Ram-Festung am rechten Donauufer bewahrt Geschichte vor dem Vergessen – Ein Zufluchtsort für Krieger von den Hunnen bis zu den Osmanen
Ram-Festung (FotoShutterstock/tokar)
Es gibt Hinweise auf eine prähistorische Siedlung in diesem Gebiet, die bis in die Zeit der Kelten zurückreicht. Historischen Aufzeichnungen zufolge lebte Attila der Hunnenkönig, bekannt auch als „Geißel Gottes“, in der Gegend um Ram.
Sichere Festung und Kulturschatz
Die heutige Ram-Festung wurde in Form eines unregelmäßigen Polygons mit vier Ecken und einem zentralen Bergfried errichtet. Die Mauern, die die Türme verbanden, waren über 30 Meter lang, und die Türme selbst waren mit spitzen Kuppeln bekrönt.
Die Festung war von einem tiefen Graben umgeben und über eine Zugbrücke zugänglich.
Sie wurde zum Schutz vor Kälte und Feuerwaffen erbaut. An den Türmen sind noch heute Kanonenöffnungen zu sehen, weshalb Ram als eine echte Artilleriebefestigung betrachtet werden kann.
(FotoShutterstock/frantic00)
Karawanserei für Übernachtungen
Die Ram-Festung hatte nicht nur eine militärische Funktion. In ihrer Nähe befindet sich eine Karawanserei aus dem 15. Jahrhundert, die Händlern und Reisenden als Rast- und Übernachtungsort diente.
Innerhalb der Karawanserei wurde außerdem eine dem Erzengel Michael geweihte orthodoxe Kirche errichtet.
Ram in den Kriegswirren von 1788
1788 begann der Österreichisch-Türkische Krieg, der bis 1791 andauerte. Die Kriegswirren betrafen auch die Region um Ram, und den vorliegenden historischen Daten zufolge wurde die Festung im selben Jahr zerstört.
Der österreichische Graf und kaiserliche Leutnant Baron Lopresti, bekannt als der „Held von Ram“, fiel in diesen Kriegsereignissen.
Mit nur 23 Kameraden widerstand er dem Angriff von etwa 1000 Türken. Er hielt den ganzen Tag stand, wurde aber schließlich überwältigt. Als am Abend Hilfe eintraf, war es zu spät. Lopredti und seine Männer wurden fast vollständig verstümmelt aufgefunden.
(FotoAnton Lukin/Unsplash)
Lopresti wurde neben der Festung beigesetzt, und 1878 wurden seine sterblichen Überreste ans andere Donauufer nach Stara Palanka überführt und dort beigesetzt.
Die Legende vom Harem an der Donau
Die bekannte Legende von Ada Čibuklija ist mit der Ram-Festung verbunden. Der Überlieferung nach befand sich auf der Insel ein Harem, in den die schönsten Mädchen der Region gebracht wurden.
Der Legende nach überfiel der berühmte Hajduk Milenko Stojković, ein Einheimischer aus dem nahegelegenen Kličevac, eines Nachts die Insel und befreite die Mädchen.
Die befreiten Mädchen schlossen sich daraufhin der Legende nach seiner Räuberbande an.
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