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Marija Medenica, Direktorin von "Erste Invest" - Kapital des ausgeglichenen Investmentfonds investieren wir in sichere Wertpapiere

Quelle: eKapija Dienstag, 30.09.2008. 82:5
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(Marija Medenica)

Der von der Investitionsgesellschaft „Erste Invest“ verwaltete ausgeglichene Investmentfonds bietet Investmentzertifikate im Wert von 1.000 Dinar vom 10. Oktober bis 8. November dieses Jahres an.

Marija Medenica, Direktorin von „Erste Invest“, erklärt in einem Inberview für das Wirtschaftsportal „eKapija“, dass der ausgeglichene Fonds der erste in einer Reihe der Investmentfonds ist, die serbischen Anlegern gebote werden sollen. Der Anteil der Investmentfonds am Bruttosozialeinkommen Seribens könnte, Erwartungen der "Erste Gruppe“ zufolge, 5% bis 2012 erreichen, was ein enormer Zuwachs im Vergleich zu 0,17% 2007 darstellt.

Der dritte ausgeglichene Investmentfonds in Serbien wurde von der “Erste Group Bank“ AG aus Wien gegründet. Die Schwestergesellschaft der erwähnten Bankgruppe, „Erste Asset management“ verwaltet über 360 Fonds weltweit ein Vermögen im Wert von 45 Mrd. Euro.

- Eine jahrzehntelange Erfahrung von „Erste Asset Management“ und seiner Mitarbeitern und das Konw-how der Mitglieder der „Erste Gruppe“ bezüglich der Platzierung des Kapitals in der Region, vor allem in Kroatien ,Rumänien und Bulgarien stellen den größten Vorteil unseres Fonds dar – sagt Medenica.

„Erste Invest“ beteiligt sich mit 220.000 Euro am Grundkapital des Fonds. Spätere Kapitalerhöhungen kommen, natürlich, in Frage, betong Medenica.

Die Investitionspolitik des ausgeglichenen Fonds beruht auf der Maximierung des Ertrags, aber keinerfalls durch Erhöhung des Risikos, weil sein Hauptziel ein Ausgleich zwischen Kapitalzuwachs und benötigtem Einkommen bei gleichzeitigem Kapitalschutz ist, sagte Medenica.

- Offene oder Mutual-Funds sind vor allem auf kleine Anleger bzw. auf natürliche Personen orientiert, die einen stabilen Kapitalertrag erwarten. Das bedeutet aber nicht, dass wir interessierte juristische Personen ablehnen würden. Der Fonds wird mindestens 85% des Kapitals in Schuldverschreibungen und sonstige Wertpapiere anlegen. Investitionen in Schuldverschreibungen und Geldanlagen darf nicht unter 35% des Fondsvermögens fallen bzw. über 65% steigen - erklärt Medenica.

- Der Anteil der Wertpapiere muss streng dosiert sein, weil es um das risikoreichste Segment der Anlagen geht, das der Wert des ganzen Kapitalertrags senken kann. Der Vorrang sollen Aktien der Blue-Chip-Unternehmen sowie Anteile der Unternehmen aus Serbien und der Region haben. Die Volatilität der Aktien an der Belgrader Börse ist momentan sehr hoch, weshalb wir uns für einen ausgeglichenen Investmentfonds entschieden haben – sagt Medenica.

Vertreter der Investmentfonds reden oft in der Öffentlichkeit von erwarteten Erträgen. Medenica weist aber darauf hin, dass erwartete Kapitalerträge, dem Gesetz nach, geheim zu halten sind, weil solche Informantionen potenzielle Anleger zu falschen Annahmen verleiten können.

- Es gibt keine Garantien für Kapitalerträge, weil alle Elemente im Portfolio unberechenbaren Preisveränderungen unterliegen – erklärt Medenica, die im Namen des serbischen Ministeriums an der Vorbereitung des Gesetzes über Investmentfonds teilgenommen hat.

„Erste Invest“ hat die Bank "Komercijalna banka" zu seiner Depotbank gewählt.

Investmentfonds am serbischen Markt

- Als zweitgrößte Gruppe in Mittel- und Osteuropa, aufgrund ihrer Aktiva, gehört die seit 190 Jahren aktive “Erste Gruppe” zu institutionellen Investoren. Vor jeder Investition in einem Land analysieren wir lang und gründlich die wirtschaftliche und finanzielle Situation, das erklärt unseren 14. Platz unter Investmentfonds in Serbien. Wir warteten auf die Klärung der politischen Verhältnisse und Stabilisierung der makroökonomischen Situation – erklärt Medenica.

