Kryptowährungsexperte: Serbien arbeitet seit einiger Zeit an einer nationalen digitalen Währung und der „Fall Lazar“ scheint ein Verteidigungsschritt zu sein
Quelle: eKapija
Freitag, 09.07.2021.
10:35
Freitag, 09.07.2021.
10:35
Illustration (FotoPixabay / TheDigitalArtist)
Stefan Ignjatović, Experte für Kryptowährungen und Mitglied des Teams des lokalen Blockchain-Start-ups Tenderly, das Tools für Blockchain-Entwickler herstellt, sagte gegenüber eKapija zum „Lazar-Fall“, er glaube nicht, dass die Kryptowährung einen Betrug darstelle, obwohl, wie er sagt, „das Geschäftsmodell von Lazar selbst nicht allzu viel Sinn macht“.
– Es scheint einfach, als würde hier jemand versuchen, etwas in diesem Bereich zu tun, eine Art Pionierleistung, wenn man bedenkt, dass es hier bisher einen solchen Versuch gegeben hat, der 2018 mit der Kryptowährung Exidium passierte. Die Währung hatte aber keine Chance auf Erfolg, weil es damals noch keine Regelungen gab – sagt unser Interviewpartner.
In Bezug auf den Wert von Lazar, der an den Dinar gebunden ist, sagt Stefanovic, dass die Kryptowährung dem sogenannten Shitcoin sehr ähnelt, einer Währung, die keinen Wert hat und einfach als Geste oder Witz existiert, wie zum Beispiel Dogecoin.
Dennoch kann dies seiner Meinung nach technisch als eine Art Eisbrecher bezeichnet werden, der den Weg für lokale Kryptowährungen in Serbien ebnet.
Die Nachricht über Lazar wurde jedoch seiner Meinung nach vollständig von der Reaktion der Serbischen Nationalbank überschattet.
– Es kann mehrere Gründe für eine solche Reaktion der NBS geben, aber es scheint ein Verteidigungsschritt zu sein, da es die Rede ist, dass Serbien seit einiger Zeit an einer eigenen nationalen digitalen Währung arbeitet, genau wie viele Länder es tun. Ich glaube aber, dass dies in unserem Fall eher geschieht, um den Markt zu erobern, bevor eine Währung auftaucht, die nicht vom Staat, also der Zentralbank, hergestellt wird. Denn Tatsache ist, dass Kryptowährungen das Machtgleichgewicht über Nacht auf normale Menschen umstellen, bestimmte Dinge dezentralisieren, und es scheint, dass die Reaktion der NBS darauf abzielte, Lazar von Anfang an zu diskreditierenm -"nur für alle Fälle" – sagt Ignjatović.
B. Petrović
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