Erkennbar wie Bordeauxwein - Wird Wein aus Serbien auch in diesem Jahr einen guten Widerhall am europäischen Markt finden?
Dienstag, 13.08.2013.
16:53
Serbien hat 2012 Wein im Gesamtwert von 20 Mio. US-Dollar ausgeführt, vorwiegend in die Europäische Union. Fast 14 Mio. Liter Wein wurden im Vorjahr in die EU-Länder ausgeführt, um 2,6-mal mehr als 2011. Der Wert der Exporte hat sich auch verdoppelt.
Die Erhöhung der Quoten für den Export von Wein sollte eine der Prioritäten der Regierung Serbiens bei den Verhandlungen mit der EU sein, meint der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Landwirtschaft, Aleksandar Senić.
Dem Stabilisierungs- und Assozerungsabkommen zufolge kann Serbien 53.000 Hektoliter Flaschenwein und noch 10.000 Hektoliter Fasswein in die EU ausführen. Im Unterschied zu 2011, als wir nur eine Hälfte der erwähnten Quote für Flaschenwein nutzten, überstiegen die Exporte im Vrojahr 1,35-mal die Quote. Wenn es um den Fasswein geht, führte Serbien 2011 eine 2,8-mal und im Vorjahr eine um 6,8-mal größere Menge aus.
Das Landwirtschaftsministerium Serbiens erwartet den weiteren Anstieg der Weinexporte in der folgenden Zeit, in Hinsicht auf die Möglichkeit des zollfreien Exports in die EU und die Russische Föderation.
Erhöhte Importe
Die Exportergebnisse sind immer besser, aber es scheint, dass am einheimischen Markt noch immer ausländische Weine ominieren. 2012 wurden 47.372.989 Liter Wein eingeführt, um 72% mehr als 2011. Der Wert der importierten Weine ist um 13% höher, was zeigt, dass man vor allem billigere Weine eingeführt hat.
Genauso wie in den vergangenen Jahren, wurden 2012 in Serbien vor allem mazedonische Weine getrunken. Aus diesem Land wurden 42 Mio. Liter Wein eingeführt, 89% der Gesamtmenge bzw. 58% des Gesamtwertes der Importe.
Mazedonische Weine werden vor allem wegen ihrer niedrigeren Preise bevorzugt, erfährt das Wirtschaftsportal "eKapija" im Landwirtschaftsministerium.
- Ein weiterer Grund für so hohe Weinimporte aus Mazedonien sind neben den Preisen Investitionen serbischer Kellereien in den Weinbau in Mazedonien. Dortige Weinberge und Kellereien sind die Rohstoffbasis unserer Hersteller. Man führt Fasswein aus Mazedonien und bearbeitet ihn und abfüllt in Serbien - erfahrne wir im Ministerium.
Serbien habe sich von einem Exporter zu einem großen Importeur von Wein entwickelt, behauptet Dr. Slobodan Jovic, Professor an der Belgrader Fakultät für Landwirtschaftswissenschaft in einem Gespräch mit "eKapija".
- Wir führen große Mengen Wein, aber sehr niedriger Qualität. Wir hatten einst 100.000 ha unter Weinrebe, und heute, manchen Einschätzungen zufolge, nur 15.000 ha. Wir hatten Tonnen nach Deutschland, Polen, Tschechien, Russland ausgeführt. Heute exportieren nur seltene Weingüter und nur kleinere Mengen. Es fehlt an große Systeme. 60-70% der Weinhersteller bebauen von 1-5 ha. Sie brauchen Hilfe, vor allem bei der Auswahl der Technologie, weil ihre Weine eine niedrigere Qualität haben. Mängel in der Produktion lassen sich leicht beheben - glaubt dieser Weinkenner und fügt hinzu, dass wir auch Verbrauchen aufklären sollten.
Zuständige im Ministerium sind damit einverstanden. Man sollte "an der Sensibilisierung für den Verbrauch lokaler Weine und Weinkultur arbeiten".
- Darum sollten sich vor allem Verbände der Weinhersteller kümmern, die in Serbien nicht genug aktiv sind. Das Landwirtschaftsminsiterium wird ab diesem Jahr Verbände unterstützen, die sich für die Einführung der Herkunftsbezeichnung nach dem Vorbild der Europäischen Union einsetzen.
Hochwertige einheimische Weine
Dank Subventionen haben viele Hersteller neue Weinberge bebaut, neue Ausstattung erworben und die Weinqualität erhöht.
- Der Weinbau und Weinherstellung erleben eine Renaissance in Serbien in den vergangenen Jahren, vor allem dank Gründung und Entwicklung der kleinen Familienbetriebe, deren Weine immer präsent am Markt sind. Serbische Weine werden besser und hochwertiger. Es gibt immer mehr Weine mit der geographischer Herkunft sowie jene, die Preise an internationalen Messen gewinnen.
Jeder internationale Erfolg der Weine aus Serbien sorgt für Aufregung am Markt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kellerei "Aleksandrović", die schon mehrmals in England, Deutschland, Italien ausgezeichnet wurde. Weine aus der Kellerei in Topola werden bereits in Hotels und Restaurants in London, Zürich und Genf, und seit 2011 in Moskau, Sankt Petersburg, Novosibirs und Jekaterinburg geboten. Seit dem Vorjahr kann man sie auch in Hotels in Peking, Shanghai und Hongkong und ab diesem Sommer in Kalifornien bestellen.
Nur wenige Menschen wissen, dass die Weinproduktion in Serbien noch im Mittelalter geregelt wurde. Die ersten Gesete der modernen Zeit wurden 1929 verabschiedet.
- Das Hauptziel des neuen Gesetzes šber Wein und der Regeln ist die Anpassung an die neuen Vorschriften der EU und an die aktuelle Situation im Weinbau. Wir haben neue Herkunftsbezeichnungen fšr einheimische Weine sowie Qualitäts- und Herkunftszeichen für alle Kategorien und Subkategorien mit geographischer Herkunft eingeführt. Herkunfts- und Qualitätsbezeichnungen sichern einheimischen Weinen einen zusätzlichen Wert und erhöht ihr Ansehen - erzählt Milada Lukešević, selbstständige Beraterin des Verbandes für Landwirtschaft, Lebensmittel- und Tabakindustrie und Wasserwirtschaft der Wirtschaftskammer Serbien für unser Portal.
Man arbeite auch an der Typisierung der Weine aus bestimmten Weinbaugebieten in Serbien.
- Wir möchten dadurch zur Realisierung des strategischen Ziels - Hervorhebung und Popularisierung der serbischen Herkunftsbezeichnungen - beitragen. Das sollte auch zur Stärkung des Vertrauens der Verbraucher in ein staatliches System der Herkunftsbezeichnungen sowie zur besseren Erkennung einheimischer Weine aufgrund der Bezeichnungen und erst dann aufgrund der Produzenten oder Weinrebesorten beitragen. Wir möchten, dass einheimische und ausländische Verbraucher unsere Weine aufgrund ihrer Herkunft bzw. serbischer Herkunftsbezeichnungen wie Negotinska Krajina, Knjazevac, Vrsac, Fruska gora wählen, genauso wie im Falle der weltweit bekannten europäischen Weinbaugebiete wie Chianti, Rioja, Bordeaux, Bourgogne und andere.
Suzana Obradović
Ministarstvo poljoprivrede, šumarstva i vodoprivrede Republike Srbije
Poljoprivredni fakultet Beograd
Udruženje za poljoprivredu, prehrambenu industriju, šumarstvo i vodoprivredu PKS
Vinarija Aleksandrović doo Topola

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