GAZPROM: Verfrühte Spekulationen über Alternativroute für Gaspipeline Southstream
Freitag, 22.08.2014.
14:10
Die Vorbereitungen für den Bau des serbischen Abschnitts der paneuropäischen Gaspipelin South Stream verlaufen wie geplant. Es ist zu früh, über eine Alternativroute für Gaspipeline Southstream zu spekulieren, erfuhr die serbische Tageszeitung "Tanjug" am Donnerstag (21. August 2014) in Gazprom.
- Es ist zu früh, über eine Alternativroute für South Stream zu spekulieren, weil man noch immer über verschiedene Regulierungsfragen in Zusammenhang mit diesem Projekt verhandelt - antwortete man in Gazprom auf die Frage zur Möglichkeit, dass South Stream Serbien umgeht.
Einem russischen Medienbericht zufolge könnte es eine Veränderung in der Route der Gaspipeline South Stream geben. Demnach könnte das Lieblingsprojekt des Kreml nicht wie ursprünglich geplant durch Bulgarien, Serbien, Slowenien und Ungarn verlaufen, sondern durch Griechenland und die Türkei. Von dort soll das Gas dann Italien und Österreich erreichen.
Die russische Wirtschaftszeitung Wzglyad veröffentlichte am Montag einen Artikel über diesen angeblichen "Plan B" der russischen Betreiberfirma Gazprom. Dieser soll umgesetzt werden, falls Bulgarien weiterhin den Bau der Gaspipeline South Stream blockiert.
Die seit dem 6. August amtierende bulgarische Übergangsregierung stoppte den South Stream-Bau. Damit folgte sie den Anweisungen der EU-Kommission aus Brüssel. Sie will ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Bulgarien verhängen, wenn das Land sein bilaterales Abkommen mit Russland für den Bau der Pipeline nicht neu verhandelt. Die bisherige Vereinbarung verstoße gegen EU-Recht.
Dem Wzglyad-Artikel zufolge deutete Präsident Wladimir Putin bereits am 24. Mai bei einem Treffen mit Medienvertretern einen anderen Routenverlauf für South Stream an. In dem Artikel wird auch der türkische Energieminister Taner Yıldız mit den Worten zitiert, Ankara würde es South Stream erlauben, türkisches Territorium im Schwarzen Meer zu durchqueren. Die ursprüngliche Planung sah Bulgarien als Transitland vor.
Dennoch geht aus russischen Kreisen hervor, dass die neuen Planspiele nicht Moskaus bevorzugte Lösung sind. Die türkische Route ist länger und Serbien und Ungarn werden mit ihr nicht erreicht.
Russland betrachtet die Türkei als "guten Partner". Der frühere Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan, der vor kurzem zum Präsidenten gewählt wurde, wird als "zynischer Pragmatiker" beschrieben. Griechenland hingegen gilt als Land, in dem soziale Unruhen hochkochen. "Die Versuche, Griechenland ohne Geld, ohne Landwirtschaft [Ergebnis der russischen Gegensanktionen] und ohne Gas zu lassen, werden massive soziale Unruhen auslösen", so der Artikel.
Bulgarien, Rumänien, Serbien und Ungarn gelten in dem Artikel als größte Verlierer des Alternativplans. Im Falle einer ständigen Blockierung des ukrainischen Gastransportsystems würde Russland angeblich kein Gas mehr an diese Länder liefern können.
Nach Angaben des Artikels würde Russland weiterhin den ursprünglichen Plan bevorzugen. Für den Fall einer weiteren Unterdrucksetzung Bulgariens durch die Kommission, den Bau der Pipeline zu stoppen, scheint die Alternative eine brauchbare Option zu sein. Zusammenfassung des Artikels: "Wir müssen uns sehr glücklich schätzen, dass Russland einen funktionierenden Ersatzplan für die Gaslieferungen nach Süd - und Mitteleuropa hat."

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