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Portugal erhebt Steuern für Sonnenlicht und für Aussicht

Quelle: Beta Dienstag, 20.12.2016. 19:36
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Podeli

Abbildung (FotoBildagentur Zoonar GmbH/shutterstock.com)Abbildung
Portugal erhöht die Immobiliensteuer. Für Wohnungen mit viel Sonne und guter Aussicht müssen Besitzer bis zu zwanzig Prozent mehr Abgaben im Jahr bezahlen.

Was sich zuerst wie ein verspäteter Aprilscherz anhört, ist beim zweiten Hinsehen ein konkreter Plan der Portugiesischen Regierung: Immobilienbesitzer müssen bis zu 20 Prozent mehr Steuern zahlen, wenn Ihre Wohnung eine besonders gute Aussicht aufs Meer hat oder schön sonnig gelegen ist. Hausbesitzer sind über die Pläne ziemlich geschockt.

Wenn die Regierung ihre neuen Steuerpläne für Immobilienbesitzer umsetzt, wird es für etliche Eigentümer nicht nur teurer, der Streit mit dem Finanzamt scheint auch vorprogrammiert. Ab sofort sollen für Immobilien, die an besonders schönen Orten stehen oder einen freien Blick über Land und Meer haben, bis zu 20 Prozent mehr berappt werden. Das Sonnenbad auf der eigenen Terrasse könnte somit eine deutlich teurere Angelegenheit werden, denn das verfügbare Sonnenlicht ist ein Faktor.

Überrascht von der geplanten Erhöhung der von den Gemeinden erhobenen Steuer für Immobilienbesitz war der portugiesische Hausbesitzerverband: "Die Regierung hat nicht nur vorher nicht mit uns gesprochen, sondern das Gesetz auch noch während der Parlamentsferien geändert und so eine Debatte umgangen", beschwert sich dessen Vorsitzender Luís Menezes Leitão. Als Begründung nannten die regierenden Sozialisten von der PS die Steuergerechtigkeit. Die Linkspartei stimmte zu, während die Kommunisten die Idee "absurd" finden.

Dass die Portugiesen Steuern auf die Lage ihrer Wohnung zahlen müssen, ist dabei nicht neu. Aber: Vorher waren das nur fünf Prozent, und miese Gegenden brachten sogar einen gleich hohen Bonus. Künftig soll die maximale Höhe des Zuschlags vierfach so hoch sein, während der Rabatt für eine miese Lage nur zehn Prozent betragen soll.

Das Hauptproblem liegt laut Hausbesitzerboss Menezes Leitão in der Einschätzung seitens des Finanzamtes: "Wir haben schon Steuerbescheide bekommen, die aufgrund von Google-Maps-Fotos erstellt wurden."

Betroffen von den Regelungen dürften etwa 70 Prozent der portugiesischen Wohnungsbesitzer sein. Wollen sie die Steuer nicht zahlen, weil sie mit der Einschätzung ihrer Immobilie nicht einverstanden sind, bleibt nur der in Portugal extrem langwierige Klageweg.

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