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Aspirin verlängert Leben von Krebserkrankten

Quelle: Novosti Montag, 05.10.2015. 15:51
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Illustration (FotoIvana Vuksa)Illustration

Die regelmäßige Einnahme einer niedrigen Dosis an Aspirin (Acetylsalicylsäure/ASS) nach der Diagnose eines Karzinoms des Magen-Darmtraktes verdoppelt fast die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei den Patienten. Das hat eine niederländische Studie mit rund 14.000 Patienten ergeben. Die Resultate der wissenschaftlichen Arbeit wurden jetzt beim Europäischen Krebskongress in Wien vorgestellt.

"Aspirin kam 1897 als Schmerzmittel auf den Markt. In den 1980er-Jahren stellten sich in Studien die Infarkt- und Schlaganfall verhütenden Effekte. In der Folge bemerkte man in diesen wissenschaftlichen Arbeiten auch die Schutzwirkung bei Krebs. Bei Dickdarmkrebs ist sie bereits belegt. Wir haben den Effekt bei allen Karzinomen des Gastrointestinaltraktes (Dickdarm-, Enddarm-, Speiseröhrenkarzinome; Anm.) untersucht", sagte Martine Frouws von der Universität Leiden am Sonntag bei dem Kongress mit rund 20.000 Teilnehmern.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 13.715 Patienten mit solchen Tumorerkrankungen aus, die in den Niederlanden zwischen 1998 und 2011 die Diagnose einer gastrointestinalen Karzinomerkrankung erhalten hatten. "Wir verknüpften dann die Arzneimittelverordnungen mit den Daten zum Krankheitsverlauf", sagte die Studienautorin. Dabei ging es um die Verwendung von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (80 bis hundert Milligramm täglich), wie sie zur Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall von den Ärzten verschrieben werden.

30,5 Prozent der Patienten hatten bereits vor der Krebsdiagnose Aspirin eingenommen, 8,3 Prozent starteten danach, während 61,1 Prozent keine ASS-Mittel einnahmen. Die häufigsten Diagnosen betrafen den Dickdarm (42,8 Prozent), den Enddarm (25,4 Prozent) und die Speiseröhre (10,2 Prozent). Die mittlere Beobachtungszeit betrug 48,6 Monate. Die Kranken, die schon vor der Krebsdiagnose ASS regelmäßig eingenommen hatten, wurden ausgeschieden. Es ging ja ausschließlich um den schützenden Effekt nach der Feststellung einer solchen Krankheit.

In den vergangenen Jahren wurde bereits ein primär schützender Effekt von ASS vor dem Erstauftreten von Darmkrebs belegt. Das wurde vor allem auf die antientzündliche Wirkung der Substanz - vor allem bei höherer Dosierung als in der Infarktprophylaxe - zurückgeführt. Doch da es sich bei den niederländischen Studienteilnehmern um Menschen gehandelt hat, die das Mittel zur Verhinderung von Herz-Kreislauf-Zwischenfällen bekommen hatten, muss ein anderer Wirkungsmechanismus vorliegen.

Die Wissenschaftler glauben, dass der positive Effekt von Aspirin bei Krebs auf seinem Anti-Plättchen-Effekt beruht. Blutplättchen haben die Funktion eine Blutung durch Zusammenklumpen und Verstopfen des Gefäßes zu stoppen. Man vermutet, dass zirkulierende Tumorzellen sich durch sie umgebende Plättchen vor der Immunabwehr verstecken. Aspirin hemmt die Plättchenfunktion und zerstört damit auch den Schutz der Tumorzellen vor der Entdeckung durch das Immunsystem.

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