Versprechen genügt nur für Glas halb voll - Was sind Effekte des staatlichen Förderprogramms für die IT-Industrie?
Mittwoch, 21.08.2013.
17:36
Kein Industriezwei in Serbien lässt sich ohne einen entwickelten IT-Sektor erfolgreich entwickeln, gab der Staatssekretär des Ministeriums für Telekommunikation, Stefan Lazarević, vor einigen Tagen bekannt und bestätigte dadurch noch einmal die gut bekannte Tatsache, dass die Informationstechnik die Zukunft der Wirtschaft darstellen.
Dem IT-Sektor in Serbien ist jahrelang gelungen, ohne staatliche Unterstützung zu existieren, bevor er in diesem Jahr die Aufmerksamkeit des Staatsoberhauptes erregte.
Die im Frühling beschlossene, lang erwartete Strategie der Entwicklung und Förderung der IT-Industrie (nach dem enormen Einsatz und Forderungen der Branche) wurde von einheimischen IT-Unternehmen begrüßt, obwohl ihre Ergebnisse von den Sachkundigen bezweifelt wurden.
Wie sieht die Situation ein halbes Jahr später aus? Ein Aktionsplan für die Realisierung der Strategie wurde, wie angekündigt, Anfang Juni beschlossen. Die Regierung hat sich nicht viel um seine Präsentation bemüht.
Der Aktionsplan definiert präziser Schritte in manchen Bereichen: Förderung des IT-Unternehmertuns und von Start-up-Projekten, Erleichterungen für Softwareunternehmen, Unterstützung für Exportunternehmen, Verbesserung des Rechtsrahmens, Verbesserung der Ausbildung und Werbekampagne.
Was in der Praxis getan wurde und wie hilfreich das staatliche Förderprogramm in Wirklichkeit war, fragten wir Milan Šolaja, Geschäftsführer des IKT-Clusters der Wojwodina, der an der Gestaltung des Projekts aktiv teilnahm.
Trotz der Tatsache, dass die definitive Version der Strategie, nach der Meinung unseres Gastes, "auch manche unentsprechenden Elemente enthält, die sich als kontraproduktiv erweisen können, und die beteiligten Regierungsvertreter wurden davor rechtzeitig gewartn", sagt er:
- Sehr positiv ist die Tatsache, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte eine Entwicklungsstrategie ausschließlich für die IT-Branche bekommen haben. Das ist das wichtigste bei diesem Dokument.
Die Informationstechnik ist im Fokus der Öffentlichkeit und immer mehr Menschen begreifen, worum es in diesem Fall handelt. Es gibt immer mehr junge Menschen, die sich für IT-Studien interessieren, weil sie sehen, dass es in diesem Sektor fast keine Arbeitslosen gibt.
- Positiv ist auch die Tatsache, dass wir dadurch eine starke Unterlage für die weitere Entwicklung der Branche geschaffen haben - sagt Milan Šolaja.
Das Finanzministerium selbst unterstreicht die Bedeutung der Popularisierung der IT-Industrie.
- Eine Werbekampagne, die wir im Mai und Juni dieses Jahres in sozialen Netzwerken und im Fernsehen realisiert haben, erhöhte das Interesse der Jugendlichen für IT-Hochschulen. In diesem Jahr gab es drei Kandidaten für jeden aus dem Staatshaushalt finanzierten Studienplatz an der Belgrader Elektrotechnischen Fakultät (ETF). Größeres Interesse wurde auch an der Elektronischen Fakultät in Niš und an der Technischen Hochschule in Novi Sad verzeichnet - erzählt Jasna Matić, Beraterin für die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Wissens im Finanz- und Wirtschaftsministerium für das Wirtschaftsportal "eKapija".
Guter Start für "Start-up"
Jungen Unternehmen, die ihre Entwicklungsrichtung erst zu bestimmen haben, ist jede Hilfe willkommen. Das Programm des Finanz- und Wirtschaftsministeriums "Start-up Srbija" für die Förderung von Start-up-Projekten wurde von allen begrüßt.
Im Rahmen der Initiative, wurde ein Wettbewerb für die Förderung von Start-up-Unternehmen in der IT-Branche ausgeschrieben, die nicht länger als zwei Jahren tätig sind und mit dem Investor einen Vertrag über Mitfinanzierung der Realisierung des vorgeschlagenen Projekts haben. Solche Unternehmen können 50% des benötigten Geldes erhalten, bzw. max. 25.000 Euro.
"Startup Srbija" sieht die Vermittlung des Staates zwischen allen Beteiligten: jenen mit Ideen und jenen, die wissen, wie sich solche Ideen realisieren lassen, zwischen jenen, die Geld haben und jenen mit guten Projekten, zwischen den schnell wachsenden Arbeitgebern und den Arbeitssuchenden usw.
Der Wettbewerb ist bis 15. November eröffnet, aber die Kandidaten müssen nicht so lange warten. Jede Anmeldung wird sofort nach dem Empfang analyisiert.
- Das ist ein positives Beispiel, aber müssen auf die Ergebnisse warten und sehen, ob das Programm, wie vorgesehen, realisiert wird. Ich hoffe, dass sich die Ankündigungen des Finanz- und Wirtschaftsministers nicht verwirklichen werden. Er kündigte den Ersatz von Geldleistungen durch Sachleistungen an, bzw. durch Gewerberäume im neu gebauten Technologiepark "Zvezdara" oder Microsoft-Lizenzen - sagt Milan Šolaja.

