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Wie hat das Wiener Klinikum die Pandemie überwunden?- Auch in Krisenzeiten offen für ausländische Patienten

Quelle: eKapija Dienstag, 17.05.2022. 15:44
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(FotoDragan Petrović)
Die durch die Coronavirus-Pandemie verursachte Gesundheitskrise hat Anfang 2020 praktisch die ganze Welt lahmgelegt. Die Folgen waren auf allen Ebenen zu spüren – es gab Probleme in Lieferketten, viele Jobs fielen weg, Menschen standen vor einer existenziellen Krise. Die größte Last der Pandemie trug jedoch das medizinische Personal. Alle Gesundheitseinrichtungen weltweit mussten ihren Betrieb komplett neu organisieren und sich den Bedingungen unter der Pandemie anpassen.

Die vergangenen zwei Jahre waren auch für eine der ältesten Privatkliniken Europas, die Wiener Privatklinik, sehr herausfordernd. Angesichts einer beispiellosen Krise mussten sie schnell reagieren, um ihre Patienten bestmöglich zu versorgen. Trotz zahlreicher Herausforderungen und Problemen gelang es ihnen. Und die Türen dieser Wiener Klinik standen für in- und ausländische Patienten fast immer offen.

Wir mussten die Arbeit im Krankenhaus komplett neu organisieren, um den ununterbrochenen Patientenfluss zu ermöglichen und eine „covidfreie“ Zone zu bleiben. Dies war besonders wichtig, weil wir eine große Anzahl sehr empfindlicher Patienten haben, wie zum Beispiel Onkologie- oder OP-Patienten, deren Immunsystem bereits deutlich geschwächt ist. Deshalb mussten wir unser Bestes tun, um unsere Mitarbeiter und Patienten gesund zu halten. Ich muss sagen, dass wir damit sehr erfolgreich waren – sagte Emma Hafner, Leiterin für Marketing und Internationale Patienten des WPK.

In diesem Wiener Krankenhaus sind sie stolz darauf, ihre Patienten auch während der Corona-Zeit bestmöglich medizinisch versorgt haben zu können.

Fast die ganze Zeit standen unsere Türen für Patienten aus dem In- und Ausland offen. Die Ausnahme ist der Lockdown, als alles geschlossen war. Die Reisebeschränkungen, die alle Länder hatten, waren auch ein Problem, dass für unsere Patienten aus dem Ausland ein erschwerender Umstand war - sagt Hafner.
Journalisten aus Belgrad beim Besuch des WPK (FotoDragan Petrović)Journalisten aus Belgrad beim Besuch des WPK

Dem WPK gelang es dennoch im Dienste ihrer Patienten zu stehen.

Die Einreise nach Österreich zur Behandlung war nur für Patienten möglich, die über eine eindeutige medizinische Dokumentation verfügten, aus der hervorgeht, dass sie ein gesundheitliches Problem haben, das dringend gelöst werden muss. Sie haben von uns spezielle Briefe erhalten, die dies bestätigen, sodass wir ständig mit der Grenzkontrolle am Flughafen in Kontakt standen, da sie jeden, der in das Land einreist, streng überwacht und kontrolliert haben. Es war eine neue Herausforderung, die wir vorher nicht hatten. Wir mussten lernen wie wir unsere Patienten unterstützen konnten um Ihnen eine Behandlung bei uns zu ermöglichen. - sagte Hafner.

Sie fügt hinzu, dass sie auch Krebspatienten hatten, bei denen die zuvor begonnene Behandlung fortgesetzt werden musste.

Wir konnten sie trotz Covid nicht ohne Behandlung lassen. Es war sowohl für die Patienten als auch für uns eine Herausforderung, aber ich denke, wir haben alles bestmögliche getan und es geschafft - betonte sie.

Ein weiterer Schritt, den diese Klinik unternommen hat, um im Dienste ihrer Patienten zu stehen, ist die Errichtung des WPK-Online-Gesundheitszentrums, das sich als ein Volltreffer erwiesen hat, so Hafner.

