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Zoran Netković, Direktor von "Agent Plus" – Wagemutige Pläne der serbischen Schifffahrtsagentur

Quelle: eKapija Montag, 28.09.2009. 13:57
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(Zoran Netković)

Hoher Professionalismus, rechtzeitig und effizient erledigte Aufträge und wagemutige Pläne der Schifffahrtsagentur "Agent Plus" bringen neue Qualität in die Transport-, Speditions- und Logistikbranche in Serbien. In einem Gespräch mit dem Redakteur des Wirtschaftsportals "eKapija" erklärt Zoran Netković, Direktor, dass "Agent Plus" sein Angebot vervollständigen und seinen Kunden die volle logistische Unterstützung bieten will. "Agent Plus" will mit seinem Filialennetz alle Binnen- und Seehäfen in der Region decken.

- "Agent Plus" ist eines der wenigen serbischen Unternehmen, die in Kroatien tätig sind. Wir haben im Vorjahr eine Niederlassung in Rijeka (Kroatien) sowie Büros in Novi Sad, Veliko Gradište, Niš, Pančevo, Smederevo und Bezdan (Serbien) eröffnet. Geplant sind auch Filialen in Montenegro, Rumänien und Mazedonien. Mit dem Partner aus Belgien, Unternehmen "Alhers", wollen wir eine Firma im rumänischen Hafen Konstanza gründen und arbeiten momentan an einem Geschäftsplan. Demnächst soll eine Firma im Hafen Bar und später vielleicht in Thessaloniki und Mazedonien gegründet werden – kündigt Netković an.

"Agent Plus" bietet die Beförderung und Haus-Haus-Lieferung von allen Güterarten: Schüttgut, Flüssigkeiten, Container - per Lkw, Eisenbahn oder Flugzeug sowie den Transport von Frachten, die von Standardgrößen abweichen, und von Spezialfrachten, Zollabfertigung beim Export und Import, Lagerung von Waren in eigenen Lagerräumen.

"Agent Plus" hat unlängst einen Zolllager in der Siedlung Altina (Zemun) eröffnet. Der Zollfreilager nimmt eine Fläche von 100 m2 ein. Er befindet sich in der Nähe der Autobahn Belgrad-Novi Sad. Güter, die hier gelagert sind, werden nach der Verzollung an Kunden in Serbien und in der Region geliefert.

- In der nächsten Zukunft wollen wir die Zusammenarbeit mit dem belgischen Unternehmen "Alhers" intensivieren. Unser Partner ist bereit, in die Entwicklung von Logistikzentren in Serbien zu investieren. Das Unternehmen hat schon mehrmals Delegationen nach Serbien geschickt, um sich mit den Möglichkeiten und Bedingungen für den Bau von modernen Warenlagern bekannt zu machen – erklärt unser Gast und fügt hinzu, dass die beschriebene Investition in den Zolllager in Zemun in den Rahmen der künftigen Zusammenarbeit passt.

Zwei neue Dienste für die Beförderung von LCL Sammelcontainern stellen eine echte Erfrischung am serbischen Markt dar. "Agent Plus" hat unlängst mit der Beförderung von LCL-Sammelcontainern aus China und den USA begonnen. Günstige Preise und kurze Transitzeiten haben schon die Aufmerksamkeit einheimischer Importeure erregt. In Hinsicht auf die aktuelle Wirtschaftskrise und beträchtlich geringere Warensendungen ist die Beförderung von nicht komplett ausfüllten Containern (LCL - Less than Container load) sehr gefragter Service.

- Warensendungen werden in zwei chinesischen Häfen gesammelt und in Containern direkt nach Belgrad, ohne Umladung, befördert wird. Wir haben dadurch die Lieferfristen maximal gekürzt. Wir haben direkte Verbindungen mit Städten auf der Ost- und Westküste der Vereinigten Staaten.

"Agent Plus" hat auch vor, die im Juni 2008 aufgenommene Zusammenarbeit mit der führenden Reederei "Maersk Line" zu intensivieren und verbessern. "Agent Plus" und seine Kunden bekommen dadurch eine gute Verbindung mit allen größeren Häfen in der Welt, in denen "Maersk Line" eigene Schiffsagenten und Terminals hat. "Maersk Line" besitzt mehr als 500 Containerschiffe, die 1,9 Mio. Container befördern, 25.000 Mitarbeiter und 325 Büros weltweit. Die Kapazität mancher Schiffe erreicht und übersteigt 11.000 TEU.

Netković betont, das "Maersk Line" einen direkten Service vom Fernsot bis adriatischen Häfen Rijeka, Kopar und Triest bietet. Durch direkte Services will man die Risiken bei der Umladung auf das Minimum reduzieren.

"Agent Plus" organisiert den Gütertransport per Container in der ganzen Welt, mit Lkws, Schiff, Eisenbahn und Flugzeug.

- Wir kontrollieren Container in allen Phasen der Reise, ihre Lagerung in Terminals, rechtzeitige Leerung, Umladung, kombinieren optimale Transitzeiten mit besten Preisen, prüfen die Warenqualität, kümmern uns um die Versicherung u.a - sagt Netković und fügt hinzu, dass "Agent Plus" auch spezifische, sehr komplexe Logistikaufgaben erledigen kann, wie die Beförderung von spezielen oder Frachten, die von der Standardgröße abweichen.

