Gleichzeitig Yacht und Insel haben
Dienstag, 16.03.2010.
15:15
Die Joint Venture des französischen Luxusgüterkonzern Hermes und des Bootsbauers Wally - Wally Hermes Yachts - baut momentan eine luxuriöse Megayacht in einer Werft in Ancona, die sich in Insel verwandeln lässt.
Das Konzept der Motoryacht wurde schon an der Messe für luxuriöse Wasserfahrzeuge in Abu Dhabi präsentiert. Sie wirkt äußerlich wie eine futuristische, schwimmende Geheimbasis aus einem James-Bond-Film.
Die für 20 Besatzungsmitglieder und zwölf Gäste entworfene Hermès-Yacht hat alles, was es für ein autonomes und luxuriöses Leben auf dem Meer bedarf. Das beginnt schon mit der Größe von 58 Metern Länge und 38 Metern Breite. Der Rumpf basiert auf einem alten Bootsmodell, das für die Verlegung von Telefonkabeln im Atlantik genutzt wird und deshalb sehr sicher im Wasser liegt.
"Mein Traum war der einer schwimmenden Insel", erklärt Luca Basani, Chef des auf maßgefertigte Yachten spezialisierten Bootsbauers Wally. Die Ausstattung der auf vier Ebenen verteilten Wohnfläche von 3400 Quadratmetern hat jedoch nichts Spartanisches - im Gegenteil. Neben einem 25 Meter langen Pool gibt es an Bord einen Hubschrauberlandeplatz, ein 100 Quadratmeter großes Spa, ein Musikzimmer, mehrere Suiten, Terrassen, ein Sonnendeck, auf dem ein Baum wächst sowie zwei Beiboote.
Solarpaneele liefern die Energie für einen Hybridmotor. Die Yacht, deren Höchstgeschwindigkeit bei 14 Knoten (25,9 Kilometer pro Stunde) liegt, soll je nach Ausstattung zwischen 60 und 100 Mio. Euro kosten.
Vorstellbar sei auch, die Yacht in ein schwimmendes Nobel-Hotel mit 40 Zimmern umzuwandeln, erklärt Thomas. Dennoch ist der Markt für Megayachten beschränkt, denn er wird auf nur 300 Stück pro Jahr für Boote der Preiskategorie 50 bis 150 Mio. Euro geschätzt, für teurere Modelle sogar auf lediglich 15 bis 30 Stück.
Der Hermès-Chef gibt sich angesichts der kommenden schwierigen Monate betont vorsichtig: "Wenn wir eine Yacht verkaufen, ist das ein Erfolg. Wenn wir drei verkaufen, wäre das ein Wunder." Dennoch schlägt sich Hermès in der Krise besser als die meisten Konkurrenten. Für dieses Jahr rechnet der Konzern-Chef mit einem Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent. Im ersten Halbjahr konnte Hermès seinen Umsatz um 7,6 Prozent auf 874,9 Mio. Euro steigern.

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