VUČIĆ: Wir achten den Wunsch der EU und werden Lebensmittelexporte nach Russland nicht zusätzlich fördern
Samstag, 23.08.2014.
21:48
Der EU-Kandidat Serbien wird wegen des Ukraine-Konflikts keine Sanktionen gegen Russland verhängen. Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic sagte am Freitag in Belgrad, es liege "im nationalen Interesse Serbiens, freundschaftliche Beziehungen zu Russland zu unterhalten".
Er habe vor zwei Tagen einen Brief aus Brüssel mit der Forderung erhalten, Serbien dürfe nach dem russischen Importverbot für Nahrungsmittel aus der EU die serbischen Exporte nicht durch zusätzliche staatliche Subventionen erhöhen, berichtete Vucic weiter: "Wir achten den Wunsch der EU".
Vučić sagte auch, er habe ein Wort in diesem Brief nicht verstanden.
- Die Solidarität mit den EU-Mitgliedern. Niemand hat nach unserer Meinung gefragt, als man die Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Sowie, wenn die andere Seite mit Sanktionen geantwortet hat. Und wir sollten jetzt von beiden Seiten zu Rechenschaft gezogen werden, obwohl wir uns nur um unsere Probleme gekümmert haben - sagte Vučić. Das größte Problem sei offentsichtlich die Tatsache, dass Serbien auf sich selbst konzentriert sei, sagte der serbische Premier.
Ausweichend antwortete er auf die Frage, ob Serbien nach der Mahnung aus Brüssel mehr Lebensmittel nach Russland exportieren werde.
Wenn am Jahresende wirklich mehr ausgeführt werde, sei das "eine tolle Nachricht". Subventionen seien gar nicht nötig, weil serbischen Erzeugern die Nahrungsmittel aus den Händen gerissen würden.
Einziges Problem sei die ungenügende heimische Produktion. Die Lebensmittelexporte nach Russland seien so klein, dass sie "für die EU überhaupt keine Bedeutung" besäßen.
Insbesondere Nahrungsmittel-Hersteller in Serbien hoffen, dass sie in die Lücke stoßen können, die durch russische Einfuhrbeschränkungen für westliche Güter entstanden ist.
Der Premier warnte alle Exportunternehmen, die in Versuchung kommen könnten, Erzeugnisse aus der EU in Serbien umzupacken und sie als "serbisch" nach Russland auszuführen.
- Ihr irrt euch, wenn ihr denkt, dass ihr etwas umpacken und dadurch Russland und die EU betrügen könnt. So etwas sollte niemandem einfallen. Wir werden unsere Produktion und Exporte weder stoppen, noch zusätzlich fördern. Die EU ist unser größter Partner - sagte Vučić.
Die Regierung in Belgrad will das Balkanland auf EU-Kurs trimmen und gleichzeitig Russland als Handelspartner nicht verprellen. 2013 machten die serbischen Exporte nach Russland gut sieben Prozent aller Ausfuhren aus.
Serbien wird nicht verhungern
Dieser Regierung werde den 365-tägigen Einsatz unterstützen.
- Es gibt, leider, viele arme Mitbürger, aber die Armut ist überall. Serbien wird aber nicht verhungern - so Vučić.
Wir erwarten, dass die EU ihr Versprechen hält
Der serbische Premier sagte auch, er erwarte, dass die EU ihr Versprächen halte und bis Ende des Jahres Kapital 32 und 35 der Beitrittsverhandlungen eröffne. Er unterstrich, dass die EU der größte Partner Serbiens sei.
- Solange ich an der Spitze der Regierung bin, werden wir Interesse anderer Länder respektieren, aber zugleich uns um unsere Probleme kümmern. Serbien muss Interessen seiner Bürger schützen. Wir haben niemanden beleidigt, sondern ganz im Gegenteil, alle respektiert. Serbien ist auf dem Weg der europäischen Integration, erwartet aber auch, dass die EU ihr Versprechen hält und vor dem Jahresende die Kapitel 32 und 35 eröffnet - erklärte Vučić an der Pressekonferenz in Belgrad.
Vlada Republike Srbije

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