20 Jahre SMS
Montag, 03.12.2012.
14:20
Andere müssen Länder erobern oder die Menschheit mit bahnbrechenden Erfindungen beschenken, um für immer in die Geschichte einzugehen. Neil Papworth hatte es da einfacher.
Der Brite, der heute 42 Jahre alt ist, setzte am 3.Dezember 1992 von einem PC eine Nachricht in das Vodafone-Netz ab, an das Handy seines Kollegen Richard Jarvis. Die Länge: 15 Zeichen.
Das war nichts Alltägliches zur damaligen Zeit, sondern die erste Kurznachricht mit dem Short Message Service. Und die lautete "Merry Christmas". Was für eine Verschwendung.
Immerhin hätte Papworth noch Platz für weitere 145 Zeichen gehabt. In Zeiten von Internetflatrates für Smartphones und Whats App für endlose Gruppenchats ist diese Begrenzung unvorstellbar.
Wie kostbar eine Nachricht war, zeigt schon die Statistik. 1999 versendete jeder Deutsche im Schnitt nur 44 Nachrichten, über das gesamte Jahr.
Bei einem Preis von 19 Cent pro Nachricht, konnten die Kurznachrichten schnell die Monatsrechnung sprengen.
Als es noch keine Flatrates gab, musste man sich jeden Buchstaben noch genau überlegen, wie bei einem Telegramm. Denn die Devise war damals, bloß keinen kostbaren Raum zu verschwenden.
Schließlich hat eine SMS nur 160 Zeichen und das Taschengeld wurde erst zum nächsten Geburtstag oder bei einer 1 in Mathe erhöht.
Finden Digital-Archäologen in 200 Jahren Überbleibsel von den Kurznachrichten aus der Jahrhundertwende, stehen Sie vor kryptischen Liebesbekundungen wie Hdgdddl (Hab dich ganz doll doll doll lieb) und anderen Abkürzungen wie lol (Laughing out loud), 2G4U (Too good for you) und BBB (bis bald baby).
Allein in diesem Jahr wurden in Deutschland laut Branchenverband Bitkom bereits 58 Milliarden Nachrichten verschickt. In weiteren 20 Jahren ist der Short Message Service wahrscheinlich nur noch im Technikmuseum zu sehen.

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