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Serbien - Aufsteigender Stern

Quelle: eKapija Montag, 07.07.2014. 16:51
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Podeli

(FotoIvana Vuksa)
Vor genau 100 Jahren wurden der Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau in Sarajevo von ihrem serbischen Untertan Gavrilo Princip erschossen. Der Rest ist, wie man oft sagt, Geschichte. Vor nur 20 Jahren ist Serbien erneut in den Fokus der Weltöffentlichkeit als eine der Seiten im Krieg in Ex-Jugoslawien gerückt.

Aber von Serben kann man auch hören, dass sie auch bessere Zeiten gesehen und Uhren 600 Jahre vor Schweizern hätten.

Es gibt auch andere interessante und nicht-tödliche Sachen, die man über Serbien wissen sollte. Wie die Tatsache, dass Serbien der weltweit größte Exporteur von Himbeeren ist, oder die Phantasie, dass Belgrad neues Berlin ist. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen diesen zwei Feststellungen.

Aber wenn sie glauben, dass Serbien ihnen völlig egal ist, werden sie sehr schell erfahren, dass sie sich geirrt haben, schreibt "The Copenhagen Post".

Erweiterungsenergie

Obwohl die EU-Skeptiker und -Kritiker an der vergangenen EU-Parlamentswahlen viel lauter als je waren, ist das Streben nach der Europaerweiterung noch nicht verschwunden.

Serbien hat die Beitrittsverhandlungen mit der EU im Januar aufgenommen. Die Bedingungen für diese Erweiterungsrunde sind sehr hart, aber die neue serbische Regierung ist proaktiv und an die EU gewandt zugleich.

Die Annahme, Implementierung und Anwendung des Rechtsrahmens der Europäischen Union wird sicher mehrere Jahre verlangen, aber die Intensität der wirtschaftlichen Zusammenarbeit nimmt mit der immer größerer Liberalisierung der serbischen Wirtschaft zu.

Endlich Stabilität

In Hinsicht auf die verspätete marktwirtschaftliche Reformen ist der öffentliche Sektor noch immer sehr wichtig in manchen Segmenten.

Dortige Unternehmen kämpfen gegen bürokratische Hindernisse und Hürden und veraltete Regeln des Arbeitsmarktes.

Es ist die höchste Zeit für notwendige institutionelle Reformen, Privatisierung von Staatsunternehmen und Reduzierung des Staatshaushalt.

Die neue Regierung mit der Mehrheit im Parlament, gebildet nach den Parlamentswahlen im März dieses Jahres, brachte die notwendie Stabilität, obwohl eine Naturkatastrophe in Form von Hochwasser diese Stabiltät schon am Anfang des Mandats für einen Augenblick gefährdet hat. Alle erwarten, dass diese Regierung ihre Reformversprechen erfüllen wird.

Der neue Premier Aleksandar Vučić hat bereits große Fortschritte in Richtung der EU gemacht.

Der Rechtsrahmen für das öffentliche Beschaffugnswesen ist bereits im Einklang mit den europäischen Normen geregelt. Aber es bleibt noch viel zu tun.

Die Regierung will das größte Land im Westbalkan, strategisch positioniert zwischen dem Osten und Westen, für ausländische Investoren maximal attraktiv machen.

Obwohl es von vielen noch immer für politisch instabil und sehr riskant für Investitionen gehalten wird, können sie seine Vorteile wie wettbewerbsfähige und preiswerte Arbeitskräfte, kulturelle Zugänglichkeit und zahlreiche Freihandelsabkommen mit Ländern mit mehreren Mrd. Einwohnern wie Russland, die Türkei und EU - nicht bestreiten.

Energie-, Land- und Wasserwirtschaft

Dänische Exporte nach Serbien erreichten 700 Mio. Kronen 2013 (pharmazeutische Erzeugnisse und Maschinnen). Gleichzeitig wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von 250 Mio. Kronen eingeführt.

Momentan gibt es 115 nordische Unternehmen (26 aus Dänemark), die mit Serbien zusammenarbeiten, 300 sind durch ihre Vertreter und Agenten in Serbien präsent.

Grundfos, Carlsberg und Novo Nordisk sind einige der Unternehmen, die in Serbien tätig sind. Angekündigte Investitionen in die Energie-, Land- und Wasserwirtschaft werden in der Zukunft eine Grundlage für höhere Exporte aus Dänemark schaffen, glaubt Søren Engelbrecht Hansen, Koordinator für Westbalkan des Dänischen Handelsrats.

Dänemark, dänische Erzeugnisse und Technologie haben einen guten Ruf in Serbien und das ist von großer Bedeutung, weil dänische Produktions- und IT-Unternehmen Serbien als potenziel gute Produktionsanlage betrachten.

Vorbild im Norden

Länder im Westbalkan sind natürliche Rivalen, aber viele von ihnen sind vom nordischen Modell der Zusammenarbeit begeistert.

Kleine Länder, die eine gemeinsame Geschichte und ähnliche Traditionen, Industrien (Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft) und Sprachen haben, sollten das als Vorteil nutzen.

Die Zusammenarbeit im Westbalkan wie jene in der Region Eresund ist weit entfernt, aber nicht unerreichbar.

Im Juni wurde in Belgrad die Veranstaltung "Nordischer Tag" organisiert, an der man die Bedeutung dieses Modells für Zusammenarbeit für den Westbalkan besprochen hat.

Johann Tiedemann, Seniorberater des Öresund-Komitees erklärte in seiner Rede, dass das bekannte Symbol der nordischen Zusammenarbeit, Öresund-Brücke, nicht so leicht verwirklicht wurde.

Er erinnerte alle Anwesenden an Worte der hochrangigen Politikerin Anna Lindh und sagte: "Die Brücke über den Öresund erinnert an typische Projekte aus den 60-er Jahren des 20. Jhs., die vor der Entwicklung bereits veraltet waren".

Balkan-Länder stehen, glücklicherweise, erst am Anfang eines langen Wegs.

(Anmerkung: Artikel übernommen aus "The Copenhagen Post" www.cphpost.dk)

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