Das Herz aus dem 3D-Drucker
Mittwoch, 27.11.2013.
12:44

Viele Menschen brauchen ein neues Herz - doch ist das Angebot weitaus geringer als die Nachfrage. Daraus ergeben sich lange Wartezeiten - oft kommt jede Hilfe zu spät. Eine neue Technik könnte nun Hoffnung geben: Die Züchtung eines Herzens aus Stammzellen des Empfänger-Körpers. Doch auch hier gibt es ein Problem: Das Wachstum.
Bis ein Herz einsatzbereit wäre, müssten - je nach Alter des Patienten - Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Eine viel zu lange Zeitspanne. Die Lösung: Mediziner bauen das Herz aus Stammzellen in der notwendigen Größe. Klingt nach einer Vision - aber eine, die bald Realität sein könnte.
Wie die Zeitung "Daily Mail" berichtet sind Experten rund um Dr. Stuart Williams von der Universität von Louisville der Meinung, dass die Herstellung eines menschlichen Herzens aus dem 3D-Drucker innerhalb der nächsten zehn Jahre möglich sein könnte. Hierfür würden lebende Zellen in passender Form und Größe zu einem Herzen gedruckt. Das Organ wäre innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit. "Studien haben ergeben, dass Blutgefäße mit intaktem Blutfluss im Gewebe gedruckt werden können", sagte Dr. Williams.
Laut Williams gebe es hier zwei Möglichkeiten: Entweder drucken mehrere Drucker Teile des Organs, die dann zusammengefügt werden oder ein Drucker druckt das ganze Organ. Das Team glaubt, dass ein Drucker in drei Stunden ein komplettes Herz herstellen könnte. Und dann? Williams meint, dass das Herz über eine Woche benötigen würde, bevor es transplantiert werden könnte. Muskeln, Gewebe und Blut müssten erst "reifer" werden.
Nach dem Druck müssten Muskeln und das Gewebe erst lernen, was ihre Aufgabe ist. Durch gezielte Kontraktionsstimulation würde laut Williams das Herz trainiert, um überhaupt die erforderliche Leistung bringen zu können. Dieser Muskelaufbau wäre innerhalb einer Woche abgeschlossen. Unmöglich? Nein, denn Williams und sein Team haben bereits erfolgreich Teile von Herzen drucken können - allerdings von Mäusen.

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