Der serbische Investmentmarkt, gegründet im März 2007, sei sehr jung, habe, aber, ihrer Meinung nach, große Entwicklungspotenziale. Nur 6 Euro pro Kopf wurden im Laufe 2007 in Investmentfonds in Serbien angelegt, beträchtlich weniger im Vergleich zu 1.171 in Kroatien oder 904 Euro in der Slowakie. Der Anteil der Investmentfonds am serbischen Bruttonationaleinkommen lag im Vorjahr bei 0,17%, in Kroatien dagegen sogar bei 13,86% und in der Slowakei bei 8,85%.

Der serbische Markt kann viel von Erfahrungen seiner Nachbar in der Region profitieren. Das gilt besonders für den kroatischen Markt, gegründet noch 1998. Nach einem Jahr lagen dort die Anlagen noch immer bei 1 Euro pro Kopf. Die Summe ist inzwischen auf 1.171 Euro gestiegen.

- Wir erwarten ähnliche Entwicklung in Serbien, sind aber auch davon überzeugt, dass seine Potenziale in Hinsicht auf eine doppelt so hohe Einwohnerzahl wie in Kroatien beträchtlich besser sind – sagt Medenica und betont, dass die Liberalisierung der Vorschriften eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Wachstum der Fonds ist.

Liberalisierung der Vorschriften notwendig

- Vorschriften, welche den Fondsmarkt in Serbien regeln, sind im Einklang mit EU-Richtlinien, aber auch sehr streng, was im Moment, als Gesetze verabschiedet worden waren, wie in Slowenien die Bekämpfung der Korruption in diesem Sektor ermöglichen soll. Die Liberalisierung der Vorschriften ist heute eine wichtige Voraussetzung für die weitere Entwicklung dieses Marktes - meint Medenica.

Investmentfonds in Serbien unterliegen der Kontrolle des Finanzministeriums und dem Aufsichtsrat der Kommission für Wertpapiere.

- Ich bin der Meinung, dass Investitionsgesellschaften mehr Freiheit bei der Strukturierung des Fondsvermögens haben sollen, besonders in Ausnahmesituationen, wie heute am internationalen und serbischen Geldmarkt, um Anlagen ihrer Investoren schützen zu können. Es gibt kritische Momente, wenn man auf Anleihen oder andere, sicherere Wertpapiere umschalten soll, um sein Vermögen in einer Ausnahmesituation zu verteidigen. So etwas verstoßt hier gegen das Gesetz.

Die meisten Probleme bereitet der der Artikel 6 im Gesetz über Investmentfonds, der Anlagen der ausländischen Mutterfonds in ihre Fonds in Serbien verbietet, obwohl es um eine übliche Praxis in der ganzen Welt geht.

- Ohne solche Hindernisse könnten wir heute über mehr als 40 Mio. Euro verfügen. Die Beteiligung des Anlegers darf nicht 10% übersteigen, er darf auch nicht in Verbindung mti der Fondsgesellschaft sein. Solche Vorschriften schließen automatisch Investitionen größerer Unternehmen aus. Ein wachsender Fonds muss, z.B., 75% seines Kapitals in Aktien haben, obwohl Aktienwerte ziemlich schwankend sind, wie momentan an der Belgrader Börse. In Hinsicht darauf, dass Investitionen in andere Wertpapiere gesetzwidrig sind, verlieren Fonds am Wert - sagt Medenica und betont, dass es viele ähnlcihe Beispiele gibt.

Der Mangel an finanziellen Instrumenten am Geld- und Schuldnermarkt, außer Anleihen der alten Devisenersparnisse und Schulverschreibungen des serbischen Schatzamtes stellt auch ein großes Problem dar.

- Wenn Sie einen Geldfonds gründen wollen, sind Sie ziemlich eingeschränkt, wenn es um Anlagen geht. Der Staat bietet momentan nur Schuldverschreibungen des Schatzamtes (Finanzministeriums) oder Anleihen der Zentralbank Serbiens – die ausschließlich Banken verkauft werden. Es gibt keine Geldmarkt-Instrumente und man kann nur in Bankanlagen investieren, was für Anleger ziemlich riskant ist. Im Unterschied zu Banken gewähren Fonds keine Garantie für Kapitalanlagen, weil jeder Anlager Investor ist. Sie müssen, außerdem, Gebühren zahlen, während Spareinlagen in Banken kostenlos sind. Ein Geldfonds verfügt deshalb über keine Instrumenten, was Sparen bei Banken lukrativer macht.

Als man 2005 das Gesetz über Investmentfonds vorbereitet hatte, gab es vielleicht nur 15 Menschen, die über entsprechende Sachkenntnisse verfügt haben. Der Gesetzgeber wollte damals Kleinanleger vor der Korruption und Mißbräuche schützen. Wenn man die Beteiligung der Investmentfonds am Bruttonationaleinkommen auf 3, 4 oder 5% bis 2012 steigern will, müssen oben beschriebene Vorschriften liberalisiert oder geändert werden - meint Medenica.

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