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Wettlauf um das Donau-Energie-Megaprojekt beginnt: US-Botschaft in Serbien ruft öffentlich zum Đerdap 3 auf

Quelle: eKapija Donnerstag, 04.06.2026. 11:49
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Podeli
(FotoSky Light Pictures/shutterstock.com)
Die US-Botschaft in Serbien hat eine öffentliche Ausschreibung zur Interessenbekundung für die Beteiligung am Bau des Pumpspeicherkraftwerks Djerdap 3 veröffentlicht.

Dieser Schritt ist ein formaler Beitrag zur Einbindung weltweit führender Ingenieur- und Finanzunternehmen in die Umsetzung eines der größten Energieprojekte Südosteuropas.

Laut Ausschreibungstext können interessierte Unternehmen ihre Absichtserklärungen bis zum 25. Juni beim Ministerium für Bergbau und Energie der Republik Serbien einreichen. Ziel des Verfahrens ist die Auswahl strategischer Partner für die Erstellung der technischen Dokumentation, die Finanzierung und den Bau dieses Großkraftwerks.

Die Interessenbekundung für die strategische Partnerschaft stellt die erste Phase des Auswahlverfahrens dar.

Das Verfahren wird von einer speziellen Arbeitsgruppe der serbischen Regierung geleitet und die Auswahl erfolgt gemäß dem Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Abkommens.


Energieriese an der Donau im Wert von Milliarden Euro

Das Pumpspeicherkraftwerk Djerdap 3 ist als Hybridprojekt am Donaukilometer 1007 in der Gemeinde Golubac geplant. Das Konzept sieht vor, in Zeiten geringer Last und Stromüberschuss im Netz Wasser aus dem Đerdap-See zu entnehmen, es in die oberen Speicherbecken „Pesača“ und „Brodica“ zu pumpen und in Zeiten hoher Nachfrage durch Rückleitung des Wassers in die Donau Strom zu erzeugen.

Die geplante Leistung des Kraftwerks beträgt beeindruckende 2.400 MW, mit der Möglichkeit, zusätzlich 400 MW aus erneuerbaren Energien (Wind und Sonne) zu integrieren. Der geschätzte Investitionswert beläuft sich derzeit auf rund 2,63 Milliarden Euro, die geplante Fertigstellung ist für 2038 vorgesehen.


Amerikanisches Interesse

Die Beteiligung der Vereinigten Staaten am Projekt Đerdap 3 wurde seit 2021 vorbereitet, als der amerikanische Konzern Bechtel erstmals Interesse am Bau bekundete. Wichtige Schritte wurden 2022 unternommen, als Bechtel, das größte amerikanische Bau- und Ingenieurunternehmen, die Erstellung der technischen Studien übernahm. Den Höhepunkt bildete die Unterzeichnung des zwischenstaatlichen Energieabkommens in Washington im Jahr 2024. Dieses Abkommen trat im März 2025 in Kraft und schuf die rechtliche Grundlage dafür, dass Serbien über die US-Botschaft amerikanische Unternehmen offiziell zur Angebotsabgabe einladen kann.


Offene Fragen: Rumänische Ablehnung und Umweltrisiken

Trotz Belgrads großer Ambitionen steht das Projekt auf internationaler und nationaler Ebene vor erheblichen Hindernissen. Vor zwei Jahren berichteten die Medien, dass der rumänische Energieminister Sebastia Burduja erklärte, Bukarest werde nicht zulassen, dass der Bau von Djerdap 3 die Stabilität und Produktion der bestehenden Kraftwerke Đerdap 1 und Đerdap 2 gefährde.

Bilaterale Gespräche zwischen den Ministerien beider Länder und gemischten Kommissionen zur Bewertung der hydrologischen Auswirkungen auf die Donau sind im Gange.

Darüber hinaus warnen Experten und Umweltverbände vor potenziellen negativen Auswirkungen auf die Biodiversität, da die Arbeiten im Schutzgebiet des Nationalparks Djerdap durchgeführt würden.

Aufgrund der komplexen Verhandlungen mit Rumänien und der hohen Kosten hat die serbische Regierung parallel den Bau des Pumpspeicherkraftwerks Bistrica (680 MW) zu einer absoluten kurzfristigen Priorität erklärt. Die Dokumentation hierfür befindet sich in der Endphase.

Die Veröffentlichung eines öffentlichen Aufrufs über die US-Botschaft bestätigt jedoch, dass der Staat das Megaprojekt an der Donau nicht aufgibt.

B. P.
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