CEFTA-Zölle für Kroatien auch nach dem EU-Beitritt? - Ohne Verlagerung der Produktion nach Serbien und Bosnien und Herzegowina
Montag, 23.07.2012.
15:10
Mit Kroatiens EU-Beitritt voraussichtlich Mitte 2013 wird sein Markt offener für Agrarerzeugnisse und Nahrungsmittel aus den übrigen EU-Ländern sowie aus der Freihandelszone CEFTA, der das Land zurzeit noch angehört. Gleichzeitig stoßen die Kroaten dann auf wichtigen CEFTA Märkten auf höhere Schutzmauern als jetzt. Bisher wappnen sich nur die großen kroatischen Nahrungsmittelhersteller für den steigenden Wettbewerbsdruck durch Investitionen und Akquisitionen in der Region. Viele Unternehmen können ihm voraussichtlich nicht standhalten.
Der kroatische Markt öffnet sich mit der EU-Mitgliedschaft nicht nur für Agrar- und Nahrungsmittelimporte aus dem EU-Raum, sondern auch aus den CEFTA-Ländern, denen Brüssel im Rahmen von SAA durchweg einseitig freien Marktzugang gewährt. Aus Kroatien selbst sind gegenwärtig nur noch Lieferungen von Kalbfleisch, Wein und Fischen an die EU mit Quoten belegt. Sicher ist, dass der Agrarindustriesektor des Landes durch den EU-Beitritt unter verschärften Wettbewerbsdruck gerät. Zwar besteht eine große Affinität zu eigenen Erzeugnissen am Markt, der Preis gewinnt jedoch beim Kunden an Bedeutung, zumal sich die Kaufkraft in Kroatien zuletzt rückläufig entwickelt hat
Gleich nach der Sommerpause nimmt die EU im Namen von Kroatien die Verhandlungen mit anderen CEFTA-Ländern bzw. mit kroatischen Nachbarn über die Behaltung der Null- oder niedrigsten Zollsätze für kroatische Erzeugnisse nach seinem EU-Beitritt am 1. Juli 2013 auf.
Die großen und exportorientierten kroatischen Unternehmen, die sich für den Tag X durch Produktionsverlagerungen in den CEFTA-Raum und dortigen Akquisitionen vorbereiten, können solche Pläne aufgeben, erklärte der für innere, auswärtige und europäische Angelegenheiten zuständige kroatische Vizepremier Neven Mimica in einem Interview für den nationalen Fernssehsender HTV.
Kroatische Ausfuhren in die Länder in der Region erreichten, vor allem dank den Null- oder den niedrigsten Zollsätzen, den Wert von 600 Mio. Kuna (ca. 80 Mio. Euro). Die gültiegen EU-Regeln könnten das künftig unmöglich machen.
Man einigte sich mit Brüssel darüber, der Europäischen Kommission die Verhandlungne über das gleiche Handelsregime wie bisher und noch einige Vorteile zu überlassen.
- Diese Verhandlungen müssten möglichst schnell vollendet werden. Wenn alle Protokolle über die Erweiterung bis zum EU-Beitritt nicht ratifiziert werden, sollte eine vorläufige Anwendung ab dem 1. Juli beschlossen werden, um eine ungünstige Marktposition für das Land in einem unbestimmten Zeitraum zu vermeiden - sagte Mimica.

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