Zu Zeiten von Corona kamen wir auf die Idee, eine Online-Videoberatung zu ermöglichen und so für unsere Patienten aus dem Ausland erreichbar zu sein. Da ich der Initiator dieses Projekts war, kam mir im ersten Moment die Idee ein Online-Zentrum nur für bestimmte Diagnosen einzurichten, aber es stellte sich heraus, dass diese Online Beratungen ein voller Erfolg sind und für fast alle medizinische Fälle möglich sind.
(FotoDragan Petrović)
Das WPK Online Healthcare Center funktioniert folgenderweise: Sie müssen zunächst einen kostenlosen Rückruf von den für die Kommunikation mit Patienten zuständigen Managern anfordern. Er wird Ihren Fall weiter verfolgen und Sie aufgrund Ihres Gesundheitsproblems mit dem zuständigen Arzt verbinden. Danach bekommt man einen Termin für die Videoberatung des ausgewählten Arztes mit dem Patienten.

All dies geht, wie sie sagten, sehr schnell und es kommt oft vor, dass die Antwort auf die Beratungsanfrage innerhalb eines Tages eintrifft.

Obwohl die Pandemie das WPK in gewissem Maße beeinträchtigt hat, ist die Zahl der in diesem Krankenhaus behandelten Patienten nicht wesentlich zurückgegangen.

Die Krise hat uns sicherlich geschadet, das 2020 am stärksten zu spüren war, insbesondere zu Beginn der Pandemie. Später stabilisierte sich die Situation jedoch und im vergangenen Jahr war es viel besser, genauer gesagt auf dem Niveau von 2019 - sagte der Geschäftsführer der Klinik, Prim. Dr. Walter Ebm.

Die Preise für Dienstleistungen haben sich während der Pandemie nicht geändert, die Kosten sind jedoch erheblich gestiegen.

Das Krankenhaus hatte erhebliche Kosten und wir haben viel Geld in die Organisation des Krankenhauses investiert. Es folgte der Kauf eines speziellen Roboters zur Desinfektion, dann der Kauf von Ausrüstung, Masken, Raumanzügen, Tests für Personal und Patienten ... Außerdem mussten wir das Krankenhaus komplett neu organisieren, um einen reibungslosen Betrieb und die Patientenversorgung zu gewährleisten , was zusätzliches Personal erforderte. All dies, um die Gesundheit der Patienten, aber auch der Krankenhausmitarbeiter selbst zu erhalten - sagte Ema Hafner.

Für die Ärzte selbst bestand die größte Herausforderung während der Pandemie darin, Patienten zu retten und sie gesund zu erhalten.

Plötzlich befanden wir uns in einer Situation, in der diese sonst sehr anspruchsvolle Aufgabe noch schwieriger wurde. Es ist eine schwierige Tatsache, dass wir mit den empfindlichsten Patienten arbeiten, deren Gesundheitszustand bereits sehr schlecht ist, die Pandemie hat die Situation noch verschlimmert. Deshalb bestand die größte Herausforderung darin, Patienten vor einer Ansteckung mit Covid zu bewahren – sagte der Onkologe Prof. Dr. Christoph Zielinski , der auch Präsident des Central European Cancer Center an der Wiener Privatklinik ist.
Räume in der WPK (FotoDragan Petrović)Räume in der WPK
Corona führte auch zu einer deutlichen Zunahme der Komplexität der Fälle. Die Menschen begannen nämlich an öffentlichen Orten Angst vor der Ansteckung zu haben, also vermieden sie es, zur Vorsorgeuntersuchungen zu kommen.

Das ist ein weiteres großes Problem, dass die Coronavirus-Pandemie mit sich brachte. Aus Angst vor Corona gingen die Menschen nicht zu Untersuchungen, was dazu führte, dass sie sich erst in den fortgeschrittenen Krankheitsstadien meldeten. In der Onkologie erwarten wir Ende dieses Jahres und Anfang nächsten Jahres, gerade wegen dieser späten Diagnose einen deutlichen Anstieg der Zahl komplexer Fälle - sagte Zielinski.

Er wies auch darauf hin, dass die Recherchen der European Association of Clinical Oncologists zeigten, dass fast ein Drittel der Onkologen in Europa stressbedingt und durch die Pandemie ihren Beruf wechseln möchte.

Was ein großes Problem ist. Einerseits soll die Zahl der Patienten im nächsten Jahr steigen, andererseits wird es immer weniger Ärzte geben, die sie behandeln können. Wir haben also eine Gesundheitskrise von enormen Ausmaßen - sagte Zielinski.

Desweiteren darf man nicht vergessen, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist, sagte der Klinikdirektor Walter Ebm.

Die Situation ist zwar jetzt viel besser, das Virus ist nicht mehr so ​​aggressiv wie früher, aber keiner von uns weiß, was uns morgen, im Herbst oder Winter, erwartet. Deshalb müssen wir sehr vorsichtig sein - warnte Ebm.

D. Obradović
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