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Wer war die Fraun, nach der

Quelle: s media Montag, 02.07.2012. 01:10
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Podeli

(Fotos media)

Mit der Erfindung des schnelllaufenden Motors und des Automobils legten Gottlieb Daimler und Carl Benz in den 1880er Jahren unabhängig voneinander den Grundstein für den motorisierten Individualverkehr. Beide brachten ihre privaten Entwicklungsarbeiten mit Hilfe von Geldgebern und Teilhabern in eigene Unternehmen ein: In Mannheim gründete Benz im Oktober 1883 die Firma Benz & Cie., in Cannstatt entstand im November 1890 die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG).

Um ihre Produkte bekannt und unverwechselbar zu machen, suchten beide Firmen nach einem einprägsamen Warenzeichen. Zunächst waren es die Namen der Erfinder selbst, „Benz“ und „Daimler“, die für den Ursprung und die Qualität der Motoren und Fahrzeuge bürgten. Doch während sich die Schutzmarke von Benz & Cie. namentlich nicht veränderte – nur anstelle des Zahnrades von 1903 umgab ab 1909 ein Lorbeerkranz den Namen Benz., taucht für die Fabrikate der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) nach der Jahrhundertwende der völlig neue Markenname „Mercedes“ auf.

Mercédès ist ein spanischer Frauenname und bedeutet „Gnade“. Mercedes hieß die 1889 geborene Tochter des in Baden bei Wien und in Nizza lebenden österreichischen Geschäftsmanns Emil Jellinek. Er war ein moderner und sportinteressierter Mann, war ein begeisterter Anhänger des technischen Fortschritts und des Automobils. Er war überzeugt, dass das Automobil die Zukunft verändern würde.

Bereits 1897 reiste er nach Cannstatt und bestellte seinen ersten Daimler-Wagen, einen 6-PS-Riemenwagen mit Zweizylindermotor. Schon bald war das im Oktober 1897 gelieferte Fahrzeug mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 24 km/h Jellinek zu langsam. Er forderte eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h und bestellte zwei Fahrzeuge des Typs Daimler „Phönix“ mit vorn liegendem 8-PS-Motor. Die beiden im September 1898 ausgelieferten Automobile waren die weltweit ersten Straßenfahrzeuge mit Vierzylindermotor.

Emil Jellinek pflegte gute Beziehungen zur internationalen Finanzwelt und Aristokratie und entwickelte sich zunehmend als Geschäftsmann: 1898 begann er, die Daimler-Automobile insbesondere in den höchsten Kreisen der Gesellschaft zu vertreiben. Im Jahr 1899 lieferte die DMG bereits zehn Fahrzeuge an Jellinek, 1900 waren es sogar schon 29.

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Jellinek forderte von der DMG immer stärkere und schnellere Fahrzeuge und meldete diese ab 1899 auch zu Rennveranstaltungen an – allen voran bei der Woche von Nizza. Bei diesen Rennen trat er gewöhnlich unter seinem Pseudonym „Mercédès“ auf, dem Namen seiner damals zehnjährigen Tochter. Diesen in Automobilistenkreisen schließlich sehr bekannten Namen benutzte Jellinek zunächst nicht als Automobilmarke, sondern als reinen Team- bzw. Fahrernamen.

Anfang April 1900 trafen die DMG und Jellinek eine Vereinbarung über den Vertrieb von Daimler-Wagen und -Motoren. Mit der Entscheidung, einen neuen Motor zu entwickeln, der „den Namen Daimler-Mercedes führen“ sollte, wurde Jellineks Pseudonym auch zur Produktbezeichnung.

Am 22. Dezember 1900 lieferte die DMG den ersten mit dem neuen Motor ausgerüsteten Wagen an Jellinek, einen 35-PS-Rennwagen. Dieser erste „Mercedes“, entwickelt von Wilhelm Maybach, dem Chefkonstrukteur der DMG, sorgte zu Beginn des Jahrhunderts für Furore. Mit seinem niedrigen Schwerpunkt, dem Pressstahlrahmen, dem leichten und leistungsstarken Motor und dem Bienenwabenkühler gilt er heute als das erste moderne Automobil.

Die Woche von Nizza im März 1901, bei der die eingesetzten Mercedes-Wagen in praktisch allen Disziplinen unschlagbar waren, verhalf Jellinek und dem Mercedes zu außergewöhnlicher Publizität. Im März und August 1901 erschienen die Schwestermodelle 12/16 PS und 8/11 PS. Jellineks weitere Bestellungen lasteten die Produktionskapazität des Cannstatter Daimler-Werks völlig aus. Am 23. Juni 1902 wurde der Name „Mercédès“ als Warenzeichen angemeldet und am 26. September gesetzlich geschützt. Emil Jellinek erhielt im Juni 1903 die Erlaubnis, sich fortan Jellinek-Mercedes zu nennen. „Wohl zum ersten Mal trägt der Vater den Namen seiner Tochter“, kommentierte Jellinek.

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