Ein Durchbruch in AIDS-Behandlung? - Forscher in Marseille testen Impfstoff an menschlichen Probanden
Montag, 04.02.2013.
02:23
Der Aus Marseille stammende Wissenschaftler Erwann Loret hat einen Impfstoff entwickelt, der möglicherweise einen großen Fortschritt im Kampf gegen AIDS bedeuten könnte.
"Es ist nicht dasEnde von AIDS, es ist noch nicht einmal der Anfang vom Ende, es ist nur das Ende des Anfangs." Mit einem Zitat von Winston Churchill beschreibt Erwann Loret seine Arbeit. Loret bleibt dabei bewusst bescheiden. Der aus Marseille stammende Forscher hat gelernt, keine großen Versprechungen zu machen und vor allem keine falschen Hoffnungen zu wecken. Seit mehr als 15 Jahren forscht Loret am Hospital de la Timone in Marseille. Das Ziel: Einen Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit AIDS zu entwickeln.
Weltweit werden derzeit 25 verschiedene Impfstoffe getestet, 40% davon haben "therapeutischen Charakter", wie Loret gegenüber AFP erklärt. "Im Falle einer Krankheit wie AIDS, die eine lange Entwicklungszeit hat, haben therapeutische Impfstoffe eine große Bedeutung für die Patienten."
Erwann Loret musste in den vergangenen Jahren auch Kritik einstecken. Nicht immer wurde die Idee des Forschers, einen Impfstoff gegen die übermächtig erscheinende AIDS-Erkrankung ernst genommen. Loret ließ sich nicht beirren. Er forschte, er experimentierte – nun soll sein Impfstoff in die letzte entscheidende Phase, Testläufe am menschlichen Körper, eintreten. Ein bedeutender Schritt in der Entwicklung eines Medikaments.
"Zunächst beginnen wir damit, mögliche Nebenwirkungen des Medikaments zu erforschen", erklärt Loret seine Arbeit. In wenigen Wochen bereits sollen 48 Probanden mit den ersten Tests beginnen.
Den Probanden, alle HIV-positiv, soll der Impfstoff gespritzt werden. Es wird genau die Anzahl der mit dem Virus befallenen Zellen der Patenten beobachtet. Erhöht sich die Anzahl der kranken Zellen in den kommenden zwei Monaten nicht, könnte dies auf einen Erfolg des Impfstoffes hinweisen. In diesem Falle wird die Anzahl der Testpersonen auf 80 erhöht.
Erste verlässliche Resultate der Studie werden für 2015 erwartet.
Sollten die Tests den gewünschten Erfolg bringen, könnte dies ein Hoffnungsschimmer für Millionen von Patienten sein. Allein in Frankreich sind 150.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Seit seiner Entdeckung tötete AIDS weltweit bereits über 30 Millionen Menschen

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