Das Unternehmen ist seit dem Vorjahr als Schiffsagent im Donaugebiet tätig. Es bietet Logistikhilfe für alle Fracht- und Passagierschiffe in unseren Häfen. Viele Verträge, abgeschlossen mit bulgarischen, ukrainischen, deutschen und einheimischen Schiffseignern und Schiffsmaklern machen "Agent Plus" zum größten Schiffsagenten an der Donau.

- Es handelt sich um ziemlich unentwickelten Sektor, wir bemühen uns trotzdem um die hohe Qualität unserer Dienstleistungen. Schifffahrtsagenturen wie unsere garantieren absolute Sicherheit, wenn es um die Buchung für Passagiere und Fracht an der Donau geht. "Agent Plus" verfügt immer über richtige Informationen zu Ladevorgängen, Position von Schiffen sowie über die Situation in Häfen und an Grenzübergängen.

Transport nach Russland

- In Zusammenarbeit mit einem großen internationalen Unternehmen arbeiten wir an der Realisierung eines Projekts des Gütertransports in die Russische Föderation, dass den Einsatz von Lkws ausschließt. Das Projekt sieht die Beförderung von Gütern per Schiff bis rumänischen Hafen Konstanza und dann über das Schwarze Meer nach Russland. Es handelt sich um ein komplexes Projekt, bei dem alles - Transitzeiten der Schiffslinien, Kapazitäten, Rückfahrten – in Einklang miteinander gebracht werden muss. Wir haben ein allumfassendes System projektiert, dem wir die Agentur, Schiffstransport, Spedition und Containern einchließen können. Wir wollen den Gütertransport nach Russland auf ein höheres Niveau bringen, insbesondere in Hinsicht auf einen immer intesiveren Warenverkehr mit diesem Land. Solche Projekte stellen eine große logistische Herausforderung für unser Unternehmen, die wir dank unseren hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern problemlos erledigen können.

Hafen "Bar"

Wie wichtig ist die angekündigte Privatisierung des Hafens "Bar" für serbische Wirtschaft?

- In Hinsicht darauf, dass durch Beteiligung am Hafen "Bar" Serbien einen direkten Zugang zum Meer bekommen würde, ist die Privatisierung des montenegrinischen Hafens von Bedeutung für uns. Um projektierte Kapazitäten des Hafens Bar maximal auszulasten, müsste eine Autobahn zwischen Belgrad und Bar gebaut und eine gründliche Rekonstruktion der bestehenden Eisenbahnstrecke durchgeführt werden - Die Strecke stellt momenten einen echten Engpass im Warenverkehr zwischen Serbien und Montenegro. Außer auf technische würde man hier auch auf viele organisatorische Probleme stoßen, für welche niemand mehr Geduld und Verständnis haben oder sie ertragen kann.

- Die aktuelle Umstrukturierung des Hafens könnte seine Privatisierung verlangsamen und erschweren. Zunächst müssen viele Fragen und Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Entscheidungen, die ausschließlich von sozialen Motiven ausgehen, können die Position des Hafens in der Region langfristig gefährden. Wenn es um die infrastrukturelle Verbindung mit Serbien geht, sind die Häfen Kopar (Slowenien) und Rijeka (Kroatien) weit fortgeschritten. In Hinsicht auf die Donauverbindung stellt der rumänische Häfen Konstanza die günstigste Auswahl für Serbien. Der Hafen Bar muss außerdem mit zwei seriösen Konkurrenten in der nächsten Zukunft rechnen - albanischen Häfen Dürres und Vlora (mit Kapazitäten über 3.000.000 TEU). Der hafen Bar kann sich nicht ohne der Unterstützung des serbischen Marktes entwickeln. Unsere Freunde in Bar wissen, dass unser Unternehmen konstant nach entsprechenden und rentablen Lösungen sucht.

- Man muss auch Rücksicht auf die langfristige Investitionspolitik Serbiens nehmen, besonders wenn es um teuere und komplexe infrastrukturelle Projekte wie eine Autobahn nach Montenegro oder gründliche Rekonstruktion und Modernisierung der Eisenbahn geht. In Hinsicht darauf, dass es keine klare Pläne zur Finanzierung solcher Projekte gibt, bin ich der Meinung, dass wir schon verspätet sind sowie dass sich eine solche Entscheidung nicht auf realen wirtschaftlichen Indikatoren beruhen würde.

Freihandelsabkommen zwischen Serbien und der Türkei

Das Abkommen stellt eine große Chance für unsere Exportunternehmen dar? Wer wird von einem beträchtlich intensiveren Warenverkehr profitieren - unsere oder türkische Transport- und Speditionsunternehmen?

- Ich glaube dass solche Zollerleichterungen den Handel zwischen zwei Ländern fördern werden. Wir haben bisher ein enormes Defizit im Warenverkehr mit der Türkei verzeichnet. Wir wollten eine Containerlinie aus der Türkei einführen, haben diese Idee wegen zu niedriger Preise in diesem Sektor aufgegeben. Die Türken verfügen außerden über eine große und gut organisierte Lkw-Flotte. Immer häufiger vermeiden sie unser Land und befördern ihre Waren per Schiff und dann über Italien. Die Slowenische Bahn hat eine Blocklinie von Kopar über Ljubljana bis Türkei eingeführt. Wir beobachten die aktuelle Situation am Markt. Steigen die Preise im Lkw-Transport können wir mit ihnen in Konkurrenz treten.

M.K.

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