Gericht spricht gefrässige Ziege frei
Donnerstag, 24.01.2013.
15:54
Gary hatte laut einem Bericht des britischen Senders Sky News vor dem Museum für Zeitgenössische Kunst in der australischen Metropole Sydney seinen Hunger gestillt. Dabei musste ein Blumenbeet dran glauben – vor den Augen eines Polizisten, der Anzeige erstattete. Garys Herrchen, der australische Comedian James Dezarnaulds, wurde in erster Instanz zu einer Strafe von 440 Australischen Dollar (348 Euro) verdonnert.
Das ließ sich der Mann, der sich auch Jimbo Bazoobi nennt, nicht gefallen, berichtete Sky. Er organisierte einen Rechtsanwalt und beeinspruchte die Geldstrafe. Verteidigungslinie: Die Anschuldigungen seien formal falsch gewesen, weil sie sich an eine Person, nicht an den tierischen Übeltäter richteten. Damit sollte sich Anwalt Paul McGirr schließlich durchsetzen.
Bei der Berufungsverhandlung schilderte Richterin Carolyn Barkell erneut, wie Gary sich an den Blumen vor dem Museum zu schaffen gemacht hatte, als die Polizei eintraf. "Ich stelle fest, dass er Gartenpflanzen gegessen hat", sagte Barkell. Aber: Es gebe keine Hinweise, dass Herrchen Bazoobi seine Ziege mit dem Vorsatz zum Beet geführt hatte, die Blumen mutwillig zu zerstören. Damit unterstützte die Richterin die Darstellung von Bazoobis Anwalt, der es als nicht erwiesen ansah, dass sein Klient böse Absichten hatte. "Wir wissen nicht, was er der Ziege ins Ohr geflüstert haben könnte", sagte McGirr.
Nach dem Urteil, das Gary laut Augenzeugen nervös vor dem Gerichtsgebäude abwartete, zeigte sich Bazoobi erleichtert: "Garys Ruf ist nun von der üblen Nachrede befreit. Ich möchte allen danken, die uns im Verfahren begleitet haben", sagte der Komiker. Und weiter: "Gary, die Ziege, hat den Cops eine wertvolle Lektion erteilt: Beiß nicht mehr ab, als du kauen kannst."

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