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Europäische Kommission prognostiziert für Serbien in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,8 %

Quelle: Beta Donnerstag, 21.05.2026. 20:51
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Abbildung (FotoShutterstock.com/RUMANA FERDOUSI)Abbildung
Nach einer deutlichen Verlangsamung im vergangenen Jahr wird das Wirtschaftswachstum Serbiens laut Prognosen der Europäischen Kommission in diesem Jahr 2,8 % und im nächsten Jahr 3,9 % erreichen. Grund dafür sind die hohen öffentlichen Investitionen im Zusammenhang mit der Messe EXPO 27 sowie steigende Löhne und Renten, die die Binnennachfrage ankurbeln.

Die heute veröffentlichten Frühjahrsprognosen der Europäischen Kommission sagen zudem voraus, dass das serbische Haushaltsdefizit im Jahr 2026 vorübergehend auf 3,2 % steigen wird. Grund dafür ist die Senkung der Kraftstoffsteuern durch die Regierung als Reaktion auf den Konflikt im Nahen Osten. Die Staatsverschuldung wird im nächsten Jahr voraussichtlich leicht auf 45 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ansteigen.

Die Kommission erklärte, das Wirtschaftswachstum Serbiens habe sich von 3,9 % im Jahr 2024 auf 2 % im Jahr 2025 verlangsamt. Dies sei auf ein geringeres Investitions- und Konsumwachstum zurückzuführen, das durch die anhaltenden politischen Unruhen infolge von Studentenprotesten sowie durch einen negativen Beitrag der Nettoexporte beeinträchtigt werde. Die Nettoauslandsdirektinvestitionen haben sich im Vergleich zu 2024 ebenfalls halbiert.

Laut Bericht deuten kurzfristige Indikatoren auf einen uneinheitlichen Start ins Jahr 2026 hin. Der Konjunkturindikator zeigte im ersten Quartal zwar einen positiven Trend, lag aber weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt. Die Industrieproduktion ist jedoch in den meisten Teilbranchen rückläufig, mit Ausnahme der Automobilindustrie.

Die Analysten der Kommission erwarten, dass die öffentlichen Investitionen, die 2025 hinter den Erwartungen zurückblieben, in diesem Jahr im Vorfeld der EXPO 2027 in Belgrad und des Investitionsprogramms „Sprung in die Zukunft – Serbien 2027“ an Dynamik gewinnen werden.

Der Teil des Berichts zu Serbien kommt zu dem Schluss, dass die wirtschaftlichen Aussichten zwar positiv erscheinen, aber weiterhin mehrere Abwärtsrisiken bestehen. Dazu zählen die anhaltende innenpolitische Instabilität und der jüngste Rückgang der ausländischen Direktinvestitionen, die die mittelfristigen Wachstumsaussichten potenziell beeinträchtigen könnten.

Auch ein schnelles Lohnwachstum könnte laut Bericht zu einer geringeren externen Wettbewerbsfähigkeit als erwartet führen.

Auf dem Westbalkan wird für Albanien in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum prognostiziert als für Serbien (3,3 %) und Nordmazedonien (3,2 %). Montenegro wird voraussichtlich mit 2,8 % das gleiche Wachstum wie Serbien verzeichnen, Bosnien und Herzegowina hingegen 1,8 %.

Für die EU wird im Jahr 2026 eine schwächere Wirtschaftsentwicklung erwartet, da der Konflikt im Nahen Osten einen neuen Energieschock auslöst, der die Inflation anheizt und die Konjunkturstimmung trübt.

Das BIP der Union wird in diesem Jahr auf 1,1 % sinken, nach 1,5 % im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 0,3 Prozentpunkten gegenüber der Herbstprognose. Für das kommende Jahr prognostiziert die Kommission ein Wachstum von 1,4 % für die Union.
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