Erzwungene Einsparungen wegen der MwSt - Vierteljährliche Entrichtung von MwSt stoppt Zahlungsverkehr im Oktober
Montag, 21.10.2013.
03:31

Ich werde zahlen, sobald ich die MwSt zahle. Das war die Ausrede von 70% der Unternehmen in Serbien im Oktober dieses Jahres. "D-Day" ist am Montag, 21. Oktober, wenn die Frist für die Zahlung der dreimonatigen MwSt abläuft. Nach dem Inkrafttreten des Gesetzes über Mehrwertsteuer am 1. Januar 2013 sind mehr als 70% der Unternehmen in Serbien verpflichtet, die MwSt vierteljährlich zu zahlen. Der letzte Monat wurde automatisch jener, in dem der "Zahlungsverkehr stoppt".
- Wir sind für die finanzielle Disziplin nicht besonders bekannt. Die meisten legen oft kein Geld dafür auf die Seite, sonder verbraucht es für andere finanzielle Verpflichtungen. Im Monat, wenn man die MwSt entrichten muss, wird oft der ganze Umsatz zu diesen Zwecken verbraucht. Ich zahle dann nur was dringend ist, genauso wie meine Schldner - erzählt S.P., Direktor einer Belgrader Firma für unser Portal.
Das Gesetz über MwSt sieht vor, dass Steuerschuldner mit einem Umsatz zwischen 2-50 Mio. Dinar die MwSt vierteljährlich entrichten.
Es gibt insgesamt 112.148 aktive MwSt-Pflichtige in Serbien, zeigen Angaben der Finanzverwaltung. 30.185 davon entrichten die MwSt monatlich, restliche 81.963 vierteljährlich. Also 26,91% der MwSt-Pflichtigen zahlen die Mehrwertsteuer jeden Monat und 73,09% vierteljährlich.
Das neue Zahlungssystem trug zur Erhöhung der Steuereinnahmen für den Staat bei, aber nicht so viel wie geplant.
- Vom 1. Januar bis 30. September wurden 280,63 Mrd. Dinar in den Haushalt eingezahlt, um 6,1% mehr als 2012.
Der Betrag ist etwa geringer als Projektionen für 2013. Man hat Einnahmen in Höhe von 291,53 Mrd. Dinar geplant.
Dokumentation wird auch im dritten Monat geliefert
Die Buchführungsagenturen sind auch nicht besonders froh wegen der neuen Lösung.
- Das neue System hat uns Probleme gemacht. Private Unternehmen waren theoretisch bereit, erforderte Dokumenten regelmäßig uns zuzustellen, genauso als sie die MwSt monatlich entrichtet haben, sieht die Praxis anders aus. Die Dokumentation wird uns immer später zugestellt, am häufigsten im dritten Monat. Buchhalter werden dadurch überfordert, sie müssen in einem kurzen Zeitraum dreimal mehr Papiere bearbeiten. Unternehmer wissen auch bis Ende nicht, wie viel MwSt sie am Ende zahlen werden - erklärt der Geschäftsführer einer der größten Agenturen in Belgrad.
Während sie auf die definitive Informationen über die Höhe der zu entrichtenden MwSt warten, müssen Unternehmen sparen, um die Rücklagen bis Steuerentrichtung zu bewahren.
- Unternehmen haben zudem den Eindruck, das die Dokumentation viel langsamer bearbeitet wird - erfahren wir in der Agentur.
Man sieht keinen Grund dafür, zum früheren Zahlungsregime nicht zurückzukehren, insbesondere, wenn Steueranmeldungen elektronisch abgegeben werden und sich elektronisch überwachen lassen.

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