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Ein Schritt näher an eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Griechenland: Ministerium veröffentlicht Details zum mazedonischen Projekt im Rahmen des Korridors 10

Quelle: eKapija Sonntag, 31.05.2026. 19:56
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(FotoScreenshot/Instagram Goran Vesić)
Das serbische Ministerium für Umweltschutz hat eine offizielle Bekanntmachung zum Projekt der Modernisierung und des zweigleisigen Ausbaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke entlang des Korridors 10 durch Nordmazedonien veröffentlicht.

Die Bekanntmachung wurde Serbien gemäß dem internationalen ESPOO-Übereinkommen über die Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Kontext übermittelt, da die Arbeiten direkt an der Grenze der beiden Länder, am Grenzübergang Tabanovce, beginnen sollen.

Das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung befindet sich derzeit in der ersten Phase, in der sich die zuständigen Behörden und die Öffentlichkeit in Serbien mit den technischen Details des Projekts vertraut machen können. Langfristig soll das Projekt den Schienenverkehr von Mitteleuropa über Serbien und Nordmazedonien bis nach Griechenland verbinden.


Alte Tunnel werden wegen scharfer Kurven stillgelegt

Das Projekt umfasst den vollständigen Ausbau der bestehenden Bahnstrecke durch Nordmazedonien zu einer modernen, zweigleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke mit einer Länge von ca. 195 Kilometern. Die neue Infrastruktur ist für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h im Personenverkehr und rund 120 km/h im Güterverkehr ausgelegt. Ein Hauptgrund für den Bau neuer Streckenabschnitte (Abweichungen) ist die Stilllegung der sechs bestehenden Tunnel auf dieser Strecke. Mit einem Kurvenradius von weniger als 350 Metern begrenzen diese Tunnel die Zuggeschwindigkeit auf lediglich 60 km/h und erfüllen weder die europäischen Interoperabilitätsstandards (TSI) noch die TEN-T-Vorschriften.

Stattdessen ist der Bau von bis zu 19 neuen Tunneln mit einer Gesamtlänge von 19 Kilometern auf dem anspruchsvollen Streckenabschnitt zwischen Skopje und Gevgelija geplant.

Laut Unterlagen umfasst das Projekt, das durch vier mazedonische Regionen (Nordosten, Skopje, Vardar und Südosten) verläuft, umfangreiche Bauarbeiten: Neben dem Tunnel sind 59 neue Bauwerke geplant, darunter Brücken (2,65 km lang), Unter- und Überführungen, der Aushub von rund 18,8 Millionen Kubikmetern Material und der Bau von Dämmen mit einem Volumen von etwa 2,7 Millionen Kubikmetern. Für den Gleisbau werden rund 566.000 Schwellen und über 45.000 Tonnen Schienen benötigt.

In Tunneln und auf bestimmten offenen Abschnitten wird der herkömmliche Schotter durch Betonplatten ersetzt. Die Strecke wird mit dem Europäischen Zugbeeinflussungssystem (ETCS Level 1), GSM-R-Kommunikation und einem Schutzzaun entlang der gesamten Trasse ausgestattet. Das Projekt sieht außerdem eine neue Bahnverbindung zum Flughafen Skopje vor.


Synchronisation mit Projekten in Serbien

Dieses Projekt steht in direktem Zusammenhang mit Serbiens Plänen zur Modernisierung des südlichen Abschnitts des Korridors 10. Für den Abschnitt Belgrad–Niš laufen die Vorbereitungen für den Bau einer zweigleisigen Bahnstrecke mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 km/h. Dieses Projekt wird mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank (EIB) realisiert. Die Arbeiten am Abschnitt Niš–Brestovac haben bereits begonnen und werden aus EU-IPA-Mitteln finanziert. Für den letzten Abschnitt bis zur Grenze mit Nordmazedonien, Brestovac–Preševo, werden derzeit die Projekt- und technischen Dokumentationen erstellt.

Die beiden Länder haben zuvor eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um eine reibungslose und synchronisierte Anbindung der Bahnstrecken an der Grenze zu gewährleisten.

Die Modernisierung des mazedonischen Streckenabschnitts ist für Serbien von enormer strategischer Bedeutung, da sie einen wichtigen Schritt zur Fertigstellung der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Belgrad und Athen darstellt.

Nach Fertigstellung dieses Korridors werden serbische Hochgeschwindigkeitszüge an der Grenze nicht mehr anhalten oder stark abbremsen, sondern ihre Fahrt nach Skopje und Thessaloniki ungestört und schnell fortsetzen. Aus wirtschaftlicher Sicht wird die Erhöhung der Güterzuggeschwindigkeit auf 120 km/h und der Bau eines zweiten Gleises den Warentransport von den wichtigen griechischen Häfen Thessaloniki und Piräus, von denen die serbische Wirtschaft maßgeblich abhängt, drastisch beschleunigen.

Neben schnelleren und kostengünstigeren Importen und Exporten wird Serbien auch von deutlich höheren Transitgebühren profitieren, da der modernisierte Korridor 10 Frachtunternehmen anziehen wird, die Mitteleuropa mit der Ägäis verbinden.

Schließlich wird dieses Projekt auch den Personenverkehr revolutionieren, sodass Bürger Serbiens Skopje oder Thessaloniki in nur wenigen Stunden erreichen können, während die geplante Bahnverbindung zum Flughafen Skopje eine hervorragende und schnelle Alternative für Reisende aus dem Süden Serbiens darstellt.

Nach Abschluss aller Bauphasen auf beiden Seiten der Grenze wird die Region über ein einheitliches und interoperables Schienennetz verfügen. Offizielle Schätzungen gehen davon aus, dass die gesamte Hochgeschwindigkeitsstrecke bis 2031 in Betrieb genommen werden könnte.

B. Petrović
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