Eine Hälfte der gefälschten Medikamente wird im Internet verkauft - Handel mit gefälschten Medikamenten erreicht 10 Mio. EUR in Serbien
Donnerstag, 02.10.2014.
17:10
Eine Arzneimittel- oder Medikamentenfälschung ist, der Weltgesundheisorganisation (WHO) nach, ein Produkt, das vorsätzlich und in betrügerischer Absicht falsch gekennzeichnet wurde – hinsichtlich seiner Identität, seiner Inhaltsstoffe und/oder seiner Herkunft. Sowohl Markenprodukte als auch Generika können betroffen sein.
Es gibt vier Arten der Arzneimittelfälschungen: Arzneimittel mit Inhaltsstoffen wie Originale, aber gefälscht, erklärte Dragan Stevanović, Berater in der Wirtschaftskammer Serbien. Es gibt auch Fälschungen mit zu viel oder zu wenig Wirkstoff ("verdünnt“", "gestreckt" u.Ä.), ferner ene ohne Wirkstoff und sogar jene mit falschen oder sogar gefährlichen Wirkstoffen. In gefährlichen Arnzeimittelfälschungen kann man Stoffe wie Rattengift, Talkum, Kreide, und auch Straßenfarbe oder Asphalt als Farbe oder Glasur finden.
32% der gefälschten Medikamenten in der Welt sind ohne Wirkstoff, 40% enthalten zu viel oder zu wenig Wirkstoff und sogar 8,%% sind giftig. Giftige Fälschungen wurden in Serbien bisher nie entdeckt.
- Man kauft Arzneimittelfälschungen vor allem, wenn die Versorgung damit gestört ist, aber auch wenn sie zu teier sind - sagt Stevanović und unterstreicht, dass man sich Medikamente ausschließlich in Apotheken kaufen sollte.
- Wir müssen Patienten ermahnen, Medikamente ausschließlich in lizenzierten Apotheken und nicht auf Märkten oder über andere illegale Kanäle zu kaufen. Durch Regelung des Arzneimittelmarktes werden wir den Gesundheitsschutz verbessern und die Sicherheit und Haushaltseinnahme erhöhen - unterstrich Stevanović.
Arzneimittel kommen aus China, Indien, Pakistan
Raša Ristivojević, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Serbien, unterstreicht, dass der Markt für gefälschte Medikamente in den letzten Jahren den WErt von 75 Mrd. USD erreicht hat. 10 Mio. davon entfallen auf Serbien.
Der Handel mit Arzneimittelfälschungen ist um 25% rentabler als Drogenhandel, unterstrich der Leiter der Abteilung für den Schutz des geistigen Eigentums des Innenministeriums Serbiens, Mikailo Tijanić. Der größte Teil der gefälschten Arzneimittel auf unserem Markt stammt aus Indien, China und Pakistan, sagte er. Gefälscht werden am meisten Arzneimittel für Potenzfälschung, chronische Erkrankungen und Diabetes sowie für die Behandlung von Krebspatienten und für andere schwere Krankheiten.
Serbien nahm im Vorjahr an der von INTERPOL und der Weltzollorganisation (WZO) durchgeführte Großaktion Pangea V gegen Arzneimittelfälschungen, die bereits zum fünften Mal stattfand. Insgesamt 100 Staaten haben sich weltweit daran beteiligt., die neben der internationalen Arzneimittelbehörden Interpol kontrolliert hat. Weltweit wurden 18.000 Websites geschlossen und 3,75 Millionen Einheiten gefälschter Medikamente sichergestellt. 79 Personen wurden bisher verhaftet.
- Die Arzneimittelfälschung ist weit verbreitet nicht nur in Seriens, sondern weltweit. Wir müssen uns selbst schützen, Menschen erklären, Arzneimittel im Internet nur über lizenzierte Webseiten, markierte Onlineapotheken zu erwerben - unterstrich Tijanić.
Neues Gesetz bis Ende des Jahres
Mira Kontić, Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums, wies darauf hin, dass das aktuelle Gesetz über Arznei- und Heilmittel aus dem Jahre 2010 bis Ende des Jahres durch ein Neues, im Einklang mit den EU-Normen, ersetzt wird.
Durch organisierte Bekämpfung des illegalen Arzneimittelmarktes würde man nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung sondern auch Haushaltseinnahmen besser schützen, einigten sich Teilnehmer der Konferenz.
Schwächere Kontrolle
In nur neun Tage der verschärften Zollkntrolle in 15 Häfen in Avrika hat man 113 Mio. gefälschte Medikamente beschlagnahmt, meldete vor kurzem France-Presse. Man hat 290 Container mit Medikamenten kontrolliert und in 40% von ihnen gefälschte Arzneimittel entdeckt, darunter Analgetika, Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente und Arzneimittel gegen Tuberkulose, zeigt der gemeinsame Bericht der Weltzollorganisation und des Instituts für Entdeckung von Arzneimittelfälschungen.
Der Schmuggel und Handel mit gefälschten Medikaneten ist viel lukrativer als Drogenhandel. Auf jede 1.000 investierte USD kann man beim Drogenschmuggel bis 20.000 USD und bei Arzneimittelfälschungen von 200.000-500.000 USD erwirtschaften. Die Kontrolle ist in diesem Sektor viel schwächer als bei Drogen und die Strafen fast symbolisch, heißt es im Bericht.
I. M.
Privredna komora Srbije
WHO - World Health Organization Beograd
Ministarstvo zdravlja Republike Srbije

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