Vollständige Liberalisierung des Agrarmarktes ab 2012 - Was bedeutet das für serbische Landwirtschaft?
Sonntag, 11.09.2011.
22:47
Ab dem 1. Januer 2012 sollten der Import und Expot von landwirtschaftlichen Erzeugnissen in die Europäische Union sowie die Einfuhr ähnlicher Produkte aus Kroatien im Rahmen des CEFTA-Abkommens vollständig liberalisiert werden, gab gestern Abend der Assistent des serbischen Landwirtschaftsministers Miloš Milovanović an der regelmässigen Herbstsitzung des Slowenischen Business-Klubs bekannt.
Die Liberalisierung des Agrarmarktes gehört zum Interim/Handelsabkommen mit der EU, der seit fünf Jahren, stufenweise in Serbien implementiert wirde, erinnerte Milovanovic ud erklärte, dass es in Wirklichkeit um Zollerleichterungen oder völlige Abschaffung solcher Gebühren für solche Artikel aus der EU geht.
Wenn es um die Liberalisierung des Marktes in der CEFTA-Region geht, hob Milovanović hervor, dass Serbien den Import solcher Erzeugnisse aus Kroatien vollständig liberalisieren wird, genauso wie für alen andere CEFTA-Mitglieder.
50% des serbischen Exports von landwirtschaftlichen Erzeugnissen entfallen auf CEFTA-Länder, weshalb es um einen äußerst wichtigen Exportmarkt für unser Land geht, sagte er und fügte hinzu, dass die Abschaffung des Zolls für den Import aus Kroatien die Abschaffung aller Gebühren für die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten einschließt.
Und wenn es um die Versorgung des einheimischen Marktes mit primären landwirtschaftlichen Erzeugnissen geht, wies er auf den diesjährigen Ernteertrag von 2,1 Mio. t Weizen - um 15-20% höheren als geplant, hin. Er glaubt, dass man den Export von 500.000 t erlauben würde.
Restliche 1,6 Mio. t garantieren die ungestörte Versorgung des einheimischen Marktes bis nächste Ernte und die Stabilität der Preise, so Milovanović.
Höhere Ernteerträge werden auch bei Ölpflanzen erwartet, und man kann auch hier mit stabilen Preisen und kontinuierlicher Versorgung des Marktes mit Speiseöl rechnen.
Die Fläche bebaut mit Zuckerrübe ist geringer als im Vorjahr, aber dass sollte für die Versorgung einheimischen Marktes zu ermässigten Preisen ausreichen, glaubt er.
Mangelhafte Ausbildung und Uninformiertheit führen zur Armut
Der Vorsitzende der Gesellschaft der Agrarökonomen Serbiens und Professor an der Fakultät für Landwirtschaftswissenschaft in Belgrad Miladin Ševarlić wies an der Sitzung des Slowenischen Businessklubs darauf hin, dass die Wiederbelebung und Förderung der landwirtschaftlichen Genossenschaften nach dem Vorbild entwickelter Länder wie Frankreich, USA, Japan, Deutschland und die Niederlande eine grope Entwicklungschance für Serbien darstellt.
Es gibt fast eine Milliarde Genossenschaftsmitglieder weltweit und fast 100 Mio. Beschäftigte in diesem Sektor, die eine Hälfte der Lebensmittel für die ganze Menschheit herstellen.
In Serbien gibt es 2.381 aktive Genossenschaften, 1.585 registriert als landwirtschaftlich Genossenschaften. Es handelt sich um Sektor, den niemand während der Wirtschaftskrise "gerettet hat", so Ševarlić.
Er zitierte den Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft Theodore W. Schultz, der "Armut als Folge der unerkannten Rentabilität der Landwirtschaft" gesehen hat.
Ministarstvo poljoprivrede, šumarstva i vodoprivrede Republike Srbije
Slovenački poslovni klub Beograd
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