen noch keine direkte Bedrohung dar, doch wenn sie es werden, könnte es zu spät zum Handeln sein.
„Die Cybersicherheits-Community, IT-Unternehmen und Regierungen müssen ihre Aktivitäten und Anstrengungen koordinieren, um zukünftige Risiken zu verhindern und die Entstehung systemischer Schwachstellen zu vermeiden, die später nicht mehr behoben werden können“, sagt Sergey Lozhkin.
Der Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie wird Jahre dauern. Die Vorbereitungen müssen jetzt beginnen, denn die Entscheidungen, die wir heute treffen, bestimmen die Widerstandsfähigkeit unserer digitalen Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte.
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