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Jährlich ca. 100.000 Euro - Erstes Biomassekraftwerk in Serbien im Dorf Dragačica bei Guča

Quelle: eKapija Montag, 15.11.2010. 15:13
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Milan Filipović (Fotolična arhiva)Milan Filipović

Das erste kleine Biomassekraftwerk in Serbien wurde im Dorf Dragačica unweit von Čačak in Betrieb genommen. Der Digestor mit einer Kapazität von 6.000 kWh jährlich und einer nominalen Leistung von 75 kW/h wird mit Maissilage gespeist.

Die Anlage verbraucht ca. 1,5 t Maissilage pro Jahr. Außer Strom und Wärme werden hier auch 400.000 l Blumensubstrats und ca. 1 Mio. l flüssiger Dünger für Felder erzeugt.

- Es handelt sich um eine einfache technische Lösung: mit einem Lagerraum, Biogasanlage und Anlage zur Strom- und Wärmeerzeugung - erklärt Milan Filipović, Maschinenbauingenieur, Projektant und Inhaber des ersten Biomasseheizkraftwerks.

Abgase haben eine Temperatur von 500 °C und können für die Beheizung eines Ethnodorfes in der Nähe der Anlage verwendet werden. 120 nach der ersten Befüllung der Anlage mit Maissilage als Gärsubstrat sollten die ersten Kilowattstunden erzeugt werden. Der Gasmotor wurde von "Scania" hergestellt.

Ich habe nichsts Neues erfunden

In Hinsicht darauf, dass er das Kraftwerk in einem Berggebiet gebaut hat, wo man Mais nur auf kleinen Feldern anbauen kann, drängt sich die Frage, ob Filipović das Projekt wirklich gut durchgedacht hat:

- Ich musste nicht lange rechnen, sondern nur die Erfahrungen aus anderen Ländern kopieren. In Deutschland gibt es ca. 6.000 solcher Heizkraftwerke, in Österreich fast 1.200, in Ungarn 200 - warum, also, nicht hier. Wir müssen nichts Neues entdecken, sondern nur aus Erfahrungen anderer lernen.

200.000 Euro wurden in den Bau des Biomassekraftwerks investiert, 25.000 Euro davon aus dem Entwicklungsfonds der Republik Serbien.

Der Wert einer solchen Anlage liegt zwischen 660.000 - 1 Mio. Euro im Ausland.

Wenn jemand ihm vor zehn Jahren gesagt hätte, dass er in seinem Heimatort in der Nähe von Lucani Strom erzeugen wird, hätte er ihn für wahnsinnig gehalten.

- So etwas hat uns damals als absolut unmöglich erschienen. Aber nachdem man das Gesetz über Feed-In-Tarif verabschiedet hat, haben wir begriffen, dass solche Träume in Erfüllung gehen und sich sogar als rentabel erwiesen können.

Durch Gesetz über Feed-In-Tarif verpflichtete sich der Staat zum Ankauf von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bis 2012. Für eine kWh Strom sollte der Staat 16 Eurocent zahlen. Das Kraftwerk von Filipovic kann 6.000 kWh Strom jährlich erzeugen, so dass er mit einem Umsatz von 96.000 Euro pro Jahr rechnen kann.

Und was sagt der Staat?

(Milan Filipović und Željko Radošević)

Das Biomassekraftwerk wurde vom Staatssekretär des Ministeriums für Land-, Forst- und Wasserwirtschaft Željko Radošević in Betrieb gesetzt, der in einem kurzen Begrüßungsansprache auf die Bedeutung der effizienteren Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Biomasse hingewiesen hat.

Das Landwirtschaftsministerium habe, laut ihm, die Wichtigkeit der erneuerbaren Energiequellen erkannt und bereitet mehrere Vorschriften und Ergänzungen zu bestehenden Gesetzen vor, um eine effizientere Nutzung von Biomasse zu sichern.

- Serbien verfügt über 12,5 Mio. t Biomasse, vor allem in der Landwirtschaft. Bis Ende 2012 wird die Produktion aus solcher Quellen um 7,7% steigern, was für die Versorgung von fast 175.000 Familien ausreicht - sagte Radošević.

Landwirte bekommen dadurch eine neue Einnahmequelle sowie die Möglichkeit, wenig fruchtbaren Boden für den Anbau von in der Energiewirtschaft verwendbaren Pflanzensorten zu nutzen.

Lieferanten

Die Biomasse, die wir in Dragacica gesehen haben, wurde auf einer Fläche von 17 ha gesammelt. Diese Menge reicht für die störungslose Produktion bis Frühling 2011.

Der Preis für eine Tonne gelieferter Biomasse liegt bei 252 Euro. Landwirte können in diesem Falle mit 1.200 Euro/ha Maissilage rechnen. In Hinsicht auf seine kürzere Vegetationsperiode kann man zwei Ernten pro Jahr bekommen - Mais, Vieherbsen oder Gerste. Beide Pflanzensorten lassen sich als Biomasse verwenden.

Es handelt sich um eine große Chance für Nachbarn, sagt Filipović in einem Gespräch mit dem Reporter des Wirtschaftsportals "eKapija". In Hinsicht darauf, dass man hier vorwiegend kleinere Parzellen bebaut, nimmt Filipović an der Finanzierung der Maisproduktion teil.

Pläne

Fest überzeugt von der Rentabilität seines Projekts erklärte Filipovic für unser Portal, er würde schon morgen mit dem Bau noch eines Biomassekraftwerks beginnen, wenn man ihm einen günstigen Kredit gewähren würde, obwohl er noch immer auf die erste Kilowattstunde Strom aus seiner Anlage warten muss.

Und auf die Frage, wann er den ersten Gewinn aus dieser Investition erwartet, antwortet er scherzlich:

- Nie. Ich habe nicht mein Erbe verkauft, um das Kraftwerk zu bauen. Ich bedauere nichts.

Appartements im Ethnodorf

Milan Filipović hat auf seinem Bauernhof ein Ethnodorf gebaut. Er hat mit dem Bau vor fünf Jahren begonnen und inzwischen sieben Appartements eingerichtet.

- Die ganze Familie, meine Frau und drei Kinder arbeiten hier zusammen. Wir versuchen, jede freie Stunde in Dragačica zu verbringen. Manche Dorfbewohner haben bereits unsere Idee des Agrotourismus akzeptiert - sagt Filipović stolz.

J.Đ.

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