Endlich HIV-Impfstoff?
Freitag, 25.09.2009.
00:54
Die Kombination zweier zuvor erfolgloser Vakzine hat in der bisher größten klinischen Studie zu HIV-Impfstoffen überhaupt die Rate der Neuinfektionen um fast ein Drittel gesenkt. Das Ergebnis war statistisch signifikant, lässt aber viele Fragen offen.
In der RV144-Studie hatten seit Oktober 2003 in Thailand 16.402 Rekruten zwei Impfstoffe oder Placebo erhalten. Es handelt sich um den Impfstoff Alvac-HIV von Sanofi-Pasteur, ein Canarypox–Virus, das drei Proteine des HI-Virus exprimiert. Dieser Impfstoff wurde als „Primer“ dreimal (nach 0, 3 und 6 Monaten) verabreicht.
Als „Booster“ erhielten die jungen Männer und Frauen zweimal (nach 3 und 6 Monaten) den Impfstoff Aidsvax (von Genentech entwickelt, jetzt in Lizenz von Global Solutions for Infectious Diseases), der ein Oberflächenprotein (gp120) des Virus exprimiert. Die beiden Impfstoffe waren auf die in Südostasien am meisten verbreiteten Subtypen B und E des HI-Virus zugeschnitten.
Alle Teilnehmer der Studie wurden über die HIV-Infektionsrisiken aufgeklärt und angehalten, sich beim Sex zu schützen. Dennoch infizierten sich in den folgenden 3 Jahren 125 der 16.402 Rekruten.
Davon entfielen 74 auf den Placeboarm und 51 auf den gleich großen Impstoffarm. Das ergibt, wie die Gruppe um Supachai Rerks-Ngarm vom Thailändischen Gesundheitsministerium erklärte, eine Reduktion des Infektionsrisikos um 31,2 Prozent – weitere Einzelheiten sollen im Oktober auf einer Konferenz in Paris vorgestellt werden.
Die Weltgesundheitsorganisation und das AIDS-Programm der Vereinten Nationen in Genf gratulierten „den leitenden Forschern, Sponsoren und den Probanden, die dieses ermutigende Ergebnis möglich gemacht haben“.
Die neuen Ergebnisse hätten der Forschung nach einem HIV-Impfstoff „neue Hoffnung eingeflößt“, auch wenn auf Grundlage der bisherigen Resultate noch keine Genehmigung für den Impfstoff erteilt werden könne. Weitere Studien müssten zeigen, ob der Impfstoff in anderen Teilen der Welt die gleiche Wirkung zeige.
Anmerkung: Artikel übernommen aus der Tageszeitung 24 SATA - www.24sata.rs

Izdanje Srbija
Serbia Edition
Izdanje BiH
Izdanje Crna Gora