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Neue Regeln für Banken ab 2015

Quelle: Beta Mittwoch, 09.01.2013. 15:44
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Podeli

Basel III, das neue internationale Regelwerk für Banken, soll den Finanzsektor krisenfester machen. Dabei genügt es nicht nur, dass die Banken mehr Eigenkapital vorhalten (bis Ende 2018 müssen sie ihre Quoten sukzessive anheben). Auch in Sachen Liquidität wird ihnen künftig ein größerer Puffer abverlangt. Doch für den Aufbau dieser Reserve bekommen die Institute nun mehr Zeit, wie der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht am Wochenende beschlossen hat. Die Sorge, die Geldhäuser könnten den Kredithahn in einer ohnehin fragilen Konjunkturlage zudrehen, war zu groß.

Dem jetzigen Beschluss zufolge müssen die Banken die Mindest-Liquiditätsquote schrittweise erst bis 2019 aufbauen statt sie, wie ursprünglich geplant, schon 2015 vollständig zu erfüllen. Zu diesem Zeitpunkt reichen nun 60 Prozent der Reserve. Zudem erkennen die Aufseher neben Staats- und Firmenanleihen jetzt auch Hypothekenpapiere und unter bestimmten Voraussetzungen sogar Aktien als Liquiditätsreserven an.

Nach einer Erhebung des Baseler Ausschusses hatten die weltgrößten Institute Ende 2011 nach den bis dato geltenden Kriterien eine Lücke von rund 1,8 Billionen Euro an flüssigen Mitteln, um die Mindest-Liquiditätsquote zu erfüllen. Zwei Drittel davon entfielen auf Banken in Europa. Im Schnitt hatten die 102 weltgrößten Bankinstitute damals 91 Prozent der geforderten Liquiditätsreserven beisammen, 38 Prozent kamen allerdings auf weniger als 75 Prozent. Nun reicht es, wenn sie 2015 auf 60 Prozent kommen, danach wird die Latte jedes Jahr um zehn Prozentpunkte nach oben gesetzt.

Es ist das erste Mal, dass der für weltweit einheitliche Spielregeln für Banken zuständige Baseler Ausschuss neben neuen Zielquoten beim Eigenkapital auch eine Mindestausstattung an Liquidität vorschreibt.

Die Vorschriften sind eine Lehre aus der Finanzkrise. Damals waren etliche Banken - wie Lehman Brothers, Northern Rock oder in Österreich die Kommunalkredit - nicht an zu wenig Kapital gescheitert, sondern daran, dass die Finanzmärkte austrockneten und sie sich in der Krise am Markt kein Geld mehr besorgen konnten oder auch dass Kunden massenweise ihre Einlagen abzogen.

Mit der künftig vorgeschriebenen Liquiditätsreserve soll künftig jede Bank 30 Tage allein überleben können, ohne dass ihr das Geld ausgeht. Die Aufseher schreiben auch vor, wie die Reserve aussehen muss. Denn im Notfall muss sie schnell zu Geld gemacht werden können. 60 Prozent davon müssen aus Cash, erstklassigen Staatsanleihen und anderen zentralbankfähigen Wertpapieren bestehen. Es dürfen auch bis zu 40 Prozent Firmenanleihen mit hoher Bonität sein. Nach dem Kompromiss vom Wochenende kommen weitere Firmen-Bonds, Hypothekenpapiere und Aktien dazu, die jedoch nur zum Teil angerechnet werden. Mit den Papieren müssen die in einer Krise binnen 30 Tagen zu erwartenden Mittelabflüsse abgedeckt sein.

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