Der Staat habe, seiner Meinung nach, bereits versagt, als er auf Initiative des Fiskalischen Rats die Befreiung von Abgaben für die Kranken- und Arbeitslosenversicherung für einheimische IT-Unternehmen aufgab, obwohl das im Aktionsplan vorgesehen wurde, glaubt der Direktor des IT-Clusters der Wojwodina.
Der fiskalische Rat war gegen diese Maßnahme, als "die grobe Verletzung des Grundsatzes der Steuergerechtigkeit und soziale Solidarität". Es handelt sich um eine Summe von 3 Mrd. Dinar jährlich.
- Ich bin der Meinung, dass das Finanz- und Wirtschaftsministerium in diesem Falle völlig versagt hat. Diese Maßnahme war gut durchgedacht und wäre von großer Bedeutung für Unternehmen. Die Haushaltseinnahmen wären intakt. Anstatt seinen eigenen Vorschlag zu verteidigen, akzeptierte der Finanz- und Wirtschaftsminister die Empfehlung des Fiskalischen Rats. Völlig unverständlich und absolut unbegründet - sagt unser Gast.
Realisierung - Am Anfang
Man hat von der Strategie, vor allem, die Unterstützung der exportorientierten IT-Unternehmen erwartet. Der Aktionsplan der Regierung Serbiens sieht Fördermaßnahmen in drei Segmenten vor: Informierung über ausländischen Märkten, neue Instrumente für die Finanzierung der Exporte und die Präsentation serbischer IT-Lösungen Ausländern.
Alles ist noch am Anfang, aber es gibt Fortschritte.
- Serbien sollte im Oktober dieses Jahres das Partnerland an der größten IT-Messe im Nahost und Afrika - "Gitex" in Dubai sein. Fünfzehn Unternehmen aus unserem Land haben die Gelegenheit, sich auf diesen schnell wachsenden Märkten vorzustellen - sagte Jasna Matić für "eKapija".

- Es gibt viele positive Sachen darin. Manche verlangen viel Zeit für die Vorbereitungen, andere sollten präzisiert werden, für dritte, wäre es vielleicht besser, dass man sie aufgegeben hat - sagt Milan Šolaja.
- Zum Beispiel: Präsentation der Fördermaßnahmen für die IT-Industrie der größten internationalen Unternehmen, anstatt der einheimischen IT-Industrie - erklärt er.
Die erste Ergebnisse sind unterschiedlich.
- Die Frage ist, ob unser Glas halb voll oder halb leer ist. Ich bin Optimist von Natur, so dass mein Glas immer halb voll ist. Wir werden die Ergebnisse erst sehen, die Implementierung der Strategie ist erst am Anfang - sagt er am Ende.
Details des Aktionsplans für die Realisierung der Strategie der Förderung und Entwicklung des IT-Sektors:
Klicken Sie bitte hier, um die PDF-Datei zu öffnen
M.S.
Ministarstvo finansija Republike Srbije
PU Vojvođanski IKT klaster
Ministarstvo turizma i omladine Republike Srbije
Fiskalni savet Republike Srbije
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Agencija za strana ulaganja i promociju izvoza SIEPA

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