Eine Tour durch Belgrader "Raumschiff" im Wert von 40 Mio. Euro - Wie wird das Nano-Zentrum aussehen? - Baubeginn Ende 2013
(Künftiges Nano-Zentrum)
Der Belgrader Hightech-Komplex, das sogenannte Nano-Zentrum im Wert von 40 Mio. Euro gehört nicht mehr zur Science-Fiction. Das Bildungsministerium kündigte vor einigen Tagen die Fortsetzung des Projekts an. Das Wirtschaftsportal "eKapija" erfährt von der Einheit für Projektmanagement, dass der Baubeginn Ende dieses Jahres zu erwarten ist.
Fast 300 Forscher und Wissenschaftler sollten hier eine Beschäftigung finden. Das Gebäude wird eine Fläche von 11.000 m2 einnehmen, während sich der ganze Komplex auf einer Fläche von fast 14.000 m2 erstrecken wird. Man hat bereits mit der Vorbereitung und Stabilisierung des Bodens für den Bau des künftigen Forschungszentrums im Wohnblock 39 in Neu Belgrad begonnnen.
- Das Hauptprojekt ist fast fertig, und wir werden bald die Baugenehmigung beantragen. Wir bereiten auch eine internationale Ausschreibung für Bauunternehmen vor, um mit dem Bau Ende dieses Jahres zu beginnen - sagte man uns in der Einheit für Projektmanagement.
Das Nano-Zentrum sollte die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft auf Serbien aufmerksam machen und seine Position bestätigen. Es sollte zugleich als Regionalzentrum für Mikro- und Nano-Fabrikation anerkannt werden. Die Tatsache, dass es in der Region keine oder keine völlig entwickelte Institution dieser Art gibt, gehört sicher zu größten Vorteilen unseres Landes.
Das Zentrum ist als ein großes Laboratorium konzipiert, wo man interdisziplinäre Forschungen in Bereichen wie Mikrofabrikation, Nannowissenschaft, neue Materialien durchführen will und sollte mit dem Supercomputer "Plavi Dunav" (dt. die blaue Donau) versehen werden.
Das Komplex des Nano-Zentrums in in zwei Einheiten geteilt. Die erste ist für "schwere" und die andere für "leichte" Forschungen, Laboratorien und Büros reserviert. Im Erdgeschoss will man einen Reinraum ("clean room") auf 150-200 m2, der Klasse 100/1000 baen. Diese Klasse besitzen momentan nur Ungarn und Rumänien in der Region.
Im Nano-Zentrum will man auch Tiefgaragen und Zufahrtstraßen bauen.
Wissenschaft, die mit Banknoten gemessen wird
Der Name des Nano-Zentrums erinnert an Raumfahrttechnologie und Science-Fiction, aber die Ergebnisse solcher Forschungsinstituten sind sehr konkret. Oder einfacher gesagt, ist ie Wissenschaft hier im Dienst der Wirtschaft. Was in der Tat ist die Bedeutung der Nanotechnologie und Materialien?
Jede Epoche der raschen industriellen Entwicklung wurde durch Entdeckung von neuen Stoffen eröffnet, zunächst durch Entdeckung von Eisen und Stahl, später von Polymeren, Leichtlegierungen, Verbundwerkstoffen, Halbleitern, Keramik, und schließlich von Nanomaterialien.
Materialien, deren Hauptbestandteile eine Größe zwischen 1 und 100 Milliardstel Metern (nm) haben, gelten als Nanomaterialien. Sie werden heute weltweit als Motoren der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet. Ihre Produktion und Anwendung in der Medizin, Industrie und Forschung nimmt kontinuierlich zu.
Ausländische Hilfe
Der Ideenentwurf und die technische Lösung des künftigen Nano-Zentrums stammt aus Federn einheimischer Wissenschaftler, wurden aber mit Hilfe von acht weltweit anerkannten Experten im Bereich der neuen Materialien und der Nanowissenschaft erstellt.
(Standort des künftigen Nano-Zentrums)
- Ein Projektteam der Einheit für Projektmanagement erstellte den Ideenentwurf mit der technischen Hilfe des Unternehmens EPTISA - sagten unsere Gastgeber.
Projekt- und technische Unterlagen für das Nano-Zentrum wurden vom Konsortium - "Elkoms", "D.A. Dizajn arhitektura" und "Cowi", sagt man in der Einheit. Mit der Vorbereitung des Bodens wurden Unternehmen "Grading", "Minel Dinamo" und "Interklima" beauftragt.
Wenn der Bau innerhalb der festgesetzten Frist beginnt, kann das Zentrum 2015 vollendet werden. Dieser Tempel der Wissenschaft wird mit einem Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie mit Fördermittel des Instruments für Heranführungshilfe der Europäischen Union finanziert.
In der Nachbarschaft sollte das lang erwartete Zentrum für Förderung der Wissenschaft gebaut werden. Sein Schicksal ist noch immer ungewiss.
M.S.

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